„So etwas wünsche ich keinem“: Heinzi Fuhrmann erkrankte am Coronavirus - jetzt kämpft er sich zurück
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So kennt man ihn: Heinzi Fuhrmann (re.) mit seinen Bandkollegen von der „Münchner Zwietracht“ und Showmaster Thomas Gottschalk (Mi.) auf der Wiesn 2019.

Ickinger kämpft mit Lungen-Folgen

Oktoberfest-Größe an Corona erkrankt - Sein Instrument rettete ihm vielleicht das Leben

  • Franziska Konrad
    vonFranziska Konrad
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Im März erkrankte der Ickinger Trompeter Heinzi Fuhrmann am Coronavirus – Schritt für Schritt kämpft er sich nun zurück. 

  • Heinzi Fuhrmann ist vielen ein Begriff als Trompeter in der bekannten Oktoberfest-Band „Münchner Zwietracht“.
  • Nun hat sich der Musiker mit dem Coronavirus infiziert.
  • Die Liebe zu seinem Instrument hat ihm eventuell beim Krankheitsverlauf geholfen, vielleicht sogar das Leben gerettet.

Icking – Wann und wo sich Heinzi Fuhrmann mit dem Coronavirus angesteckt hat? „Da habe ich wirklich keine Ahnung“, sagt der Ickinger, vielen Bekannt als Mitglied der Oktoberfest-Band „Münchner Zwietracht“. Alles begann im März mit typischen Grippe-Symptomen: Gliederschmerzen, Schlappheit, „dann fing irgendwann diese Husterei an“. 

Von Tag zu Tag atmete der 60-Jährige schwerer. Er hatte ein ungutes Gefühl, fuhr zu einem HNO-Arzt nach Geretsried und ließ sich auf Covid-19 testen. „In Schutzkleidung sind Sie herausgekommen und haben mir ein Stäbchen in den Mund gesteckt“, berichtet Fuhrmann.

Oktoberfest-Musiker mit Coronavirus infiziert: „Dann fing irgendwann die Husterei an“

Wenige Tage später saß der Oktoberfest-Musiker mit seiner Frau Constanze im Wohnzimmer beim Fernsehen. „Da hat sie auf einmal gesagt: Mensch, Du schnaufst ja immer schwerer.“ Das Ehepaar rief die Tochter an – eine ausgebildete Notfallsanitäterin – und fragte sie nach Rat. Diese fackelte nicht lange und alarmierte sofort den Rettungsdienst. Der brachte ihren Vater ins Klinikum Penzberg.

Dort verlief zunächst nicht alles reibungslos: Als Fuhrmann im Krankenhaus war, kam das Ergebnis des Coronatests aus Geretsried: negativ. Es folgten ein ebenfalls negativer Grippetest im Klinikum und das Röntgen seiner Lunge – beides brachte die Mediziner nicht weiter. Erst ein zweiter Coronatest – diesmal mit positivem Ergebnis – gab Aufschluss über Fuhrmanns Erkrankung. 

Oktoberfest-Bekanntheit aus Icking hat Corona: Im Klinikum verläuft zunächst nicht alles reibungslos

Beim erneuten Röntgen der Lunge fanden die Ärzte nun auch Anzeichen auf das Virus. „Warum sie das beim ersten Mal nicht gesehen haben, weiß ich nicht“, sagt Fuhrmann ratlos. Glück hatte der Ickinger, dass seine Tochter so schnell reagiert hat. „So war ich früh genug in der Klinik und musste nicht an Maschinen angeschlossen werden.“

Fuhrmann ist Trompeter und spielt unter anderem in der Oktoberfest-Band „Münchner Zwietracht“. Seinem Beruf verdankt der 60-Jährige eine durchtrainierte Lunge. „Das ist eine gewisse Fitness, die ich anderen voraushabe.“ 

Ob die Krankheit anders verlaufen wäre, wenn der Ickinger nicht regelmäßig das Blechinstrument spielen würde? Genau weiß das natürlich keiner. Fest steht jedoch: Aufgrund seines Alters und nach zwei schweren Vorerkrankungen zählt Fuhrmann eindeutig zur Gruppe der Risikopatienten.

Oktoberfest-Musiker mit Coronavirus: Vorteil des Trompeters: Seine durchtrainierte Lunge

Doch davon ließ sich der Oktoberfest-Musiker nicht unterkriegen. Während seiner Zeit im Krankenhaus trieb ihn vor allem eins an: der Wille zum Leben. „Denn das Leben ist sowieso zu kurz“, sagt er. Nach zehn Tagen wurde Fuhrmann aus dem Klinikum entlassen. Im Anschluss hieß es zwei Wochen Quarantäne. „Anfangs bin ich jeden Tag eine Runde im Garten gelaufen, dann hat’s auch schon wieder gereicht“, berichtet Fuhrmann.

Denn im Gegensatz zur Grippe, bei der man in der Regel nach ein paar Wochen vollständig genesen ist, bringt das Coronavirus einen langen Regenerationsprozess mit sich. „Ich kämpfe mich langsam zurück“, sagt der Musiker im Gespräch mit unserer Zeitung „Momentan bin ich bei etwa 40 oder 50 Prozent.“ Auch an seine geliebte Trompete musste er sich erst langsam wieder herantasten. „Für die Lungen ist das natürlich ein super Training. Aber ich darf es auf keinen Fall übertreiben.“

Fuhrmann blickt optimistisch in die Zukunft

Trotzdem blickt der 60-Jährige optimistisch in die Zukunft: „Ich schätze, es dauert noch gute vier bis fünf Wochen, dann bin ich wieder zu 80 bis 90 Prozent da.“ Im Mai hat Fuhrmann noch einen Arzttermin. „Ich spüre, da in der Lunge ist noch nicht alles gut. Das werde ich nochmals überprüfen lassen“, sagt er. Aber das Schlimmste hat der Ickinger jetzt hoffentlich überstanden. Rückblickend stellt er fest: „Schön war das wirklich nicht. So etwas wünsche ich keinem.“

Während der Corona-Pandemie bleiben in den Hotels viele Betten leer. Doch das Ickinger Landhotel Klostermaier hat sich etwas einfallen lassen: Zurzeit vermietet es seine Räume tageweise fürs Homeoffice. Ein Blick in Zimmer Nummer 112.

kof

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