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Ickinger Entwässerung wird große Herausforderung – „Es versickert so gut wie nichts“

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Von: Andrea Kästle

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Der Dickweg in Icking: Bei Starkregen rauscht hier das Wasser nur so runter.
Der Dickweg in Icking: Bei Starkregen rauscht hier das Wasser nur so runter. © Andrea Kästle

Icking hat ein Wasserproblem. Der Grund: die steile Hanglage. Ein Bauingenieur stellt dem Gemeinderat Lösungsvarianten mit Rückhaltebecken vor.

Icking – Dass die Gemeinde dringend etwas tun muss, um für den Abfluss von Wasser nach Starkregenereignissen zu sorgen, ist schon seit Jahren klar. Jetzt hat im Gemeinderat der ortsansässige Bauingenieur Johannes Voit erste Lösungsvarianten für Dorfen und Icking vorgestellt – die vom Gemeinderat am Montagabend nicht groß diskutiert worden sind. Es gab allein Verständnisfragen.

Ickinger Entwässerung wird große Herausforderung – „Es versickert so gut wie nichts“

Eines stand von vornherein fest: Das ganze Projekt ist für die kleine Isartalgemeinde ein großes. Mehrere Rückhaltebecken müssen gebaut werden, Hauptziel in beiden Ortsteilen ist, das Wasser bei so genannten Starkregenereignissen, wie sie ja heuer auch schon wieder vorgekommen sind und dann für Überschwemmungen auf der B11 genau vor dem Rathaus sorgten, kontrolliert abzuleiten – in Kanäle, die in Loisach oder Isar führen.

Es versickert so gut wie nichts.

Bauingenieur Johannes Voit

Besprochen wurde im Gemeinderat die Frage, ob man Privatleute an den Kosten der Baumaßnahmen beteiligen werde. Denn schließlich ist es so, dass in der hügeligen Gemeinde mit ihrem lehmhaltigen und damit kaum durchlässigen Boden bei starken Niederschlägen das Wasser eben nicht auf allen Grundstücken versickert. Von manchen fließt es einfach auf die öffentlichen Straßen, die wiederum ebenfalls keine Versickermöglichkeiten in Form etwa von unbefestigten Seitenrändern haben. Und deren Gullys, sofern vorhanden, sowieso heillos überfordert sind.

Icking und das Wasser: Rückhaltebecken sollen bei Regengüssen Wasser stauen

Man müsse, meinte in der Sitzung Rathaus-Geschäftsleiter Stefan Fischer, sich über mögliche Erschließungsbeiträge unbedingt Gedanken machen, ehe zu bauen begonnen wird. Auch Bauingenieur Voit hatte seinen Berechnungen eine „minimale“ Belastung der öffentlichen Rohrleitungen durch Wasser von Privatgrundstücken zugrunde gelegt – mehr als 0,05 Liter pro Sekunde dürfen von Privatgärten nicht anfallen.

Bauingenieur Johannes Voit
Bauingenieur Johannes Voit erklärte den Ickinger Gemeinderäten, wie man die Entwässerung langfristig gewährleisten könnte. © Andrea Kästle

Vorgeschlagen hat er für Dorfen, dass auf dem Areal der Feuerwehr quasi das Zentrum des Wassermanagements entsteht, konkret ein großes Rückhaltebecken mit einem Fassungsvermögen von ungefähr 400 Kubikmetern. Ein zweites, kleineres Rückhaltebecken soll gegenüber vom Vereineheim errichtet werden. Ziel wäre, in diesen Becken das Wasser zurückzuhalten – um es dann kontrolliert dem Kanal zuzuführen, den wiederum das Staatliche Bauamt Weilheim die Serpentinen hinunter bis zur Loisach erstellen will.

Kontrollierter Kanal in die Isar: Das ist der Ansatz der Gemeinde Icking

Die Lösung in Icking würde ähnlich aussehen, nur dass der Kanal, der in dem Fall in die Isar mündet, schon vorhanden ist und der Kommune gehört. Er beginnt auf Höhe des Kreisels, beim nördlichen Ortseingang. Letztlich soll ein schon vorhandenes, stellenweise zu ergänzendes Rohrsystem Wasser aus allen Bereichen von Icking genau dorthin führen. Rückhaltebecken wären freilich auch in Icking vonnöten. Wo genau sie hinkommen werden, steht noch nicht fest.

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Allein im Bereich Grundschule/Gymnasium, das rechnete Voit vor, brauche man ein Rückstaubecken, das 150 bis 200 Kubikmeter Wasser fasst. Ebenfalls in den schon vorhandenen Kanal würde das Rohr weitergeführt, das jetzt unter den Stufen, die zur S-Bahn führen, verläuft – und an der B11 gegenüber der Tankstelle endet. Deswegen kommt es dort bei heftigem Regen zu Überschwemmungen.

Die nächsten Schritte bestehen darin, die Vorhaben auf dem Papier weiter auszuführen. In der Praxis wird es noch eine Weile dauern, bis sie umgesetzt werden. In Dorfen, wo die Gemeinde vom Staatlichen Bauamt abhängt, wird vor 2025 nichts passieren. Dem Bau eines neuen Feuerwehrhauses im südlichsten Ortsteil Ickings würde ein Auffangbecken nicht im Wege stehen – diese Frage ist in der Ratssitzung bereits beantwortet worden.

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