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Der beschlossene Austritt Großbritanniens aus der EU gestaltet sich momentan schwierig bis chaotisch - und liefert reichlich Stoff für die Revue von Vanessa Magson. 

„Brexit or Brexnot? That was the question“

Ickingerin schreibt Revue über EU-Austritt ihres Heimatlandes

  • Volker Ufertinger
    vonVolker Ufertinger
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Die gebürtige Britin Vanessa Magson ist so oft gefragt worden, was in ihrer Heimat los ist, dass sie jetzt eine Revue darüber geschrieben hat - voller englischen Humor. 

Icking – In einem Interview mit unserer Zeitung hat Vanessa Magson – selbst gebürtige Britin, inzwischen mit deutschem Pass – erzählt, dass sie an einer Brexit-Revue arbeitet. Das wollten wir genauer wissen. Das Gespräch mit der in Icking lebenden Verlags-Kauffrau führte Redakteur Volker Ufertinger.

Frau Magson, was hat es mit Ihrer Revue denn nun auf sich?

Sie heißt „Brexit or Brexnot - that was the question“ und wird am Mittwoch, 20. November und Freitag, 22. November, um 20.30 Uhr erstmals in der Münchner Buchhandlung „Isarflimmern“ aufgeführt. Der Abend ist meinen komischen, exzentrischen und liebenswerten Landsleuten gewidmet. Wir sagen Goodbye zu einer Nation, die immer stolz darauf war, sowohl multi-kulti als auch britisch zu sein.

Wie muss man sich den Abend vorstellen?

Ich stehe zusammen mit fünf Freunden auf der Bühne. Es gibt Lieder, Sketche und Lesungen, verbunden durch eine deutschsprachige Moderation.

Klingt danach, als würde der Humor an dem Abend eine wichtige Rolle spielen.

Oh ja, das tut er. Ich glaube, der Humor ist der beste Weg, Dinge zu vermitteln, gerade, wenn Situationen so verfahren sind wie die um den Brexit. Die Debatte wird ja so verbissen geführt, dass ich schon fürchte, meinen Landsleuten wäre ihr berühmter sense of humour abhanden gekommen. Auch die Berichterstattung ist bitterernst. Ich und wir möchten es ein bisschen anders machen. Es soll eine Mischung sein aus durchaus ernsten und nachdenklichen Themen, aber auch lustigen Beiträgen sein. Der Brite ist dafür bekannt, über sich selbst am besten lachen zu können. 

Können Sie uns schon etwas verraten?

Am Schluss verabschieden sich einige europäische Nationen von Großbritannien und singen ein Medley aus diversen Liedern. Ich singe zum Beispiel das Lied von Edith Piaf „Je ne regrette rien“. Überhaupt werden Lieder eine große Rolle spielen, etwa von Queen und dem von mir verehrten Freddy Mercury mit „I want to break free“ und „We are not the champions“ sowie Abba, the Beatles, Simon und Garfunkel und viele mehr. Wir machen auch mit den Zuschauern einen Einbürgerungstest mit Fragen zur deutschen Kultur, wie ich ihn machen musste, als ich den deutschen Pass haben wollte. Alles mit einem Augenzwinkern natürlich.

Wie sind Sie auf die Idee gekommen?

Ich bin von so vielen Leuten gefragt worden, was denn in meiner Heimat eigentlich los ist, dass ich irgendwann gedacht habe: Ich schreibe das jetzt alles einmal zusammen. Ich kann nur sagen, dass es einen wahnsinnigen Spaß macht, auch wenn die politische Situation in meiner Heimat eher zum Weinen ist.

Ist das Manuskript schon fertig?

Eigentlich schon, aber es passiert ja dauernd etwas Neues, auf das wir natürlich gerne reagieren möchten. Die endgültige Fassung kommt wahrscheinlich nicht vor dem 31. Oktober zustande. Das ist ja das offizielle Brexit-Datum. Jedenfalls ist das der Stand heute.

Wird man „Brexit or Brexnot - that was the question“ auch in unserem Landkreis zu sehen bekommen?

Ich hoffe es. Inzwischen stehe ich mit einigen Bühnen im Gespräch. Ich bin selbst gespannt, ob die Revue auch auf dem Land funktioniert. Aber ich kann es mir gut vorstellen, das Thema bewegt doch sehr, sehr viele Leute. Nicht nur wegen des Schicksals von Großbritannien selbst, sondern wegen Europa generell. 

Info

Interessenten wenden sich an die Buchhandlung Isarflimmern, Auenstraße 2, 80469 München, 089/23541190, E-Mail: 80469@isar-flimmern.de

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