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Dreharbeiten mit Rüdiger Lorenz in der Freitagsmoschee.

Filmbeitrag "Schätze der Welt"

Tausend Jahre islamische Kunst

Icking – Der Ickinger Filmemacher Rüdiger Lorenz drehte für die Reihe „Schätze der Welt“ in der Stadt Isfahan. Der Film wird am Sonntag, 13. Dezember, auf 3sat ausgestrahlt.

Der Muezzin ruft zum Mittagsgebet. In der beinahe tausend Jahre alten Kuppelhalle Nizam al-Molk versammeln sich einige hundert Menschen. Während sie sich vor einem aufwändig mit Kacheln verzierten Mihrab gen Mekka verneigen, passiert nur wenige hundert Meter entfernt Unerwartetes: In einer Synagoge – es gibt vier davon – lesen Juden aus der Thora. Und über dem Fluss, im armenischen Viertel, feiern Christen das 20-jährige Jubiläum ihres Bischofs. Mit 13 Kirchen ist Isfahan seit Jahrhunderten so etwas wie eine multireligiöse Stadt. Der Ickinger Filmemacher Rüdiger Lorenz hat für die Fernseh-Reihe „Schätze der Welt – Erbe der Menschheit“ dort gedreht. Gezeigt wird der Beitrag am Sonntag, 13. Dezember, um 19.40 Uhr auf 3sat.

Rüdiger Lorenz besuchte zusammen mit seiner Frau Faranak Djalali (einer gebürtigen Isfahanerin) im August 2015 während des Ramadan die älteste und vielleicht schönste Moschee des Iran: die Freitagsmoschee. Sein Film nähert sich dem Welterbe um vier Uhr früh. Zum Morgengebet sind nur einige Dutzend Männer und Frauen in den riesigen Innenhof gekommen. Letztere verfolgen die Predigt hinter einem Vorhang, doch den hat der Wind beiseite geblasen. Noch lässt sich im schwachen Licht die Pracht der mit Kachelfayence und Stuckornamentik verschwenderisch geschmückten Fassaden nur erahnen. Dann geht über dem weitläufigen Lehmdach mit seinen Kuppeln und Minaretten die Sonne auf. Es ist der 19. Tag des Ramadan. „Der Tag an dem Ali, der umstrittene Nachfolger des Propheten ermordet wurde und der Konflikt zwischen Sunniten und Schiiten begann“, erläutert Lorenz. Im riesigen Innenhof werden Teppiche ausgerollt. Tausende kommen in die Moschee. Nach Gesang und Gebet werden zum „Fastenbrechen“ Tee und Datteln gereicht. In der Kühle des Abends wird die Moschee zum Treffpunkt der halben Stadt. Bis zum Morgen dauert die Feier.

Der Ickinger will mit seinem Beitrag die islamische Welt von ihrer friedlichen Seite zeigen. „Der Film zeigt die Freitagsmoschee in Isfahan, das intensive religiöse Leben, das nicht – wie häufig im Iran – von politischer Agitation geprägt ist, sondern allein vom Glauben.“ Die Masse findet den Weg in die Moschee aber eher selten. Anders sieht es während des Ramadan aus. Das ist dann wie „Kirche an Weihnachten“. 

red

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