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Die Musik ist ihr Leben: Die Mitglieder der Blaskapelle Irschenhausen. 

Eine Geschichte voller Anekdoten

Irschenhauser Blaskapelle feiert 60. Geburtstag

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Mit einem Konzert am Samstag, 26. Oktober, feiert die Blaskapelle Irschenhausen ihren 60. Geburtstag. Die Geschichte ist reich an Begebenheiten - vor allem lustigen. 

Irschenhausen– Rund 20 Burschen und ein engagierter Initiator namens Michael Sewald – das waren vor 60 Jahren die Ursprünge der Irschenhauser Blaskapelle. Obwohl: Eigentlich hatte der Trachtenverein den Ausschlag für das erste Treffen im damaligen Gasthof Alpenblick gegeben. „Die fanden, dass die Fronleichnamsprozession ohne Musik ziemlich tot ist“, sagt Karl Hartl (78), neben seinem Bruder Hans (75) und Martin Pauli (76) noch einer der aktiven Gründungsmitglieder, mit einem Schmunzeln.

Ein historisches Foto aus der Zeit um 1950. 

Sewald führte noch einen anderen Grund ins Feld: „Damit wir in der Kirche nicht mehr so viel singen müssen.“ Also begann er mit der Zuweisung der Instrumente – und stieß auf die erste Hürde. Hans Hartl hatte als Kind das Zitherspiel erlernt. „Sewald wollte, dass ich die Klarinette übernehme – das wollte ich aber nicht. So wurde es die Trompete.“ Auch sein Bruder lehnte das Holzblasinstrument ab. „Ich wollte lieber Zugposaune lernen.“ Pauli, der von klein auf Orgel spielte, übernahm das Tenorhorn. Dumm nur, dass die Instrumente zum Großteil noch gar nicht vorhanden waren. „Wir kauften der Blaskapelle Baierbrunn gebrauchte ab“, erinnert sich Karl Hartl. „Und auch die Firma Wenzel Meinl in Geretsried zeigte sich äußerst kulant.“

Dirigent war Hans Schöpp, der „Kaindl Hans“. Er unterrichtete auch die Anfänger. „Dazu kam er jedes mal mit seinem Goggomobil aus Unterbrunn bei Starnberg“, erinnert sich das Trio. Bekanntlich macht jedoch nur Übung den Meister. Zwar wollte die Kapelle so schnell wie möglich in und für die Öffentlichkeit spielen, „aber als der Pfarrer unsere Probe angehört hat, bat er uns, noch ein bisserl zu warten“, erinnert sich Pauli. „Wir klangen noch nicht so ganz harmonisch.“

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Der erste große Auftritt folgte zwei Jahre nach der Gründung während des großen Festzugs anlässlich der Fahnenweihe des Schützenvereins Höhenrain. „Den wir im Prinzip versehentlich umleiteten“, erinnert sich Hans Hartl und lacht. Ohne böse Hintergedanken folgten die Musiker den vor ihnen marschierenden Walchstädter Schützen, als diese – ungeplant – den Festzug abkürzten, um sich in der Wirtschaft einen Platz zu sichern. „Andere Vereine wiederum folgten uns, sodass es plötzlich zwei Festzüge gab – einen durchs Dorf, einen direkt zum Altwirt.“

Schöpp trat 1968 sein Amt aus gesundheitlichen Gründen an Hans Knerr aus München ab. Zwei Jahre später gaben die Irschenhauser ein anspruchsvolles Frühjahrskonzert. „Was zur Folge hatte, dass wir für immer mehr Veranstaltungen gebucht wurden“, sagt Pauli nicht ohne Stolz. Und die Erfolgsgeschichte ging weiter. Ludwig Kapra übernahm drei Jahre später mit viel Engagement das Amt von Knerr, unter der Leitung von Hans Schussmann gründete sich ein Mädchentrommelzug.

1985, ein Jahr nach dem 25-jährigen Gründungsjubiläum, planten die Irschenhauser, eine Schallplatte aufzunehmen. Und hier kam einer der berühmtesten Ickinger ins Spiel: der weltbekannte Musiker Klaus Doldinger. „Er half uns mit der Technik aus“, erzählt Hans Hartl, „als wir im Gasthof zur Post die Aufnahme einspielten.“ Bis heute fühlt sich die Blaskapelle dem Weltklasse-Saxofonisten verbunden. „Vor allem versteht er Humor“, sagt Karl Hartl. „Einer unserer Kapellmeister, der Stahn Schorsch, ging mal zu ihm hin und meinte: ,Klaus, wennst a moi besser Saxofon spielen kannst, derfst a zu uns kemma‘.“

Aktuell spielen in der Blaskapelle 22 Aktive, Dirigent ist Rainer Jorde. Zu ihrem 60. Geburtstag geben die Musiker am kommenden Samstag, 26. Oktober, um 20 Uhr ein großes Konzert in der Turnhalle des Rainer-Maria-Rilke-Gymnasiums in Icking. „Das Programm geht von Märschen über Lieder von Abba bis zum Walzer“, verspricht der stellvertretende Vorstand Hans Heß. „Die Mischung ist wichtig, es soll unseren Zuhörern ja nicht langweilig werden.“

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