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Der Entwurf für das interkommunale Hallenbad in Geretsried: Das jährliche Betriebskostendefizit beträgt laut aktueller Berechnung 750 000 Euro. Knapp 22 000 Euro müsste Icking übernehmen – doch der Gemeinderat hat Nein gesagt.

Einstimmiger Beschluss des Gemeinderats

Hallenbad in Geretsried: Icking trägt Betriebskosten-Defizit nicht mit

Icking – Die Gemeinde Icking lehnt eine Beteiligung am Betriebskostendefizit des geplanten interkommunalen Hallenbades in Geretsried ab. Einen entsprechenden Beschluss fasste der Gemeinderat einstimmig.

Dr. Peter Schweiger, Vize-Bürgermeister der Isartalgemeinde, fasste die aktuellen Erkenntnisse in der Gemeinderatssitzung am Montagabend zusammen. Demnach beläuft sich das jährlich zu erwartende Betriebskostendefizit auf 750 000 Euro. Die Hauptlast von rund einer halben Million Euro würde die Stadt Geretsried tragen. Der Restbetrag von 250 000 Euro soll nach dem so genannten Königsteiner Schlüssel auf alle am Hallenbadbau beteiligten Kommunen verteilt werden. Icking müsste demnach 21 750 Euro jährlich bezahlen.

In der anschließenden kurzen Diskussion wollten die Ickinger Räte wissen, ob die Stadt Wolfratshausen bereits einen Beschluss in der Sache gefasst habe. Kämmerer Stefan Fischer beantwortete die Frage mit den Worten: „Wir sollten unsere Entscheidung unabhängig von Wolfratshausen treffen.“ Vigdis Nipperdey (Ickinger Initiative) erklärte, dass es nicht im Interesse der Ickinger Gemeindebürger wäre, wenn man sich an dem Betriebskostendefizit beteiligen würde. „Wir haben an dem Hallenbad kein direktes Interesse“, stellte Nipperdey fest. Ickinger Schulklassen würden das geplante Hallenbad am Geretsrieder Schulzentrum an der Adalbert-Stifter-Straße nicht nutzen. „Deshalb wollten wir uns von vornherein schon nicht an den Betriebskosten beteiligen“, sagte Nipperdey. „An dieser Linie sollten wir weiter festhalten.“ Erschwerend käme auch noch hinzu, dass Geretsried von Icking aus mit öffentlichen Verkehrsmitteln nicht so einfach zu erreichen sei. Zum Schwimmbad in Pullach könne man hingegen mit der S-Bahn fahren.

Verena Reithmann (Unabhängige Bürgerliste Icking), wies in der Gemeinderatssitzung darauf hin, dass der Anteil von 21 750 Euro, der jährlich auf Icking entfallen würde, praktisch die Höhe des einmaligen Investitionszuschusses ausmache, dem der Ickinger Gemeinderat wie berichtet zugestimmt hatte. Der Solidaritätsgedanke hatte bei den entsprechenden Beschlüssen im März 2013 und November 2014 eine wesentliche Rolle gespielt.

„Der Anteil wäre auf unbestimmte Zeit zu zahlen“, ergänzte Vize-Rathauschef Schweiger auf Nachfrage. Die Gemeinderäter sahen schließlich keinen Grund, vom eingeschlagenen Weg abzuweichen. Der Beschluss, sich nicht an einem jährlichen Betriebskostendefizit zu beteiligen, fiel einstimmig.

Nächste Entscheidung

Der Wolfratshauser Stadtrat wird voraussichtlich in seiner itzung am 12. Juli einen Beschluss zur Beteiligung an dem Betriebskostendefizit fällen. Das Thema wird in den Fraktionen derzeit hinter verschlossenen Türen besprochen. Der Fraktionssprecher der Bürgervereinigung Wolfratshausen, Josef Praller, hofft, das die Entscheidung – wie auch immer – von einer großen politischen Mehrheit mitgetragen wird.

von Yvonne Zuber

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