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Inklusion beim Klettern: Trainerin ruft neue Gruppe ins Leben

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Von: Sabine Hermsdorf-Hiss

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Sonderpädagogin mit Trainerschein: Franziska Mock.
Sonderpädagogin mit Trainerschein: Franziska Mock. © sh

In der neuen inklusiven Klettergruppe von Franziska Mock und dem DAV soll jeder mitmachen können - mit und ohne Vorkenntnisse, mit und ohne Beeinträchtigung.

Icking/Ebenhausen – Es gibt Ideen, die einem einfach nicht mehr aus dem Kopf gehen. Genauso erging es Franziska Mock. Die Sonderpädagogin und Trainerin fürs Sportklettern beim Alpenverein (Sektion Wolfratshausen) ist dabei, in Icking unter dem Dach des DAV eine inklusive Klettergruppe ins Leben zu rufen.

Auslöser war ein Gespräch mit einer Arbeitskollegin vor rund einem Jahr. Deren Sohn kam mit Trisomie 21 auf die Welt und hat mittlerweile das Teenager-Alter erreicht. „Wir unterhielten uns darüber, dass es für Kinder und Jugendliche mit Einschränkungen so gut wie keine Sportangebote gibt“, erzählt die 29-Jährige, die aktuell an der inklusiven Montessorischule Biberkor (Gemeinde Berg) arbeitet und sich auch schon früher um die Betreuung von jungen Menschen mit Beeinträchtigungen gekümmert hat. „Sie selbst sucht für ihren Sohn bereits seit Jahren nach einer Möglichkeit, wie er sich zusammen mit anderen auch sportlich betätigen kann.“

„Jeder soll mitmachen können“

Mock machte beim Alpenverein den Trainerschein und darf bis zu acht Kinder gleichzeitig betreuen. Ein Umzug aus der Landeshauptstadt München nach Ebenhausen gab ihr zudem mehr Zeit, sich ehrenamtlich zu engagieren. „Es bringt ja nichts, wenn ich erst einmal eine Fahrzeit von einer Stunde vor mir habe, ehe ich anfangen kann“, sagt sie. „Und Icking bot uns hier mit der Kletterwand in der Sporthalle des Rainer-Maria-Rilke-Gymnasiums eine tolle Möglichkeit. Also, wenn nicht jetzt, wann dann?“

Im Vordergrund steht für die 29-Jährige ganz klar der Inklusionsgedanke. „Jeder soll mitmachen können – egal ob mit oder ohne Vorkenntnissen.“ Wichtiger sei, dass die Gruppe zusammenpasst. Daher ist auch das Alter für die Ebenhauserin zweitrangig. Denn ein Jugendlicher mit Förderbedarf könne durchaus auf gleicher Stufe stehen wie ein Zehn- oder Zwölfjähriger. „Ich will hier nicht in Kategorien denken“, betont Mock. „Und: Für jemanden, der eher sportlich ambitioniert ist, gibt es beim Alpenverein noch viele andere Angebote.“

Das gemeinsame Klettern und Zusammensein soll den Kindern untereinander eine etwaige Scheu voreinander nehmen. „Menschen mit Beeinträchtigungen gehören in unsere Mitte, nicht an den Rand. Der Kontakt zueinander sollte selbstverständlich sein“, sagt die 29-Jährige.

Mock möchte am Freitag, 14. Januar, um 15.30 Uhr in der Sporthalle des Gymnasiums Icking starten. Geplant ist der jeweils einstündige Kurs vorerst alle 14 Tage. Und die Nachfrage ist groß: „Es liegen schon jetzt fünf Anmeldungen vor, um in unsere Klettergruppe hineinzuschnuppern.“  sh

Infos und Anmeldung

per Mail an franzi.scheidl@gmail.com

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