+
Großer Moment: Am Freitag enthüllte Zweiter Bürgermeister Dr. Peter Schweiger (re.) die neuen Straßenschilder im Beisein von Prof. Marita Krauss und Erich Kasberger (2. und 3. v. re.), die den Arbeitskreis zur Erforschung der Icking er Straßennamen geleitet hatten. An der kleinen Zeremonie nahmen auch einige Weggefährten von Else Rosenfeld teil, etwa Max Patiel (li.) aus Wolfratshausen, der mit ihren Kindern Peter und Hanna noch zur Schule gegangen war

Straßenumbenennung in Icking

Warum aus dem Rosenfeld-Weg der Else-Rosenfeld-Weg wurde

  • schließen

Icking - Beim Wort „Rosenfeld“ denken die meisten wohl an eine Blumenwiese, aber die wenigsten an Else Rosenfeld, Historikerin, Sozialarbeiterin und Verfolgte des NS Regimes. Dieser tapferen Frau ist aber der Rosenfeld-Weg in Walchstadt gewidmet. Deshalb wurde jetzt der Vorname hinzugefügt. 

Icking – „Überfällig“ nannte Zweiter Bürgermeister Dr. Peter Schweiger das, was die Gemeinde am Freitagvormitttag in Walchstadt vollzog: Sie taufte den Rosenfeld-Weg in Else-Rosenfeld-Weg um. Durch die Hinzufügung des Vornamens soll deutlich gemacht werden, dass der Straßenname keine botanische Bezeichnung darstellt, sondern an eine bemerkenswerte Frau erinnert, nämlich die Historikerin, Sozialarbeiterin und Verfolgte des NS-Regimes Else Rosenfeld (1891 - 1970). „Es wurde Zeit, das Missverständnis auszuräumen“, fand Schweiger.

Mit der Umbenennung folgt Icking der Empfehlung des Arbeitskreises, der – ausgehend von der Debatte über den Wenzberg – sieben Straßennamen untersucht hatte, deren Namensgeber in der NS-Zeit gelebt hatten. Die Leiterin des Arbeitskreises, die Historikerin Prof. Marita Krauss, rief die Bedeutung von Else Rosenfeld in Erinnerung: „Sie half anderen, ohne an die eigene Gefährdung zu denken.“ In ihrem Buch „Ich stand nicht allein“ habe die gebürtige Berlinerin dargestellt, wie sie in Icking Schutz erfahren habe. Historiker Erich Kasberger, ebenfalls Leiter des Arbeitskreises, verdeutlichte, welches Risiko vor allem Bürgermeister Johann Pischeltsrieder durch seine Hilfe einging. Die Anfeindungen durch die Familie Wenz, die dem Nationalsozialismus nahestand, habe sich „im Rahmen gehalten“.

Claudia Roederstein, Mitglied im Arbeitskreis, zitierte aus dem Buch von Else Rosenfeld: „Icking war für mich ein schönes buntes Märchen, das nur gelegentlich Trübungen erfuhr.“ Von den Anwohnern des Else-Rosenfeld-Wegs ließ sich niemand blicken. Einige hatten wegen der drohenden bürokratischen Umstände gegen die Umbenennung protestiert.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Isar-Kaufhaus in Wolfratshausen: Jetzt ist klar, wann der Abriss beginnt 
Das ehemalige Isar-Kaufhaus in Wolfratshausen darf abgerissen werden, das Landratsamt hat den Antrag genehmigt. Jetzt steht dafür ein Datum fest. 
Isar-Kaufhaus in Wolfratshausen: Jetzt ist klar, wann der Abriss beginnt 
So herzlich wurde Josef Birzele verabschiedet
Nach 27 Jahren als Leiter der Jugendsiedlung Hochland wurde Josef Birzele am Freitag mit allen Ehren verabschiedet. Den 150 Gästen fiel es offenbar nicht leicht, …
So herzlich wurde Josef Birzele verabschiedet
Nach Unfall auf B11: 86-jähriger Radfahrer erliegt seinen Verletzungen
Der 86-jährige Geretsrieder, der Samstagvormittag in einen Unfall auf der B11 in Höhe der Tankstelle „Krenn“ verwickelt war, ist in Folge seiner schweren Verletzungen im …
Nach Unfall auf B11: 86-jähriger Radfahrer erliegt seinen Verletzungen
Nach Reeh-Antrag: Modell des Geretsrieder Zentrums wird aktualisiert 
Stadtrat Volker Reeh setzt sich mit seinem Antrag durch: Das Bauklötzchen-Modell des Stadtzentrums wird an die Gegenwart angepasst.
Nach Reeh-Antrag: Modell des Geretsrieder Zentrums wird aktualisiert 

Kommentare