Die Straßenbeleuchtung in Icking wird auf LED umgestellt.
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Die Straßenbeleuchtung in Icking wird auf LED umgestellt.

Angestrahlte Häuser sind Räten ein Dorn im Auge

Icking stellt Straßenbeleuchtung um

  • vonAndrea Kästle
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Icking – Schon seit einem Jahr ist klar, dass die Gemeinde Icking ihre Straßenbeleuchtung auf energiesparende LED-Technik umstellen will. Das Thema kam jetzt im Gemeinderat ein weiteres Mal zur Sprache, weil die Ickinger Initiative den allgemein formulierten Antrag gestellt hatte, „Maßnahmen zur Vermeidung von Lichtverschmutzung“ zu ergreifen.

Den Beteiligten ging es darum, dass offenbar in Icking immer mehr Hausbesitzer dazu übergehen, ihre Anwesen nachts schön hell anzustrahlen, als handle es sich um ein Baudenkmal. Vigdis Nipperdey meinte in der Sitzung, an der der Gemeinderat wieder in voller Besetzung und nicht im Corona-Schrumpfmodus teilnahm (siehe Bericht rechts oben): „Das ist eine Modeerscheinung, die in letzter Zeit eingerissen ist. Wir sollten die Leute aufklären und darauf hinweisen, dass es der Natur schadet und für Insekten unbekömmlich ist, wenn man sein Haus derart illuminiert.“

Darüber war sich das Gremium vollkommen einig. Es solle nachts in der Gemeinde nur so hell sein, dass die Sicherheit auf den Straßen und Gehsteigen gewährleistet ist. Weder sollen Lampen blau scheinen, weil blaues Licht Insekten anzieht, noch soll unnötig Helligkeit verbreitet werden. Georg Linsinger (UBI) meinte, man solle Bauwerber auf Faltblättern von vornherein darauf hinweisen, dass die Gemeinde insgesamt sparsam sein wolle, was Licht in der Nacht angeht.

Die Diskussion drehte sich aber auch darum, wie die Gemeinde ihre rund 320 Straßenlampen genau umrüsten will, um künftig – was theoretisch möglich wäre – 60 000 Kilowattstunden Strom im Jahr einzusparen. Auch hier waren sich alle Beteiligten fraktionsübergreifend einig: Man wolle so viel wie möglich einsparen. Sobald es dunkel wird in Icking sollen die Straßen unterschiedlich stark ausgeleuchtet werden – je nachdem eben, wie wichtig sie sind. Überlegt wurde auch, dass es sinnvoll sein könnte, das Licht in den verschiedenen Straßen zu fortschreitender Stunde herunterzudimmen. Gewünscht ist also: eine „sparsame und insektenfreundliche“ Beleuchtung, die zudem „situationsbedingt geregelt“ werden soll.

Klar ist, das erklärte Bürgermeisterin Verena Reithmann (UBI) nach dem Abend, dass die Masten und auch Lampenköpfe beibehalten werden können. Es wird sich also das äußere Erscheinungsbild der Ickinger Straßenränder nicht ändern. Ausgetauscht werden nur die Leuchtmittel, und zwar vom Bayernwerk, dem die Laternen auch gehören. 120 000 Euro hat die Gemeinde heuer und im nächsten Jahr für das Projekt beiseitegelegt, 30 Prozent kommen zusätzlich über Fördermittel herein.

In der Sitzung wurde noch festgelegt, dass die Bürger zunächst aufgeklärt werden sollen, wie ein umweltfreundlicher Umgang mit Licht genau aussieht. Sollte das überhaupt keine Wirkung zeigen, könnte man laut Vigdis Nipperdey überlegen, Vorgaben zur Beleuchtung des Eigenheims auch in die Ortsgestaltungssatzung aufzunehmen. „Geben wir aber doch erstmal den Bürgern die Chance, Einsicht zu zeigen“, meinte sie.

ak

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