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Sponsor und Sportmäzen: Mountainbike-Spezialist Sepp Willibald (li.) vom Arzbacher Radsportgeschäft „Doschauher“ unterstützt den Lenggrieser Nachwuchssportler Thomas Kletzenbauer mit einem Acht-Kilo-Bike und einem Sponsorenpaket im Wert von insgesamt 3000 Euro. 

Blomberg, Aueralm, Olympia

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Icking - Thomas Kletzenbauer (16) ist einer der talentiertesten MTB-Cracks Bayerns.

Der Realschulabschluss ist bewerkstelligt, und die Lehrstelle bei dem Maschinenbau-Unternehmen Hawe in Sachsenkam gefunden. Insofern ändert sich das Leben von Thomas Kletzenbauer grundlegend. „Um 6.30 Uhr muss ich auf der Matte stehen, das ist schon was anderes als die Schule“, meint Kletzenbauer. Doch eine Konstante im Leben des 16-Jährigen aus Schlegldorf ist geblieben: das Mountainbiken. Im Cross-Country (CC), Marathon und Uphill zählt er zu den talentiertesten Nachwuchs-Bergradlern im Freistaat.

Den Grundstein für die Passion zum Pedalieren legten die Eltern. „Die haben mich schon früh auf ihre Touren mitgenommen. Auch im Urlaub am Gardasee war das Mountainbiken die Hauptattraktion“, erzählt Kletzenbauer, der auch Bindungen zum Nordlandkreis hat: Seine Oma wohnt in Icking. Ernst wurde es für den Isarwinkler im Alter von zehn Jahren. „Das Blomberg-Rennen war meine Wettkampfpremiere.“ Damals im Trikot der Isarwinkler Radsportfreunde (IRSF), bei denen er noch immer Mitglied ist. Für die Radsportfreunde fuhr er jahrelang im Kids-Cup von Erfolg zu Erfolg, einer Rennserie für den Nachwuchs. Der erste große Triumph stellte sich 2014 ein: Kletzenbauer gewann die Serie in der U 17.

Bei Wettkämpfen streift sich der Youngster inzwischen das grün-weiße Trikot der Equipe Velo Oberland über. „Wenn man vorne dran bleiben will, muss man sich eben früh mit Gleichaltrigen messen“, weiß Kletzenbauer und die gab es seinerzeit bei den IRSF nicht in diesem Umfang. Bei der Holzkirchner Rad-Equipe nahm ihn Trainer Pierrick Ethoin unter die Fittiche. Der wollte das MTB-Ass auch fürs Rennrad begeistern – mit mäßigem Erfolg. „Meine Stärken sind die Ausdauer bergauf und die Technik auf schwierigen Trails“, sagt Kletzenbauer.

Das zeigte der Lenggrieser bei den beiden Saisonhöhepunkten. Bei der Deutschen CC-Meisterschaft im unterfränkischen Wombach wurde er 22. in der U 19-Klasse. Gar aufs Stockerl kraxelte Kletzenbauer bei der Bayerischen in Grafenau: Die Bronzemedaille war eine schöne Belohnung für Trainingsfleiß und Tempohärte im Rennen. Um an der Form zu feilen, fährt Kletzenbauer die hiesige Bergwelt ab: Blomberg, Aueralm, fürs Grundlagentraining im Frühjahr die lange Runde ums Karwendel.

Kletzenbauers Blick richtete sich kürzlich aber über den lokalen Horizont. Zum Abschluss der Olympischen Spiele in Rio stieg am Sonntag das MTB-Rennen. Hier drückte er Nino Schurter die Daumen. Der Schweizer Ausnahme-Biker ist fünffacher Cross-Country-Weltmeister und hat bereits zwei olympische Medaillen – Silber und Bronze – im Trophäenschrank. Die Unterstützung aus der ferne half: Schurter gewann das fehlende Gold.

„Ja, Olympia, das wär’ was. Und eine Profi-Karriere“, sagt Kletzenbauer versonnen. Doch vorerst spielt die Musik weiterhin im Oberland und knapp dahinter: Am Sonntag gings’s zum Zwölferhorn-Marathon ins Salzburger Land.

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