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Noch klingt der Rosenfeldweg nach Botanik. Bald soll klar werden, dass er nach der berühmten Sozialarbeiterin und Schriftstellerin Else Rosenfeld heißt. 

Gemeinderat beschließt Umbenennung

Warum der Rosenfeldweg jetzt Else-Rosenfeld-Weg heißen soll

Der Rosenfeldweg im Ortsteil Walchstadt erhält einen neuen Namen. Es geht nämlich gar nicht um Rosen, sondern um eine bekannte deutsche Sozialarbeiterin und Schriftstellerin. 

Icking – Nach den Recherchen zu den Ickinger Straßennamen wollte der Gemeinderat eigentlich zwei Namen ändern. Doch die Anhörung der Anlieger und eine längere Debatte in der Sitzung des Gemeinderats am Montag ergaben, dass nur ein Name korrigiert wird: Der Rosenfeldweg heißt künftig Else-Rosenfeld-Weg.

Der Gemeinderat hatte nach Bekanntwerden der nationalsozialistischen Vergangenheit des Namenspatrons des Wenzbergs, Paul Wenz, beschlossen, einen Arbeitskreis (AK) einzurichten. Er sollte bei seinen Recherchen alle personenbezogenen Straßennamen untersuchen, deren Namensgeber während der NS-Zeit wirkten.

Nachdem die Untersuchungsergebnisse vorlagen, wollte der Gemeinderat zwei Straßennamen ändern, allerdings nicht wegen nationalsozialistischer Verstrickungen der Namensgeber, sondern weil die Namen nicht korrekt sind. Der Rosenfeldweg sollte in Else-Rosenfeld-Weg umbenannt werden, damit deutlich wird, dass er der verfolgten jüdischen Sozialfürsorgerin und Historikerin Dr. Else Behrend-Rosenfeld (1891 bis 1970) gewidmet ist. Der Geheimrat-Heindl-Weg sollte zum Robert-Heindl-Weg werden. Der Kriminologe Heindl (1883 bis 1958) war Legationsrat, der Titel Geheimrat wurde ihm nie verliehen.

Vor der Entscheidung wurden die Anwohner gehört. Wie Bürgermeisterin Margit Menrad in der Ratssitzung berichtete, haben sich fünf von elf Anliegern gegen die Umbenennung des Rosenfeldwegs ausgesprochen. Begründet worden sei dies damit, dass die Änderung mit erheblicher Arbeit verbunden sei, da die neue Adresse Familie, Kunden, Freunden und Versicherungen mitgeteilt werden müsste. Die Abänderung des Geheimrat-Heindl-Weges habe sogar mehr als die Hälfte der Anwohner abgelehnt.

Der Geheimrat-Heindl-Weg behält seinen Namen 

Die Mehrheit der Gemeinderäte wollte dennoch nicht auf die Umbenennung des Rosenfeldwegs verzichten, wie in der Diskussion deutlich wurde. Mit der Beibehaltung des Geheimrat-Heindl-Weges hatten sie aber kein Problem. Vigdis Nipperdey (Ickinger Initiative) schilderte, dass der damalige Gemeinderat gegen Rosenfelds kompletten Namen auf dem Straßenschild war, „Rosenfeld“ sei ein Kompromiss gewesen. „Da hat sich was geändert, das finde ich gut“, meinte sie.

Matthias Ertl (PWG) fand, dass mit der Korrektur bewusst außer Kraft gesetzt werden würde, was der Gemeinderat damals beschlossen habe. Ratskollege Georg Frech (CSU) wollte beide Straßennamen beibehalten. „Wenn wir die Umbenennung des Rosenfeldweges ablehnen, dann war vieles umsonst“, stellte aber Claudia Roederstein (UBI) klar. Mehrere Gemeinderäte plädierten dafür, mit der Korrektur des Rosenfeldweges ein Zeichen zu setzen. Persönlichkeiten als „botanische Namen“ abzutun passe nicht zum Jahr 2018. Das wäre ein Armutszeugnis, hieß es.

Zum Geheimrat-Heindl-Weg berichtete Dr. Peter Schweiger (PWG), dass der Name in Irschenhausen eingeführt sei. Hier müsse man den emotionalen Aspekt sehen. Christian Mielich (SPD) sprach sich hingegen für eine sachliche Bewertung aus. „Wer ein Problem damit hat, kann ja das Wort Geheimrat bei Briefen in Anführungszeichen setzen“, scherzte Roederstein.

Eine Umbenennung des Geheimrat-Heindl-Wegs wurde mit drei zu zwölf Stimmen abgelehnt. Beim Rosenfeldweg sprachen sich dagegen die Mehrheit (13 zu zwei Stimmen) für eine Korrektur des Straßennamens aus. Yvonne Zuber

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