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Im Zelt am Irschenhauser Weiher wird fleißig geprobt. Ab Donnerstag, 12. Juli, führt das Ensemble des Zelttheaters das Stück „Schrottengel“ vor Zuschauern auf.  

Premiere am 12. Juli

Worum es im neuen Stück des Zelttheaters geht

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Und wieder steht ein Zelt am Irschenhauser Weiher. Darin wird demnächst wieder Theater gespielt. Das Stück „Schrottengel“ des tschechischen Autors Petr Zelenka steht auf dem Programm. 

Icking – So etwas erlebt man im Leben nur einmal: Da steht man auf der Bühne und spielt mit in einem drastischen Stück, in dem es um Flucht und Flüchtlinge geht. Und wenige Kilometer entfernt, in München, ereignet sich ein Attentat, von dem es heißt, dass es sich um Terror handelt. Genau das ist am 22. Juli 2016 in Irschenhausen passiert, als die Laienschauspieler vom Zelttheater Icking das Stück „Verbrennungen“ aufführten, und zugleich David S. in München Menschen erschoss. „Wir waren total benommen und haben in der Pause immer wieder auf den Live-Ticker geschaut“, erzählt Regisseur Stefan Mayer-Voigt (66). „Das war Gänsehaut.“

Dieses Jahr steht, im Gegensatz dazu, ein eher heiteres Stück auf dem Programm: „Schrottengel“ des tschechischen Autors Petr Zelenka (51). Es ist eines der vielen osteuropäischen Stücke, die derzeit ins deutschsprachige Theater gelangen. Es zeichnet sich durch einen lakonischen Humor aus, wie man ihn aus den Filmen von Kaurismäki kennt. Die Figuren sind sonderbar und führen skurile Dialoge. „Herrlich absurd“, findet Mayer-Voigt, der auch diesmal Regie führt. Und noch einen Vorteil hat das Stück: Es passt, was die Anzahl der Rollen angeht, perfekt zum Ensemble, das aus 13 Laiendarstellern besteht. „Das ist natürlich auch ganz wichtig.“

Der kreative Prozess ist im vollen Gange

Der Ickinger, der als Allgmeinarzt in Wolfratshausen praktiziert, hat das Zelttheater vor 25 Jahren gegründet. Die Liebe zum Theater rührt aus seiner Studentenzeit in München, als er als Logenschließer in den Kammerspielen etwas dazuverdiente. Angenehmer Nebeneffekt: Mayer-Voigt konnte alle Inszenierungen sehen, vor allem die von Dieter Dorn haben es ihm angetan. Anfangs versuchte er sich noch selbst als Schauspieler, aber: „Ich habe wahnsinnig Lampenfieber und kann mir nur ganz schwer Texte merken.“ So verlegte er sich auf die Regie, für die er, neben der Schulung in den Kammerspielen, die besten Voraussetzungen mitbringt: „Ich denke in Bildern.“ Und die werden dann auf die Bühne gebracht. Wobei er seinen Spielern gern ihren kreativen Freiraum lässt. „Ich mag es, wenn die Schauspieler ihre eigenen Ideen einbringen. Ich kann und will nicht alles vorschreiben.“

Die Premiere des Stücks ist für Donnerstag, 12. Juli, anberaumt. Freilich ist ein Tag unter der Wochen nicht ganz ideal, aber das war nicht zu verhindern: Bei einem der Hauptdarsteller steht schon lange fest, dass er am Wochenende berufliche Termine hat. Für Mayer-Voigt kein gravierendes Problem. „Dafür sind wir ein Laientheater“, sagt er. Das Zelt am Irschenhauser Weiher steht, es wird intensiv geprobt. „Es ist immer ein großartiger Prozess, wenn etwas, das erst einmal nur auf dem Papier steht, auf der Bühne immer konkreter wird.“ Karten im Vorverkauf gibt es für zwölf Euro (ermäßigt acht Euro) bei Schreibwaren Baumgartner unter Telefon 0 81 78/12 53 oder der Buchhandlung Isartal unter Telefon 0 81 78/99 89 88.

Aufführungstermine

Das Stück „Schrottengel“ wird im Juli fünf Mal aufgeführt, nämlich am Donnerstag, 12. Juli, Freitag, 13. Juli, Mittwoch, 18. Juli, Freitag, 20. Juli sowie Samstag, 21. Juli. Einlass ist um 19 Uhr, Beginn um 20 Uhr.

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