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Ein Großbrand zerstörte im Juli dieses Jahres die ehemalige Reitschule in Icking, zwei Menschen starben. Jetzt liegt für das Areal ein Nutzungskonzept vor. Der Gemeinderat lehnte es in Bausch und Bogen ab. 

Pläne von Eigentümer Johann Abfalter

Was an die Stelle der abgebrannten Reithalle kommen soll

Ein Inferno mit zwei Toten war der Brand am Ickinger Isarweg im Juli. Jetzt ist klar, was Eigentümer Johann Abfalter an die Stelle der Ruine setzen will: eine dreigeschossige Wohnanlage. 

Icking – Überdimensioniert und unausgegoren: Eine Abfuhr erteilten die Ickinger Gemeinderäte in der Montagssitzung dem neuen Gesamtkonzept für das Areal rund um die abgebrannte ehemalige Reitschule. Besonders die Pläne für das südliche Grundstück missfielen den Räten. Nach den Vorstellungen des Eigentümers Johann Abfalter sollen dort in dreigeschossiger Bauweise 44 Wohnungen entstehen, davon 23 unter 50 Quadratmetern sowie 21 mit über 50 Quadratmetern.

„Wir reichen Ihnen den Finger und Sie nehmen die ganze Hand“, sagte Christian Mielich (SPD) an die Adresse des Eigentümers. Bereits im Mai hatte Abfalter seine Pläne für den nördlichen Bereich des Areals vorgestellt. Dem waren die Räte noch aufgeschlossen gegenübergestanden. Nach dem Reithallenbrand im Juli soll nun aber das gesamte Areal überplant werden, da im südlichen Bereich die Gebäude vollständig zerstört wurden.

Auf dem südlichen Grundstück wäre nach der neuen Planung neben der großen Wohnanlage mit Tiefgarage ein Haus zur Unterbringung eines Kindergartens vorgesehen sowie ein Lagerbereich mit späterer Umnutzung in eine kleinere Abfüllanlage für in Icking gewonnenes Heilwasser (wir berichteten). Auf dem nördlichen Grundstück würde ein Bürogebäude mit Erd-, Ober--, Dach- und Kellergeschoss inklusive Tiefgarage für 31 Stellplätze entstehen. Im westlichen Teil wären auf zwei Ebenen sowie im Dachgeschoss Büroräume für eine Firma geplant und im östlichen Teil noch zusätzliche Büroräume sowie ein Veranstaltungsraum mit 140 Quadratmetern. Auch ein Verkehrskonzept mit einer möglichen Ampelregelung wurde vorgelegt.

Lesen Sie auch: So geht es mit der Brandruine weiter

Die Planung stieß jedoch auf Ablehnung. Die Bebauung war den Räten zu massiv in Höhe und Länge – obwohl Bürgermeisterin Margit Menrad betonte, dass es sich nur um einen ersten Vorschlag handle. „Die Tiefgarage ist der einzige Ansatz im südlichen Bereich, den ich gut finde“, sagte Verena Reithmann (UBI) unverblümt. „Ein Kessel Buntes“, urteilte Vigdis Nipperdey (Ickinger Initiative) über die Pläne. Sie habe besonders mit den verschiedenen Nutzungen auf dem Gelände ein Problem. „Bürogebäude, Kindergarten, Wohnbebauung und Industrieanlage, wie soll das mit einer Ampel funktionieren?“, fragte sie. Christian Mielich kritisierte, dass der Bauwerber mit am Tisch sitze und zudem ein dreigeschossiges Haus einbringe, „was sich sonst kein Bauwerber in Icking erdreisten kann“. Es handle sich hier um ein riesiges Bauvorhaben in sensibler Lage. Die Planung entspreche in keinster Weise dem Stil, dem man sich in Icking verschrieben habe. Die Huberwiese sei damals von den Bürgern auch abgelehnt worden, erinnerte Mielich. Dr. Otto Güllich ergänzte, „dass Herr Huber aber nicht für sein Projekt werben durfte“. Er monierte zudem eine „unsensible Vorgehensweise“ wie bei der Huberwiese.

Abfalter bemühte sich darzulegen, dass man mit der Planung der Gemeinde entgegenkommen wolle. Der Kindergarten suche ein neues Zuhause, es fehle an bezahlbaren Wohnungen, zudem würde die Gemeinde ein Erstvermietungsrecht für einen Großteil der Wohnungen erhalten. Auch könne er sich nur 30 bis 35 Wohnungen vorstellen, die dafür größer und auch für Familien geeignet wären. Auch die Erschließungskosten würde der Bauherr tragen.

Überzeugen konnte Abfalter die Räte damit nicht. Bürgermeisterin Menrad bilanzierte, dass man sich eine Wohnbebauung grundsätzlich vorstellen könne, aber nicht in dieser Massivität und nur zweigeschossig mit Dachgeschoss. Die Räte waren sich mit Lisa Häberlein (SPD) einig, zum jetzigen Zeitpunkt noch keinen Beschluss zu fassen, auch keine Richtungsentscheidung. Schließlich, so Häberlein, handle es sich bei dem Areal um „das Tor von Icking zur Isar“. Yvonne Zuber

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