Impfungen gegen das Coronavirus.
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Im Pflegepersonal gibt es Vorbehalte gegen das Impfen. Melanie Dörr teilt die Bedenken nicht.

Die Abwägung fiel ihr leicht

Deswegen hat sich Krankenschwester Melanie Dörr für die Corona-Impfung entschieden

  • Volker Ufertinger
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Melanie Dörr aus Icking hat sich am 1. Januar gegen Corona impfen lassen. Auch wegen eines Kollegen, der bis heute an den Langzeitfolgen leidet.

Icking/München – Melanie Dörr (40), Krankenschwester aus Icking, hat hinter sich, was die meisten anderen noch vor sich haben: Sie ist gegen Corona geimpft. Am 1. Januar wurde ihr der Impfstoff von Biontech/Pfizer verabreicht. „Es war wie jede andere Impfung auch“, sagt sie. Nur am Abend hat ihr ein bisschen der Arm weh getan, was normal ist. „Ansonsten habe ich nichts gemerkt. Kein Fieber, kein Unwohlsein, gar nichts.“ Insofern ist ihr vor dem zweiten Termin am 22. Januar nicht bange. „Ich gehe davon aus, dass ich danach geschützt bin.“

Melanie Dörr arbeitet beim Dritten Orden in München.

Bedenken gegen Impfungen hat sie grundsätzlich keine. „Wenn es keine Impfstoffe gäbe, wäre die Hälfte der Menschheit schon ausgerottet.“ In diesem speziellen Fall war sie ein bisschen skeptisch. Ihr als Expertin ging die Entwicklung beinahe zu schnell. „Das fand ich ungewöhnlich.“ Also informierte sie sich, im Intranet ihrer Klinik – der Dritte Orden im Münchner Ortsteil Nymphenburg –, auch bei einem Kollegen, den es in der ersten Welle erwischt hatte und der sich intensiv in die Materie eingearbeitet hat.

Der Kollege kann bis heute nichts schmecken

Dieser Kollege war ihr ein warnendes Beispiel, welche Langzeitschäden Corona auch verursachen kann. „Er ist Ende 20 und war kerngesund, als er sich infiziert hat“, erzählt die Mutter zweier Kinder. „Und jetzt, fast ein Jahr später, schafft er es immer noch nicht, weite Strecke zu gehen.“ Auch der Geschmackssinn ist noch nicht zurückgekehrt. „Da fiel mir die Abwägung Impfen oder Nicht-Impfen relativ leicht.“

Derzeit ist viel die Rede davon, dass gerade Pflegekräfte vor der Impfung zurückschrecken (siehe oben). Diesen Eindruck kann Dörr nicht bestätigen. „Bei uns hat es niemand gegeben, der sich nicht hat impfen lassen“, sagt sie. Von den mehreren hundert Dosen, die am Abend des 31. Dezember in Nymphenburg angekommen sind, ist alles verimpft worden. „Unter den Kollegen herrscht Einigkeit, dass Impfen sinnvoll ist.“

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Im Klinikalltag hat sie oft genug mit der Problematik zu tun. Es kommt regelmäßig vor, dass Corona-Patienten wegen Beschwerden operiert werden müssen, die möglicherweise mit der Krankheit im Zusammenhang stehen, etwa Gefäßproblemen. Die Ickingerin als OP-Schwester ist dann hautnah dabei. „Wohl ist dabei natürlich niemandem“, erzählt sie. Doch auch hier greifen inzwischen Schutzmaßnahmen. So läuft etwa die Klimaanlage, um einen Luftaustausch zu ermöglichen. Schließlich sollen möglichst alle gesund bleiben. Die Impfung kann aus ihrer Sicht einen großen Teil dazu beitragen.

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