1. Startseite
  2. Lokales
  3. Geretsried-Wolfratshausen
  4. Icking

In Pinselstrichen an die Côte d’Azur: Werke des Impressionisten J. Rolf Knobloch

Erstellt:

Von: Andrea Weber

Kommentare

Präsentiert Werke von J. Rolf Knobloch: Lia Schneider-Stöckl in ihrem Hollerhaus in Irschenhausen.
Präsentiert Werke von J. Rolf Knobloch: Lia Schneider-Stöckl in ihrem Hollerhaus in Irschenhausen. © web

Die Inzidenzzahlen steigen und steigen, darunter beginnt auch die Kultur wieder zu leiden. Das zeigte sich bei der jüngsten Vernissage im Ickinger Hollerhaus.

Irschenhausen – Normalerweise sind die Ausstellungseröffnungen im Hollerhaus gut besucht. Aber was ist schon normal in dieser Zeit? Nur fünf Vernissagegäste hatten sich in den Galerieanbau in Irschenhausen getraut am Samstag. Einem Tag, an dem es in den Nachrichten einmal mehr um Katastrophenalarm, Hochrisikogebieten und exponentiell steigende Corona-Zahlen ging.

„Schlimm, wie soll das für die Kultur weitergehen?“, fragte Lia Schneider-Stöckl. Eigentlich ist die Besitzerin und Betreiberin des Hollerhauses stets zuversichtlich. Seit Beginn der Pandemie aber bangt sie um jede Ausstellung. Zum 130. Geburtstag des bekannten Malers J. Rolf Knobloch (*1891 in Böhmisch Kamnitz, †1964 in München) wagt Schneider-Stöckl wieder, eine beeindruckende Ausstellung zu präsentieren.

J. Rolf Knobloch gilt als bedeutender Landschaftsmaler des Impressionismus. Seine ausdrucksstarken Ölbilder zeigen Küstenmotive der tiefblauen Côte d’Azur, der mediterranen ligurischen Küste und der zu den schönsten Landschaften des Mittelmeers zählenden Amalfiküste – mit all seiner südländischen Farbigkeit und der ungestümen Wildheit des Meeres. Dazu bilden die beschaulichen sanften Seenbilder vom Isartal bis zum Ammersee eine friedliche Ausgewogenheit.

Knobloch war ein Spezialist in diesem ursprünglich aus Frankreich stammenden Malstil, der im Detail die locker skizzenhaften Pinselstriche zeigt und von Weitem eine unglaubliche Detailgenauigkeit aufweist. Die Fenster der Häuser sind Punkte, die Häuser sind Kleckse, die Brandung des Meeres fahrig schnelle Pinselstriche. Eben diese Freiheit im Malstil und die Sinnlichkeit ergeben den ganz speziellen Charme des Impressionismus.

Ein Sammler, der nicht genannt werden möchte, stellt die Bilder jetzt zum Verkauf. „Er möchte, dass sie einen schönen Platz bekommen, wo sie gesehen werden“, erklärt Schneider-Stöckl. Das Hollerhaus berstet geradezu bis unter die Decke von Knoblochs beeindruckenden Kunstwerken, gerahmt in opulenten Rahmen, die seine Bilder in Szene setzen.

Auch interessant: Mit außergewöhnlichen Bildern: Kulturtreffpunkt erwacht zum Leben

Der Maler stammte aus dem Sudetenland, wuchs in München auf. Er studierte an der Technischen Universität und der Münchner Kunstschule der Freilichtmalerei. Er orientierte sich an der berühmten Schule von Barbizon und stellte ab 1915 regelmäßig im Münchner Glaspalast aus. Er war lange Jahre Vorsitzender des Künstlerverbandes „Die Juryfreien“. J. Rolf Knobloch lebte und arbeitete in Pullach.

web

Wolfratshausen-Geretsried-Newsletter: Alles aus Ihrer Region! Unser Wolfratshausen-Geretsried-Newsletter informiert Sie regelmäßig über alle wichtigen Geschichten aus der Region – inklusive aller Neuigkeiten zur Corona-Krise in Ihrer Gemeinde. Melden Sie sich hier an.

Auch interessant

Kommentare