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Cover-Girl: Julia Leeb ziert auch das Deckblatt des Buches „30 Frauen, die Mut machen“. 

Neues Buch und Ausstellung an der TU München

Julia Leeb erzählt, was sie bewegt

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Für das Buch „Was Frauen bewegt“ wurde auch die Ickingerin Julia Leeb befragt. Als Kriegsreporterin hat sie schon vieles erlebt und in Reportagen festgehalten. 

Icking– Sie reiht sich ein in Persönlichkeiten wie Stargeigerin Anne-Sophie Mutter und Schauspielerin Jutta Speidel: Mit 199 anderen Frauen hat es Julia Leeb in das Buch sowie die Ausstellung „200 Frauen – Was uns bewegt“ geschafft. In der konzentrierten Version „30 Frauen, die Mut machen“ landete sie sogar auf dem Buch-Cover. Dass sie in ihrem Heimatort Icking dennoch vielen nicht bekannt ist, könnte daran liegen, dass es Julia Leeb in ihrem Beruf gelernt hat, sich möglichst unauffällig in der Welt zu bewegen. Julia Leeb ist eine gefragte VR (Virtual Reality)-Journalistin und berichtet von den Krisenherden in aller Welt.

In dem Buch beantworten alle Frauen dieselben fünf Fragen: Was ist ihnen wirklich wichtig? Was macht sie glücklich? Was empfinden sie als tiefstes Leid? Was würden sie in der Welt verändern, wenn sie könnten? Erschienen ist es im Elisabeth-Sandmann-Verlag. „Ich bin Elisabeth Sandmann dankbar, weil ich faszinierende Menschen kennengelernt habe, die vielleicht ähnlich ticken, wie ich“, sagt Julia Leeb über das Buchprojekt. So hatte sie zum Beispiel Kontakt zu Maria Shriver, die Ex-Frau von Arnold Schwarzenegger, die einen Film mitfinanziert hat, der auf die Lage der Nuba im Sudan aufmerksam macht. Dieses Engagement verbindet. Beide Frauen kämpfen für den Wiederaufbau in Kriegsgebieten. „Aber eigentlich kämpfen wir dafür, dass Kriege gar nicht erst entstehen“, sagt Leeb.

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Die Wahl-Münchnerin bereiste bereits 80 Länder wie den Kongo, Nordkorea, den Sudan und Libyen. Ihr Interesse an Krisengebieten unterscheidet sich von dem anderer Journalisten: „Mich fasziniert die weibliche Seite des Kriegs. Überall finde ich eine Krankenschwester, die Verletzte versorgt, obwohl es keine Medizin mehr gibt, oder eine Überlebende von brutalsten sexuellen Übergriffen, die sich trotz allem um andere Leidensgenossinnen kümmert.“

Über ihre Reisen nach Nordkorea hat Julia Leeb selbst ein Buch veröffentlicht (2014). Ansonsten arbeitet sie für renommierte Print-Medien und Fernsehanstalten rund um den Globus. Die Entscheidung, wann sie in welches Krisengebiet reist, trifft sie selbst. „Ich bin mein eigener Auftraggeber, aber aus Sicherheitsgründen kann und darf ich nicht sagen, was das nächste Ziel ist.“ Gerade arbeitet sie an der Finanzierung, damit es spätestens im Januar, unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen, wieder losgehen kann. Mal fliegt sie mit einer Cargo-Maschine in ihr Ziel-Gebiet, oft übernachtet sie einfach auf der Straße oder wird von wildfremden Menschen aufgenommen. „Die Ärmsten der Armen bieten mir mehr Schutz als alle Technik der Welt.“

Julia Leeb machte 2001 am Schäftlarner Gymnasium Abitur. Davor wuchs sie behütet in Icking auf. Doch von Kindheit an war sie mit den Sorgen und Nöten in der Welt konfrontiert. „Meine Mutter hatte nach der Reaktor-Katastrophe 1986 in Tschernobyl einen Verein gegründet und jedes Jahr eine Schar von Kindern aus Weißrussland zu uns nach Hause geholt, damit die wenigstens in den Ferien eine bessere Umgebung und moderne ärztliche Versorgung hatten.“ Dieser Umgang sowie eine Reise mit ihrer Mutter nach Burma haben sie früh geprägt: „Da war ich 15 und hab’ zum ersten mal gemerkt, wie groß die Welt ist.“

Die Ausstellung „200 Frauen – Was uns bewegt“ fand schon auf der Frieze in New York große Beachtung und wird noch bis zum 14. Dezember in der TU München gezeigt. Ein Besuch lohnt sich allein schon wegen der beeindruckenden, künstlerisch hochwertigen Fotos: Julia Leeb und alle anderen 199 Frauen wurden von Kieran E. Scott vor dem gleichen, weißen Leintuch abgelichtet.

Info

Die beiden Bücher „200 Frauen“ (288 Seiten, 35 Euro) sowie „30 Frauen, die Mut machen“ (120 Seiten, 20 Euro) sind im Münchner Elisabeth-Sandmann-Verlag erschienen.

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