Eine Photovoltaikanlage unter blauem Himmel
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Strom aus der Sonne: Bei Walchstadt entsteht eine Freiflächen-Photovoltaikanlage. Schätzungsweise 514 Haushalte könnten dadurch mit Energie versorgt werden.

Photovoltaik-Projekt in Icking

Schon ab März: Sonnenstrom aus 2,6-Hektar-Anlage

  • vonAndrea Kästle
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Der Plan wirkt riesig - und er soll dabei helfen, mehr als 500 Haushalte mit Strom zu versorgen. In der Gemeinde Icking steht ein großes Energie-Projekt an.

Icking – Seit zweieinhalb Jahren geht es immer wieder darum – jetzt hat der Ickinger Gemeinderat einstimmig beschlossen, einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan für eine Freiflächen-Photovoltaikanlage östlich der A95 in Walchstadt aufzulegen. „Das ist der Startschuss, absolut“, meinte Bürgermeisterin Verena Reithmann (UBI) am Tag nach der Sitzung. Die Anlage soll auf einem 2,6 Hektar großen Privatgrundstück errichtet werden und auf 5000 Modulen jährlich 1,8 Millionen Kilowattstunden Strom erzeugen – das entspricht etwa dem Jahresenergieverbrauch eines Drittels der Ickinger Haushalte.

Kontrovers diskutiert wurde über das Vorhaben nicht mehr. Nur ein kurzes Thema war die Anfrage der Autobahndirektion. Sie hatte wissen wollen, ob durch die Anlage bei einem bestimmten Sonnenstand Autofahrer auf der A95 geblendet werden könnten. Ein in Auftrag gegebenes „Blendgutachten“, für das die Bauherren die Kosten übernehmen, ergab, dass dies nicht der Fall sein würde.

Bürgermeisterin unterschreibt noch in der Sitzung - und wünscht „350 Tage Sonne im Jahr“

Noch während der Sitzung unterschrieb Rathauschefin Reithmann den Durchführungsvertrag, den die Gemeinde parallel zur Aufstellung des Bebauungsplans mit den Vorhabenträgern geschlossen hat und den der Gemeinderat ebenfalls noch einmal durchgegangen war. „Jetzt kann es schnell gehen“, sagte Reithmann und wünschte den Betreibern, die hinten auf den Zuschauerstühlen saßen, „350 Tage Sonne im Jahr“.

Ein Vorhaben quasi doppelt, also per Durchführungsvertrag und Bebauungsplan zu regeln, ist durchaus üblich. Der Vertrag legt zusätzlich ein paar Dinge fest, die über einen Bebauungsplan nicht geregelt werden können. In dem Fall etwa, dass die Bauherren, sollte die Anlage eines Tages nicht mehr genutzt werden, die Module zurückbauen müssen. Dafür sind sie verpflichtet, ab dem elften Betriebsjahr Rücklagen zu bilden. Weiter gibt der Vertrag vor, dass die Erschließung der Baustelle über die Westseite der Autobahn erfolgen soll, wodurch Wadlhausen oder Walchstadt keine große zusätzliche Verkehrsbelastung hätte. Falls die Feuerwehr spezielle Ausrüstung brauchen sollte, um Einsätze vor Ort leisten zu können, so hat dafür ebenfalls der Bauherr zu sorgen.

Fläche unter der Anlage soll nutzbar bleiben

Das Grundstück wird nicht allein zur Stromgewinnung für schätzungsweise 514  Haushalte genutzt. Geplant ist, die Module in einem Gerüst zu verankern, sodass die Fläche darunter weiterhin verfügbar ist, etwa zum Heumachen. Es könnten dort auch Tiere weiden. Schon im ersten Quartal dieses Jahres kann die Anlage, wenn alles gut geht, in Betrieb genommen werden. Im September 2019 war das Vorhaben erstmals im Gemeinderat vorgestellt worden. Ehe die Räte grünes Licht für die Investition gaben, mit der jährlich gut 1000 Tonnen CO2 eingespart werden könnten, hatten einige ein ähnliches Projekt in Penzberg besichtigt. Andrea Kästle

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