Kästen mit Nistmaterial: LBV-Vorsitzender Walter Wintersberger und Karin Enders vor dem Rewe-Markt.
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Kästen mit Nistmaterial: LBV-Vorsitzender Walter Wintersberger und Karin Enders vor dem Rewe-Markt.

LBV-Kreisgruppe bringt Nistkästen für Mauersegler an

Vögel auf Wohnungssuche kriegen Unterstützung

  • Sabine Hermsdorf-Hiss
    vonSabine Hermsdorf-Hiss
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Für den kleinen Vogel ist immer seltener Platz: Mauersegler haben es schwer, Wohnraum zu finden. In Icking sind nun zehn Wohnungen entstanden - mit Aussicht.

Icking – Eigentlich ist er der ideale Untermieter. Er nutzt seine Wohnung nur von Ende April bis August, den Rest des Jahres zieht es ihn nach Afrika: der Mauersegler. Seinen Namen erhalten hat der nur etwa 38 Gramm schwere Vogel, weil er sich mit seinen kurzen, krallenartigen Füßen sogar an senkrechten Wänden festhalten kann. Kein Wunder also, dass er auch gerne in Hohlräumen möglichst weit oben brütet.

Zehn Nistkästen bieten am Rewe-Markt eine Brutmöglichkeit

„Und dabei wollen wir ihm helfen“, sagt der Vorsitzende des Landesbunds für Vogelschutz (LBV) im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen, Walter Wintersberger. „Und zwar in Form von zehn Nistkästen.“ Diese wiederum wurden unter dem Dach des 2019 eröffneten Rewe-Markts in Icking installiert. „Wir sind sehr dankbar, dass sie sofort zugestimmt haben. Wir haben quasi offene Türen eingerannt.“

Viele Brut- und Schlafplätze gehen verloren“

LBV-Chef Walter Wintersberger

Denn dass es für den Mauersegler, der gerne in Kolonien brütet, immer schwieriger wird, geeignete Plätze zu finden, liegt auf der Hand. „Gebäudesanierungen und -dämmungen gehen oft zu Lasten dieser Tiere“, erklärt Wintersberger. „Viele Brut- und Schlafplätze gehen so verloren.“ Der Mauersegler aber ist ein standorttreuer Vogel, der Jahr für Jahr den gleichen Nistplatz aufsucht.

Auch Fledermäuse profitieren von den Kästen

Und auch für weitere Nachbarn ist bereits gesorgt. „Die Kästen werden mit einem kleinen Abstand zur Holzverschalung angebracht“, sagt Karin Enders, die im Vorfeld mit dem Zollstock die Abstände ausgemessen hat. „So können sich hier auch Fledermäuse ansiedeln.“

Nun hoffen die beiden engagierten Vogelschützer, dass der Mauersegler die neuen Quartiere unter dem Dach möglichst schnell entdeckt und annimmt. sh

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