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Zerborsten: Leonhard (li.) und Hans Rieger begutachteten den Schaden am Maibaum. 

Blitz schlägt schon wieder in Maibaum ein

Immer wieder Walchstadt

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Icking - Es ist unglaublich: Schon wieder hat der Blitz in den Maibaum von Walchstadt eingeschlagen. Es ist das dritte Mal innerhalb von zehn Jahren. 

„So gegen Mitternacht war’s“, erzählt Leonhard Rieger (77), an dessen Hofeinfahrt der weiß-blaue, 32 Meter große Baum steht. „Da gab es plötzlich einen Wischerer, gefolgt von einem lautem Schnalzer.“ Die Familie rannte in der Nacht auf Samstag sofort raus, um sich zu vergewissern, dass der Blitz nicht in ihren Hof eingeschlagen hat. „Das Geräusch war uns ja nichts Neues“, so der Landwirt, der trotz allem seinen Humor nicht verloren hat. „Der zweite Blick ging dann schon automatisch zum Maibaum.“

Der Maibaum wurde nur wenige Wochen alt

Der bot einen traurigen Anblick: „Die Fahne war herunten, das Seil an dem sie hing, sogar geschmolzen, die Girlande zerfetzt.“ Auch die Einfassung der Bepflanzung war zerstört: „Überall verteilt lagen nur noch Holzsplitter, Blumen und Erde.“ Am nächsten Morgen wurden mit dem Feldstecher noch weitere Schäden ausgemacht. „Ganz oben unter dem Kreuz war der Stamm zersplittert.“ Groß war auch das Entsetzen bei der Burschenschaft. „Sie konnten es kaum glauben“, so der 77-Jährige. Alt ist er nicht geworden, der Walchstädter Maibaum. Erst vor einem Monat war er unter Anteilnahme des ganzen Dorfes aufgestellt worden.

Den Vorgänger gab es zwei Jahre - immerhin

Seinem Vorgänger war ein etwas längeres Leben beschieden. Er stand von 2011 bis 2013 in Walchstadt, bevor es einen lauten Knall tat und der Blitz einschlug. Seinerzeit entdeckte Riegers Frau Anni den Schaden. „Am Nachmittag war die Gewitterfront direkt über uns. Ich hörte einen lauten Knall und habe vom Fenster aus glimmende Teile herumfliegen sehen“, erzählte die Ehrenkreisbäuerin damals unserer Zeitung. „Ich dachte: Oh Gott, jetzt brennt hier alles.“ Von allen Seiten kamen damals Anwohner auf den Hof der Familie, unter ihnen auch der Unternehmer Dr. Wolfgang Tyczka mit Ehefrau Sigi. Er hatte von Zuhause aus den Blitzeinschlag gesehen. Gemeinsam wurde der Schaden begutachtet, das weitere Vorgehen diskutiert. Trotz alledem überwog die Dankbarkeit, dass weder Mensch noch Tier betroffen waren. Anni Rieger: „Das hätte auch anders ausgehen können.“

Das erste Mal passierte es vor ungefähr zehn Jahren

Etwas glimpflicher waren die Folgen des Blitzschlages vor etwa zehn Jahren. Rieger: „Da brannten die Girlanden, und wir mussten die Feuerwehr holen.“ Rieger lacht. „Nur kamen sie mit dem Wasserstrahl nicht so weit hoch. Also haben wir einfach gewartet, bis die Girlanden abgebrannt waren.“ Den eigentlichen Schaden, entdecken die Walchstädter damals wie heute ein wenig später: Sowohl die Telefonanlagen als auch die Computer wurden durch den Blitzschlag völlig zerstört. „Nix geht mehr. Alles wie tot.“

Mit Blitzen haben die Riegers schon Routine

Und was passiert nun mit dem 2016er Maibaum? „Wir müssen ihn begutachten, genauer gesagt, mit der Hebebühne hochfahren und uns die Schäden genau anschauen“, so Hans Rieger. „Es muss einfach abgeklärt werden, ob er innen gerissen ist oder nicht.“ Denn in einen Spalt kann Wasser eindringen. „Dann fault er.“ Und natürlich müssen die Überreste der Girlande und des Kranzes herunter geholt werden.Natürlich hoffen alle, dass er stehen bleiben kann. „Sonst haben wir die nächsten Jahre wieder keinen.“ 

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