Gratulation an die neuen DB-Schülerbegleiter: (hinten v. li.) Bürgermeisterin Margit Menrad, Bahn-Sicherheitsbeauftragter Tilo Stock, Moritz Schlüpferling, Christopher Klüver, Andre Mitschke, Jonathan Briegel, Sandra Hartmann, Klara Negele, DB-Trainer Klaus Figur, Betreuungslehrer Josef Zischka sowie (vorne v. li.) Luis Karwat, Marc Meyndt, Kevin Paulat, Paul Hadulla, Leo Steinhörster, Charlotte Brandt, Sophia Hoffmann und Schulleiterin Astrid Barbeau. Foto: sh (Klick für großes Bild)

Für Ruhe und Frieden in der S-Bahn

Ickinger Gymnasium hat neue Schülerbegleiter

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Icking - Am Rainer-Maria-Rilke-Gymnasium werden den neuen Schülerbegleitern ihre Zertifikate übergeben. Sie sollen für Ruhe und Frieden in der S-Bahn sorgen.

Schlichten, überzeugen und so für Ordnung sorgen: Das ist die Aufgabe der Schülerbegleiter der Deutschen Bahn. Am Freitag wurden 13 neu ausgebildeten Achtklässlern ihre Zertifikate überreicht.

„Rund die Hälfte der Ickinger Schüler kommt mit der S-Bahn“, versucht die Schulleiterin des Rainer-Maria-Rilke-Gymnasiums die Problematik zu verdeutlichen. „Kein Wunder, dass der Bahnsteig bei der Menge von Schülern einen großen Gefahrenpunkt darstellt.“

Drängeln, Schubsen und Herumpöbeln waren früher an der Tagesordnung. Und auch in der S-Bahn selbst wurde selten Zurückhaltung an den Tag gelegt, Schülerfüße auf den Sitzpolstern waren ein alltäglicher Anblick. „Wir bekamen sehr viele Beschwerden“, erinnert sich Tilo Stock, Sicherheitsbeauftragter der Deutschen Bahn. „Aber die Bundespolizei konnte ja auch nicht zwischen 13 Uhr und 14 Uhr mit einer Hundertschaft anrücken.“

Dann wurden Mitarbeiter der Bahn auf ein Projekt aufmerksam, bei dem Schüler als Begleiter für Tram und Busse in puncto Konfliktbewältigung geschult wurden. „Das versuchten wir auf die Bahn zu übertragen und wählten 2004 Icking als Testschule aus.“ Mittlerweile sorgen mehrere Jahrgänge für Ordnung. „Es ist definitiv ruhiger geworden.“

Oberstes Gebot ist es, sich nicht provozieren zu lassen. „Doch leider versuchen besonders die Schüler aus der Realschule Wolfratshausen immer wieder, ihre Grenzen auszutesten“, sagt Stock. „Wir sind auch schon von Klasse zu Klasse gezogen und haben unsere Arbeit vorgestellt, um so für Verständnis zu werben.“ Klaus Figur, Projektleiter und Trainer der „Deutsche Bahn Schülerbegleiter“ geht noch einen Schritt weiter. „Es wäre schön, wenn auch die Realschule bei uns mitmachen würde. Ich kann dazu nur sagen: Anruf genügt.“

Die Ausbildung dauert 20 Stunden, verteilt auf zehn Wochen. Die Schülerbegleiter lernen, wie sie andere auf ihr Fehlverhalten ansprechen oder Streit schlichten können. Bürgermeisterin Margit Menrad zeigte sich von dem Projekt, dessen Schirmherr Innenminister Joachim Herrmann ist, begeistert. „Ich verfolge eure Arbeit schon seit Jahren. Ich kann nur sagen: Respekt – auch wenn ich hoffe, dass ihr möglichst wenig eingreifen müsst.“

sh

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