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Die Veranstalter des 20. Ickinger Konzertzyklus: Ickings Bürgermeisterin Margit Menrad und der musikalische Leiter Philipp Amelung.

Vier Veranstaltungen an einem Wochenende

Das ist das Programm es 20. Ickinger Konzertzyklus

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Die 20. Auflage des Ickinger Konzertzyklus ist der letzte in der Amtszeit von Bürgermeisterin Margit Menrad - und bietet wieder sehr, sehr viel. 

Icking– Die 20. Auflage des Ickinger Konzertzyklus wird etwas ganz besonderes. Nicht nur, dass der musikalische Leiter Philipp Amelung alle Konzerte als kleines Festival an einem Wochenende ausrichtet. Es ist gleichzeitig der letzte Zyklus in der Amtszeit von Bürgermeisterin Margit Menrad.

„Darüber denke ich im Augenblick noch gar nicht nach“, sagt die Rathauschefin in einem Pressegespräch auf Nachfrage. Aber die Organisation im Hintergrund dieses außergewöhnlichen Kulturprogramms habe ihr in den vergangenen Jahren immer sehr viel Freude bereitet. Menrad schwärmt: „Das ist die Kür im Bürgermeisteramt, das man mal ganz etwas anderes machen darf.“

Solistin am Freitag: Violinistin Sarah Christian.

Amelung hob den Konzertzyklus vor 20 Jahren gemeinsam mit dem damaligen Bürgermeister Hubert Guggenmos aus der Taufe. Amelung war damals noch Student an der Münchner Musikhochschule. Seit dieser Zeit freue er sich jedes Jahr aufs Neue, in seiner Heimat diese Konzertreihe ausrichten zu dürfen. Seit 2011 ist er als Universitätsmusikdirektor in Tübingen tätig. Amelung ist seiner Heimatgemeinde mit den vielen Unterstützern sehr dankbar: „Ohne die Erfahrung mit dem Vokalensemble und dem Konzertzyklus wäre ich nicht da, wo ich jetzt bin.“

Für das Jubiläumsjahr hat sich der passionierte Dirigent ein abwechslungsreiches und ansprechendes Programm einfallen lassen. Zum ersten mal finden heuer die Konzerte nicht an drei verschiedenen Wochenenden statt, sondern kompakt vom 15. bis 17. November. Amelung: „Ich habe schon ganz am Anfang der Konzertreihe gedacht, Icking wäre eigentlich perfekt für ein Festival.“ Er habe die Sponsoren dieses Jahr deshalb ab Pfingsten alle persönlich aufgesucht, um sie von dieser Idee zu überzeugen. Mit Erfolg: „Es haben eigentlich alle positiv reagiert. Der enge Kontakt ist mir dabei wirklich wichtig.“ Einmal im Jahr fände deshalb auch ein Abendessen mit den Sponsoren statt. Mit einer Spendensumme von 300 Euro aufwärts werden Spender in den Sponsorenkreis aufgenommen. Amelung zeigt sich auch dafür sehr dankbar: „Das ist alles andere als selbstverständlich. Manch einer hätte von dem Geld, was er über die Jahre gespendet hat, ein Auto kaufen können.“

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Mit dem Festival zum 20-Jährigen könne jetzt eine ganz besondere Atmosphäre geschaffen werden. Der gebürtige Marburger ist zuversichtlich: „Nachdem die meisten Austragungsorte und auch Unterkünfte der Musiker fußläufig erreichbar sein werden, erwarte ich für das Festival einen richtigen Campus-Charakter.“ Neben den drei klassischen Konzerten – Orchesterkonzert, Liederabend und Requiem – sei er sehr froh, dass heuer auch ein Kinderorchester angeboten werden könne. „Dafür konnten wir Barbara Hubbert gewinnen, die ja mit ihrem Kinderorchester Isartal wirklich eine großartige Jugendarbeit leistet.“ Außerdem reise das Orchester „Ensemble Reflektor“ bereits am Donnerstag aus Hamburg an. „Da planen die jungen Musiker abends am Gymnasium mit einer Auswahl von Schülerinnen und Schülern einen Workshop. Das wird sicher toll“, meint Amelung. Gerade die Arbeit mit den Jugendlichen und Kindern seien für ihn eine wichtige Ergänzung in diesem Jahr.

Das erste Jahrzehnt des Konzertzyklus war einzelnen Komponisten gewidmet, die darauf folgenden zehn Jahre verschiedenen Ländern. Amelung möchte die Reihe gerne auch ins dritte Jahrzehnt begleiten. Wie es weitergehen soll, wird sich 2020 entscheiden: „Nach der Erfahrung in diesem Jahr überlegen wir, ob es auch im nächsten Jahr wieder ein Festival werden wird.“

Das Programm

- Freitag, 15. November:
Das erste Konzert findet ab 19 Uhr in der Kirche St. Benedikt in Ebenhausen statt. Genau wie beim allerersten Konzertzyklus beginnt der Abend mit Ludwig van Beethovens Ouvertüre „Egmont“. Zum ersten Mal im Programm sind das Violinkonzert op61 und die Sinfonie Nr.5 in c-moll, besser bekannt als „Schicksalsmelodie“. Das Orchester hat sich laut Philipp Amelung als Violinistin Sarah Christian gewünscht: „Eine hervorragende Wahl. Sie ist immerhin ARD-Preisträgerin und schon sehr erfahren und passt trotzdem sehr gut zu der jugendlichen Frische des Orchesters.“

- Samstag, 16. November:
Das Kinderkonzert um 11 Uhr in der Aula der Grundschule findet unter der Leitung von Barbara Hubbert statt. Gespielt werden Antonio Vivaldis Konzert für Violoncello und Orchester sowie Bela Bartoks Klavierzyklus „Für Kinder“ in einer Bearbeitung für Streichorchester. Amelung empfiehlt das Konzert für Kinder ab etwa vier Jahren: „Es sind natürlich alle Kinder willkommen. Sie sollten aber die eine Stunde möglichst ruhig sitzen bleiben können.“ Der Eintritt ist frei. Den Samstagabend sollten sich die Freunde der Kammermusik vormerken. Ab 19 Uhr gibt es einen hochkarätig besetzten Liederabend. In der Ickinger Auferstehungskirche kommen Vokal- und Klavierwerke von Johann Sebastian und Carl Philipp Emanuel Bach sowie Felix Mendelssohn Bartholdy, Hugo Wolf und Ferruccio Busini zur Aufführung. Am Klavier begleitet Tamar Halperin den Königsdorfer Tenor Julian Prégardien. Er genießt international hohes Ansehen, und Amelung machte keinen Hehl daraus, dass ein Künstler dieses Formats eigentlich die Honorarmöglichkeiten für den Konzertzyklus sprengen würde. Dankenswerterweise habe sich die Ickingerin Traudl Bergau bereit erklärt, das zu erwartende Defizit auszugleichen.

- Sonntag, 17. November:
Der Sonntag ist wieder ganz klassisch dem Requiem von Wolfgang Amadeus Mozart gewidmet. In der Kirche St. Benedikt kommen um 17 Uhr unter der Leitung von Philipp Amelung das „Ensemble Reflektor“ und das bereits in Icking bekannte „Theodor Schütz Ensemble“ zusammen. Amelung ist sich sicher: „Das wird großartig. Das sind noch sehr junge aber trotzdem gut ausgebildete Stimmen, die mit Power singen können.“

Tickets:
Das Festivalticket für alle drei Konzerte kostet im Vorverkauf 55 Euro, einzeln kosten die Konzerte jeweils 20 Euro. Karten gibt es bei der Gemeinde und bei Schreibwaren Baumgartner in Icking sowie beim Immobilienbüro Schneider & Prell in Wolfratshausen. Karten an der Abendkasse kosten 65 beziehungsweise 25 Euro.

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