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In puncto Strahlenschutz sensibel: Peter Lang (42), seit Sommer 2019 Leiter der Grundschule in Icking. 

Streit um Strahlenbelastung

Icking: Warum es an der Grundschule langfristig kein WLAN geben wird

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Strahlenbelastung ist in Icking seit geraumer Weile ein brisantes Thema. Fest steht: An der Schule wird es eine Kabelverbindung geben, WLAN ist nur provisorisch denkbar. 

Icking – Der Streit um den Ausbau der neuen Mobilfunkgeneration 5G ist in der Isartalgemeinde kürzlich eskaliert. Eine Bürgerin, die ein Grundstück am Sportplatz für einen Funkmasten zur Verfügung stellen wollte, erhielt eine telefonische Morddrohung und zog ihr Angebot daraufhin zurück. Auch die Ickinger Grundschule ist jetzt Gegenstand der kontroversen Debatte.

Bei der Podiumsdiskussion unserer Zeitung mit den Bürgermeister-Kandidatinnen Laura von Beckerath-Leismüller (Grüne), Dr. Beatrice Wagner (SPD), Cornelia Zechmeister (PWG) und Verena Reithmann (UBI) im Vereineheim Dorfen meldete sich die Mobilfunk-Kritikerin Dr. med. Nina Pszolla zu Wort. Sie wollte von dem Damen-Quartett wissen, ob es die Grundschulkinder bewusst einer Strahlengefahr aussetzen würde. Konkret: Billigt die künftige Rathauschefin die Einrichtung eines kabellosen Netzwerks, kurz WLAN, in der Grundschule? Tenor der Gefragten: Bevor so eine Entscheidung falle, würden sie das Gespräch mit dem Schulleiter suchen. Das hat unsere Zeitung getan.

Derzeit gibt es kein WLAN an der Schule

„An der Grundschule gibt es derzeit kein WLAN“, schickt Peter Lang voraus. Genau genommen verfüge die Grundschule über gar keinen Internetzugang. Ja, sagt der 42-Jährige, die Schaffung eines WLAN-Netzes sei geplant, doch der Schulleiter betont, dass dies nur eine Übergangslösung sein soll. Für eine Schule sei das Internet unverzichtbar, doch eine Kabelverbindung ins Netz sei in seinen Augen ausreichend. „Langfristig ist hier bei uns kein WLAN nötig“, meint der Penzberger.

Derzeit mache die Verkabelung der Klassenzimmer keinen Sinn. Ins Auge gefasst sei die energetische Sanierung der Schule, die Ende des Jahres als Ganztagsschule geführt werden soll. Noch stehe nicht fest, ob und in welchem Umfang Umbauten oder Erweiterungen notwendig werden. Vor diesen Entscheidungen Kabelverbindungen im Gebäude zu installieren, erscheint Lang nicht zielführend. „Wir arbeiten in diesem Zusammenhang eng mit der Gemeinde zusammen“, erklärt der Schulleiter. Das heißt unterm Strich: Temporär wird ein passwortgeschütztes WLAN-Netzwerk eingerichtet – auf dessen Nutzung Lang ein waches Auge werfen will. „Ich bin in puncto Strahlenschutz durchaus sensibel.“

Das Internet gehört zur Lebenswirklichkeit der Grundschüler

Doch Lang ist auch Pragmatiker. Das Internet gehöre inzwischen zur Lebenswirklichkeit von Grundschülern. Nicht zu vergessen: An der Ickinger Grundschule sind vor geraumer Zeit sogenannte Whiteboards für alle Klassenräume angeschafft worden, die ihren wirklichen Zweck erst im Zusammenspiel mit dem Internet erfüllen. Lang weist darüber hinaus auf Lernsoftware und Erklärvideos im Netz hin, die Lehrer für einen zeitgemäßen Anschauungsunterricht einsetzen. Damit nicht genug: „Wir wollen unseren Schülern auch die richtige Mediennutzung erklären“, so der 42-Jährige. Ohne Internetzugang entlockt ein solches Bemühen den Digital Natives, der Generation Internet nur ein müdes Lächeln.

Lesen Sie auch:5G-Befürworterin massiv bedroht

„Die Sensibilisierung für das Thema ist bei mir und im Kollegium hoch“, unterstreicht Lang. Je schneller der Startschuss für die Schulsanierung falle, desto kürzer sei die kabellose Zeit. Und wann fallen die Würfel? Diese Frage wird die nächste Ickinger Bürgermeisterin gemeinsam mit dem neuen Gemeinderat beantworten. Fest steht: Gewählt wird am 15. März. cce

In Icking herrscht Fassungslosigkeit. Mehrere Wahlplakate wurden beschädigt, doch dann folgte der traurige Höhepunkt um Plakate von Bürgermeisterkandidatin Cornelia Zechmeister.

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