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Großes Interesse: Nach dem Gottesdienst erfuhr die Gemeinde über die ersten Pläne zur Umgestaltung der Heilig-Kreuz-Kirche in Icking. Pfarrer Johannes Vogelsang (li.) stellte die Neuerungen vor. Vermutlich kostet die Renovierung etwa 1,06 Millionen Euro.

Gedrehter Altar, freihängendes Kreuz

Ickinger Heilig-Kreuz-Kirche wird modernisiert

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Icking – Die Kirche Heilig Kreuz in Icking soll renoviert und neu gestaltet werden. Erwin Wiegerling, Künstler aus Gaißach, Architekt Hermann Thurner aus Bad Tölz und Pfarrer Johannes Vogelsang stellten der Gemeinde am Sonntag die ersten Pläne vor.

„Ideen allein ändern nichts, sondern der Mut, sie umzusetzen“, betonte Erwin Wiegerling nach dem Sonntagsgottesdienst den rund 30 Interessierten. Der Künstler aus Gaißach hat die künstlerische Umgestaltung des 1953 erbauten Gotteshauses übernommen. „Dennoch soll das, woran das Herz hängt, erhalten bleiben.“

Bestes Beispiel hierfür ist der Altar. Er soll nun nicht mehr quer, sondern längs im Altarraum aufgestellt werden. Die Erhöhung, auf der er stand, soll völlig verschwinden. „Im Moment wirkt der Altar wie ein Riegel, doch eigentlich soll er die Gemeinde einladen, soll auf sie zulaufen“, sagte Pfarrer Johannes Vogelsang. Kurzfristig war über die Anschaffung eines neuen Alters nachgedacht worden. Aber: „Wir wollen auch die Tradition bewahren, denn ein Altar ist wie ein Schwamm – vollgesogen mit Gebeten und Lebensläufen der Menschen.“

Anstatt der Kreuzgruppe, die an der nördlichen Langhauswand einen neuen Platz bekommen soll, wird ein filigranes Kreuz frei von der Decke hängen. An seinen Querbalken kann man zudem Stoffe in der Farbgebung des liturgischen Kirchenjahrs anbringen. „Dieses Kreuz“, so der Geistliche, „ist das, was hier ursprünglich hing.“

Apropos Farbe: Die Chorfenster erhalten Gläser in gelblicher Tönung – „wie die aufgehende Sonne, in der Christus erscheint und die den Morgen symbolisiert“. Als Gegenstück wird der Eingangsbereich eine blaue Glastür erhalten, die den Abend repräsentiert. Der Taufstein, derzeit eingezwängt zwischen Osterkerze, Marienaltar, Sitzgelegenheiten für die Ministranten und Ambo, soll in den vorderen Kirchenbereich verlegt werden. „Zwei halbrunde Trennwände werden außen herum einen schützenden Raum bilden.“ Als Nebeneffekt entstehen dadurch zwei neue Stauräume.

Der Baubeginn steht noch nicht fest. „Wir wollen den Gemeindemitgliedern Gelegenheit geben, uns ihre Ideen und Vorschläge mitzuteilen“, sagt Architekt Thurner. „Es ist Ihre Kirche, wir wollen Sie nicht ausschließen.“ Die Kosten stehen nicht endgültig fest. Vogelsang rechnet mit 1,06 Millionen Euro, von denen die Erzdiözese eine knappe Million übernimmt. „Bei der Berechnung haben wir die Schlagoberstechnik verwendet: Aufgeschlagen, damit wir letztendlich darunter bleiben.“

sh

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