Land unter: Schwere Überschwemmungen nach Hagelschlag gab es im Juni auch in Icking.
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Land unter: Schwere Überschwemmungen nach Hagelschlag gab es im Juni auch in Icking.

Zunehmend Probleme in der Isartalgemeinde

Straßenentwässerung: Es braucht einen Masterplan

  • VonAndrea Kästle
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Der Leidensdruck ist groß in icking: Das Regenwasser fließt nicht mehr richtig ab. Das haben die jüngsten Wetterereignisse klar gezeigt.

Icking – Die Straßenentwässerung ist eines der großen Themen in der kleinen Gemeinde Icking. Wie überall rund um München, wo viel gebaut worden ist, wurden Flächen, auf denen früher das Wasser versickern konnte, versiegelt. Die Starkregenereignisse in den vergangenen Tagen und Wochen haben die Brisanz des Ganzen allerdings erhöht. So wurde auch in der Gemeinderatssitzung am Montagabend darüber gesprochen, wie dringend man einen „Masterplan“ brauche, um die Situation zu verbessern.

Bürgermeisterin Verena Reithmann (UBI) betonte erneut, dass man die Angelegenheit von zwei Seiten anzugehen habe: Zum einen müsse man dafür sorgen, dass eine Einleitung des Zuviels an Regenwasser in die Isar möglich wird, zum anderen sei aber auch oben im Ort selbst Abhilfe zu schaffen. „Es besteht dringender Handlungsbedarf“, meinte sie. Und: „Wir sollten das Netz von zwei Seiten spinnen.“

Dieser Sommer war und ist für die idyllische Gemeinde am linken Isarhochufer ein ziemlicher Albtraum. Ständig regnet es, und wenn es regnet, regnet es meist zu viel. Wahre Wassermassen sammeln sich dann an einigen Punkten im hügeligen Ort, rauschen dann oft kleine private Stichstraßen hinunter, überfluten größere Straßen, überschwemmen Keller und Gärten, zuletzt auch Räume in der Grundschule, darunter die aufgelassene Bücherei, die ab nächstem Schuljahr umfunktioniert wird für die Mittagsbetreuung. „Hotspots“ des Geschehens waren laut Bürgermeisterin zum einen die Ulrichstraße, vor allem an ihrem tiefsten Punkt, aber auch unterhalb des Maisfelds, das den Regen nicht aufnehmen kann, außerdem der Bereich Fuchsbichl/Ichoring oberhalb der Schule sowie der Zeller Weg bei der Einmündung vom Schatzlfeld.

Andererseits kann Icking nicht endlos Geld in eine neue Entwässerung pumpen. „Ein Rundumpaket für 40 Millionen Euro können wir nicht umsetzen“, meinte Reithmann am Tag nach der Sitzung. Sie wird sich, so kündigte sie dem Gemeinderat an, demnächst mit dem Wasserwirtschaftsamt Weilheim zusammensetzen, um den zweigleisigen Ansatz zur Lösung des Problems zu besprechen. Klar ist, dass es Auffangbecken auch in Icking selbst braucht, außerdem mehr Gullys. Nicht jede Straße verfüge zudem über eine „Anlage, die Wasser abführt“. Wie das Abwasserkanal-System eigentlich genau aussieht, wo es ausgebaut gehört und wo Schwachstellen sind, lässt die Gemeinde gerade eruieren.

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Kontrovers diskutiert wurde das Thema in der Sitzung nicht. Alle Fraktionen sind sich einig, dass etwas passieren muss. Vigdis Nipperdey (Ickinger Initiative) sagte: „Mein Gefühl ist, dass die Gemeinde bei Neubauten die Entwässerung nicht intensiv genug prüft.“ Problematisch ist zudem die Frage, wer eigentlich zuständig ist. „Die Abgrenzung macht Schwierigkeiten“, berichtete die Bürgermeisterin. Es sei rechtlich ungeklärt, wer etwa für Abhilfe sorgen muss, wenn wahre Sturzbäche sich über einen Maisacker auf die nächste Straße ergießen. Zudem – auch das wurde angesprochen – gibt es Hauseigentümer in Icking, die die Regenrinne, die sich an ihrem Dach befindet, einfach auf der Straße auslaufen lassen – anstatt sich um eine Abflussmöglichkeit zu kümmern. Ungeklärt ist ebenso, inwieweit Eigentümer mitzahlen müssen, wenn neue Kanäle gebaut werden. Allerdings, so Reithmann nach der Sitzung: „Es werden die wenigsten Bereiche sein, in denen die Anwohner beitragspflichtig sind.“

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