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Verstehen sich als Vermittler: (v. li.) UBI-Chef Dr. Georg Linsinger, Bürgermeisterkandidatin Verena Reithmann und Gemeinderätin Claudia Roederstein.

Nach hitzigen Auseinandersetzungen

Unabhängige Bürgerliste will die  Diskussion über 5G  versachlichen

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Icking ist derzeit gespalten: Die einen verteufeln den Mobilfunkstandard 5G, die anderen bemühen sich um einen Kompromiss, um den die Gemeinde sowieso nicht herumkommen wird. 

Icking – In der Diskussion um die Einführung des umstrittenen Mobilfunkstandards 5G scheint der Graben, der sich durch Icking zieht, mittlerweile so breit zu sein, dass er sich selbst mittels der modernsten Funktechnologie nur noch schwer überwinden lässt. Harsche Töne, Anfeindungen, ja sogar persönliche Drohungen kennzeichnen in der Gemeinde aktuell den Umgang miteinander. Die Unabhängige Bürgerliste (UBI) möchte den Dialog wieder versachlichen.

Generell sieht die Bürgerliste derzeit nicht die Notwendigkeit von 5G im Gemeindegebiet. Die beworbenen Features „wie autonomes Fahren und Industrie 4.0 spielen in Icking derzeit keine Rolle“, meint UBI-Chef Dr. Georg Linsinger. Dazu müssten in der Flächengemeinde sehr viele Antennen aufgestellt werden. „Wir verstehen die Angst, die dahinterliegt. Und wir wissen, dass es schwierig ist, einen Kompromiss zu finden. Aber letztlich müssen wir einen finden, und der wird beiden Seiten wehtun.“ Zu behaupten, man könne 5G verbieten, sei populistisch: „Wir können das nicht.“ Die privaten Telekommunikationsfirmen dürften auf ihre Masten, auf deren Genehmigung sie einen gesetzlichen Anspruch haben, „bauen, was sie wollen“.

Das Ziel in Icking sollte sein, die Masten auf den schon vor Jahren ausgewiesenen Konzentrationsflächen, darunter die aktuell emotional diskutierte am Sportplatz, so anzusiedeln, dass die Strahlenbelastung in den Siedlungen möglichst gering, das Mobilfunknetz zugleich möglichst gut ist. Linsinger: „Es ist besser, vom Sportplatz und vom Gregoriweg aus von außen nach Icking hinein zu strahlen, so eine größere Fläche abzudecken und damit die Strahlenbelastung insgesamt deutlich zu senken – im Vergleich zur Belastung durch die Antennen im Innenbereich.“

Ausgangspunkt der ganzen Diskussion um 5G sei der „ungesteuerte Wildwuchs“ von Masten an ausgesprochen ungünstigen Standorten an der B11 gewesen, sagt Verena Reithmann, die ihre UBI-Kollegin Margit Menrad als Rathauschefin beerben möchte. Die Strahlung knalle dort „von unten gegen den Hang“. Auf längere Sicht würde man mit einer Ansiedlung der Masten auf den Konzentrationsflächen, auch wenn sie noch aufgestockt werden, „eine deutlich bessere Situation erzielen, als wir sie jetzt haben“.

Am kommenden Montag prüft der Gemeinderat die Zulässigkeit des Bürgerbegehrens Mobilfunk. Dabei gehe es um eine „reine Rechtsfrage nicht um eine politische Entscheidung“, so Reithmann. Doch nur wenn das Bürgerbegehren unzulässig ist, „kann die Gemeinde noch Einfluss nehmen auf die Standorte der Masten im Sinne einer bestmöglichen Strahlenminimierung“.

Reithmanns Vorstandskollegin Claudia Roederstein verweist auf „das „Dilemma, in dem wir Gemeinderäte, die Bürgermeisterin und die Verwaltung stecken. Wir sind die ersten Ansprechpartner, und sollen nun sagen: ,5G – nein danke‘. Doch das ist uns nicht möglich.“ Man könne nur die Kräfte bündeln. Deshalb, so die stellvertretende UBI-Vorsitzende, „wollen wir den Bürgern die Möglichkeit anbieten, uns per Mail oder Brief ihre Sorgen und Bedenken bezüglich 5G und Mobilfunk mitzuteilen. Wir sammeln alles und verfassen ein dementsprechendes Schreiben an Wirtschaftsminister Aiwanger, an Ministerpräsident Söder, den Landrat und die Landtags- und Bundestagsabgeordneten, die wir hier haben“ – also Hans Urban, Martin Bachhuber, Florian Streibl, Alexander Radwan und Andreas Wagner. Das Thema besitze landkreisweite Bedeutung, betreffe alle Gemeinden, ergänzt Roederstein. Sie wünscht sich einen vom Landratsamt organisierten Bürger-Infoabend mit Huber Aiwanger, „falls er nicht ins kleine Icking kommen möchte“.

Zum selben Thema: Icking:5G-Befürworterin massiv bedroht

Denn natürlich würde die UBI den Wirtschaftsminister auch gerne in die Gemeinde einladen, um sich den Fragen zu stellen. Von Aiwanger möchte Verena Reithmann dann unabhängig von 5G ein paar generelle Punkte geklärt haben. Es könne nämlich nicht sein, sagt die Bürgermeisterkandidatin, dass in Deutschland zehnmal höhere Strahlengrenzwerte gelten als in anderen europäischen Ländern. „Und wenn wir über Strahlenminimierung reden, haben wir immer noch kein klares System, das uns vor dem Mehrfachausbau schützt. Die drei verschiedenen Anbieter müssen sich in einem Roamingverfahren ein oder zwei Masten teilen.“ Drittens, so Reithmann, dürfe die für alle gesundheitlich bestmögliche Standortlösung nicht abhängig sein von Gemeindegrenzen.  

peb

Info

Bedenken und Fragen der Bürger zu 5G sammelt die UBI ab sofort unter der E-Mail-Adresse info@ubi-ec.de. Briefe gehen an die Adresse von Verena Reithmann, Am Rauschergraben 2, 82057 Icking.

Lesen Sie auch: 5G-Infoabend stößt auf gewaltige Resonanz

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