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Jung und optimistisch: Die Agrar-Scouts, darunter auch Ruth-Maria Frech (hinten, 2. v. re.) erklärten Verbrauchern auf der Grünen Woche in Berlin, wie moderne Landwirtschaft funktioniert.

Viele Fragen an den Agrar-Scout

Ruth-Maria Frech: Deswegen war die Grüne Woche wichtig

Icking - Der Agrar-Scout musste viele Fragen beantworten. Aber nicht nur deswegen fand Landwirtin Ruth-Maria Frech (24) aus Irschenhausen die Grüne Woche in Berlin so wichtig.

Ruth-Maria Frech (24) aus Irschenhausen war am ersten Wochenende auf der Grünen Woche in Berlin vertreten. Ihr Auftrag: Den Verbrauchern die moderne Landwirtschaft näher bringen. Einen Tag hatte sie dafür Zeit, nämlich den vergangenen Sonntag.

Frau Frech, wie ist es in Berlin gelaufen?

Sehr gut, vielen Dank. Das Forum Neue Landwirtschaft hatte ja als Ziel ausgegeben, dass jeder von uns zehn Agrar-Scouts mit zehn Besuchern in Kontakt kommt, also hundert Kontakte am Tag. Das Soll haben wir sicher übererfüllt. Die Leute waren sehr aufgeschlossen.

Wo genau haben Sie gearbeitet?

Auf dem Erlebnisbauernhof in Halle 3.2. Jeder von uns Scouts hatte einen Zuständigkeitsbereich. Wer sich im Bereich Ackerbau gut auskannte, war bei den Maschinen. Die, die sich mit Schweinen auskannten, bei einem Schweinemobil und so weiter. Ich war bei den Rindern. Die Kühe waren in einem modernen Kuhstall untergebracht, die Kälber in Iglus mit Fütterungsautomat.

Und was wollten die Besucher wissen?

Anknüpfungspunkt waren meistens die Kälber. Die Standardfrage zum Einstieg war: Wie alt sind die? Und dann ging es weiter. Oft habe ich dann auch von unserem Hof in Irschenhausen erzählt.

Welche Fragen hat man Ihnen gestellt?

Ach, das waren meist ganz einfache Fragen. Zum Beispiel, ob eine Kuh schwanger werden muss, damit sie Milch gibt. Dann habe ich erklärt: Ja, da muss sie, sonst würde sie keine Milch geben. Jede Kuh bekommt normalerweise einmal im Jahr ein Kalb. Oder man hat gefragt, wo die Mütter von den Kälbern sind. Dann habe ich erzählt, dass es sowohl den Müttern als auch den Kälbern sehr gut geht, auch wenn sie getrennt sind. Jedes befindet sich in einer für ihn abgestimmten Umgebung. Das dient dem Tierwohl.

Klingt, als gebe es Wissensdefizite, was die Landwirtschaft angeht.

Ja, den Eindruck konnte man schon gewinnen. Deswegen waren wir auch da. Wir wollen den Dialog. Wir produzieren etwas Gutes, das können und sollen wir selbtbewusst vertreten.

Lag das vielleicht auch daran, dass es vor allem Berliner, also Großstädter waren, die Euch besucht haben?

Vielleicht. Ich glaube aber, dass auch auf dem Land das Wissen um die Abläufe bei der Nahrungsmittelerzeugung nicht mehr verbreitet ist. Früher hatte man immer einen Landwirt in der näheren Verwandtschaft, das war normal, man wusste Bescheid. Das ist jetzt ganz anders. Ich habe die Zahl gehört, dass nur noch zwei Prozent der Bevölkerung bei uns Landwirte sind. Da muss man sich nicht wundern, dass es Defizite gibt.

Was hat die Leute besonders angesprochen?

Ja, das war eindeutig die Technik. Dass es zum Beispiel so etwas wie Melkroboter gibt, wissen ja die wenigsten. Bei uns hat man das sehen können. Die Leute waren fasziniert.

Hat es auch eine negative Erfahrung gegeben?

Eigentlich nur eine. Da war eine Frau, die mit mir nicht reden wollte. Sie hat gefragt: Muss das denn sein, dass der Mensch da so eingreift? Ich wollte mir ihr darüber reden, aber sie wollte nicht. Das war auch eine wertvolle Erfahrung für mich. Aber alle anderen waren wirklich zum Dialog bereit. Und genau das wollten wir ja.

Das Interview führte Volker Ufertinger

So geht moderne Landwirtschaft

Wir haben im Vorfeld der Grünen Woche in Berlin mit Ruth-Maria Frech (24) aus Irschenhausen gesprochen. Die junge Landwirtin verrät, warum sie so zuversichtlich ist.

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