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Hängt in der Warteschleife: Der Ickinger Manuel Reheis (49) möchte von der Telekom zu Vodafone wechseln. Das Ergebnis: Seit einer Woche ist der Familienvater vom Festnetz und dem Internet abgekoppelt. 

Wenn zwei sich streiten, leidet der Dritte

Funkstille am Ende der Telefonleitung

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Den Wechsel von der Telekom zu Vodafone hatte sich Manuel Reheis einfacher vorgestellt. Doch seit einer Woche ist sprichwörtlich tote Hose. Es funktioniert weder Internet noch Festnetz.

Icking – „Dabei sah erst alles ganz gut aus,“ erklärt Reheis den Sachverhalt. „Wir haben ein Schreiben von Vodafone bekommen, dass am 19. Februar der Wechsel stattfinden soll und es bis 17 Uhr zu einer vorübergehenden Abschaltung kommen kann.“ Seitdem ist jedoch Funkstille. Die angekündigte Service-Nummer für Notfälle? Fehlanzeige. Es folgten zermürbende Versuche der Kontaktaufnahme, Warteschleifen, Fehlinformationen, Geduldsproben, mittlerweile verbrachte der 49-jährige Ickinger gut neun Stunden am Handy.

Bei der Vodafone-Pressestelle erfuhr unsere Zeitung: „Es handelt sich hier um eine Leitung, die auf der letzten Meile der Deutschen Telekom gehört und die Vodafone im Auftrag der Familie Reheis bei der Telekom angemietet hat. Die Anschaltung des Anschlusses der Rufnummer war für den 19. Februar geplant, sie war jedoch nicht erfolgreich.“ Und weiter: „Unsere intensive Fehleranalyse ergab, dass hier ein Leitungsschaden vorliegt, der ausschließlich durch die Telekom beseitigt werden kann und darf. Wir haben daher am 22. Februar den Auftrag erteilt, die umgehende Reparatur herbei zu führen. Dieses hat die Telekom für heute angekündigt.“

Aufgrund der Witterung liegt der Ausbau des Glasfasernetzes auf Eis

Der Kommunikationsriese entschuldigt sich für die entstandenen Unannehmlichkeiten, die es laut Vodafone-Chef Hannes Ametsreiter gar nicht geben dürfte. Er stellte kürzlich in einem Interview mit der Rheinischen Post fest: „Wir haben gerade unser erstes Pilotprojekt erfolgreich abgeschlossen, in Icking auf dem flachen Land in Bayern. Dort liegt inzwischen Vodafone-Glasfaser in mehr als zwei Dritteln der Haushalte.“ Bürgermeisterin Margit Menrad ist verwundert: „Das wäre schön. Aber davon sind wir weit entfernt.“ Aufgrund der Witterung liege der Ausbau des Glasfasernetzes de facto auf Eis. Angeschlossen seien erst etwa 20 Haushalte.

Wenig konstruktiv in dem Verwirrspiel um die Zuständigkeiten äußert sich ein Sprecher der Deutschen Telekom. Dominik Sechser schreibt: „Es handelt sich hier um eine externe Terminvereinbarung von Vodafone mit einem Telekom-Techniker. (...) Dementsprechend müssen wir den Kunden bitten, auf den neuen Anbieter zuzugehen, damit dieser die Möglichkeit hat, über die vorgesehene Stelle an uns heran zutreten.“ Das hat Familienvater Reheis mehrfach versucht, genauso wie viele andere Ickinger, die gerade mit der Umstellung beziehungsweise Zwischenlösung bis zum Glasfaseranschluss zu kämpfen haben. Bürgermeisterin Menrad betont: „Probleme macht nicht der Wechsel zum Glasfasernetz, sondern die Umstellung innerhalb des DSL-Netz’ der Telekom.“

Zahl der Problemfälle höher

De facto hat die Telekom vielen Ickingern bereits 2017 die bestehenden DSL-Verträge gekündigt. Für den Übergang mit dem sogenannten Voice over IP haben sich einige vorab für einen Wechsel zu Vodafone entschieden. Menrad: „Das macht bei manchen Probleme, bei anderen läuft alles glatt.“ Die Zahl der Problemfälle scheint allerdings höher. Reheis: „Es hätte laut Vodafone angeblich am vergangenen Freitag ein Techniker der Telekom kommen sollen, um an der Verteilerstelle in der Straße die nötige Reparatur an der Leitung vorzunehmen, aber es passierte, wie seit Tagen, nichts. Beim nächsten Anruf hieß es nur lapidar, dass der Vorgang gar nicht erfasst sei.“

Im Gespräch habe ihm ein Mitarbeiter von Vodafone obendrein empfohlen, besser noch einen zweiten Mobilfunkvertrag bei Vodafone abzuschließen, inklusive eines neuen Mobiltelefons, damit er die nächsten Wochen zumindest sicher telefonieren könne, berichtet der leidgeprüfte Ickinger. Sollte der Techniker, der jetzt für diesen Mittwoch angekündigt ist, wieder nicht kommen, schaltet Manual Reheis einen Anwalt ein, um aus dem Glasfaservertrag rauszukommen: „Nachdem die Telekom gerade selber gräbt und Leitungen erneuert, bietet sie im Prinzip das gleiche an wie Vodafone. Vielleicht klappt’s ja dann.“ 

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