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Woran das Geothermieprojekt Dorfen gescheitert ist

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Von: Volker Ufertinger

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Bei der Meißelweihe im Juni waren sie alle zuversichtlich: (v. li.) Jorma Alanne (von der finnischen Firma Taaleri), Markus Wiendieck (Erdwärme Isar), Landrat Josef Niedermaier, Pfarrerin Sabine Sommer, Ickings Bürgermeisterin Margit Menrad, Pfarrer Albert Zott und Vize-Bürgermeister Dr. Peter Schweiger. © Foto: Erdwärme Isar

Der Fall Gelting hat sich wiederholt: Auch im Ickinger Ortsteil Attenhausen wurde zu wenig heißes Wasser für Geothermie gefunden. Die Anlage wird wohl zurückgebaut.

Icking/Berg – Es ist eine ernüchternde Nachricht für alle, die auf regenerative Energie setzen: Das Geothermieprojekt Dorfen im Ickinger Ortsteil Attenhausen entspricht nicht den Erwartungen. Die Arbeiten werden bis auf Weiteres eingestellt. Das hat das Unternehmen Erdwärme Isar in einer kurzen Pressemitteilung am Donnerstagnachmittag bekannt gemacht. „Obwohl die Reservoirtemperatur 140 Grad übersteigt, entspricht die Schüttung nicht den Erwartungen und den wirtschaftlichen Vorgaben“, schreibt Pressesprecher Jochen Schneider. Das heißt: Es gab nicht genügend heißes Wasser, das an der Oberfläche zu Strom hätte verarbeitet werden können. Weitere Maßnahmen werden laut Schneider mit den Behörden abgestimmt. Bürgermeisterin Margit Menrad hatte schon tags zuvor von Geschäftsführer Markus Wiendieck telefonisch erfahren, dass die Auswertungen abgeschlossen sind und die Ergiebigkeit weit unter den Erwartungen zurückbleibt. Nach seiner Auskunft ist ein Abbruch und ein vollständiger Rückbau nicht ausgeschlossen. Die endgültige Entscheidung soll im Januar fallen. „Das klang schon düster“, sagt Menrad. Sie veröffentlichte die Neuigkeit auf der Homepage der Gemeinde.

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Jetzt will die Rathauschefin abwarten, was im Januar endgültig herauskommt. Einen eventuellen Rückbau – der in einem städtebaulichen Vertrag geregelt ist – werde die Gemeinde ebenso begleiten wie sie es bei der Planung getan hat. Menrad fühlt sich an ein altes Sprichwort erinnert: „Die größten Enttäuschungen gibt es da, wo es auch die größten Erwartungen gab.“ Einst hieß es, es handle sich um Deutschlands größtes Geothermie-Projekt. „Und jetzt ist man bei Null.“ Damit scheint sich der Fall von Gelting zu wiederholen, wo man zwei Mal vergeblich nach heißem Wasser gebohrt hatte. Das Ickinger Projekt hatte viele Jahre Vorlauf gehabt, 2012 wurden die erste 3 D-Messungen durchgeführt. Eigentlich sollte auf einer Fläche von drei Fußballfeldern Strom für 60 000 Haushalte produziert werden. Investiert wurde ein mittlerer zweistelliger Millionenbetrag, hieß es bei der Meißelweihe Ende Juni.

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