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Der neue SPD-Vorstand: (v. li.) Bernd Her twig (Schriftführer), Dr. Beatrice Wagner (1. Vorsitzende), Julian Chucholowski (2. Vorsitzender) und Karin Siebert (Kassierin).  

Der Vorstand wechselt traditionsgemäß durch

Kommunalwahl 2020: Beatrice Wagner ist neue SPD-Chefin in Icking

Beatrice Wagner ist bereits Bürgermeisterkandidatin der Ickinger SPD. Jetzt, nach der Jahresversammlung, ist sie auch neue Ortsvorsitzende. 

Icking – Geht es nach dem Willen der SPD, soll sich im Ickinger Gemeinderat nach der Wahl einiges verändern. Die Sozialdemokraten wünschen sich vor allem ein anderes Klima. In ihrer Jahresversammlung machten sie ihrem Ärger über die aktuelle Situation Luft. „Ich bin es nicht gewöhnt, dass ich für den Papierkorb arbeite“, sagte Bürgermeisterkandidatin Dr. Beatrice Wagner (56) und sprach von „aufgebauten Feindschaften“ im Rathaus. „Wenn wir einen Antrag im Gemeinderat stellen, werden wir nur belächelt.“ Zu groß seien die Hemmungen der anderen Fraktionen, einen „roten Antrag“ durchgehen zu lassen, unabhängig von dessen Inhalt.

Auch Julian Chucholowski, bisheriger Vorsitzender des SPD-Ortsvereins, ist mit der Situation im Rathaus unzufrieden. Bezugnehmend auf den sozialen Wohnungsbau sagte er: „Aktuell ist die Gemeinde unfähig, etwas zu machen.“ Entscheidungen, auch zum Ausbau des Mobilfunks, seien zwischen den anderen Fraktionen schon vor den Sitzungen „ausgekartelt“. Der 37-Jährige beklagte zu kurzfristige Informationen und zu viele Tischvorlagen. „Eine Vorbereitung auf die Sitzungen ist oft nur den Eingeweihten möglich.“

Ehrenvorsitzender Gerhard Jakobi bemängelte ein mangelndes Sozialbewusstsein im Gemeinderat. „Die bisherigen Mitglieder spiegeln die große Bereitschaft zum sozialen Handeln der Ickinger Bürger nicht wider“, befand der Ingenieur. Um an der Situation etwas zu ändern, empfahl Jakobi, im neuen Gemeinderat „einen anderen Ton“ auszuprobieren. Dialog und Kommunikation könnten Türen für die Zusammenarbeit öffnen. Den frischen Wind nach der Wahl müsse man dafür nutzen.

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Um auch vereinsintern neue Impulse zu setzen, wählte der Ortsverein einen neuen Vorstand. „Die Wahlen stehen alle zwei Jahre an“, erklärte Jakobi. Traditionsgemäß wechselt der Vorstand durch, eine Wiederwahl ist grundsätzlich nicht vorgesehen. Die Anwesenden entschieden sich ohne Zögern für eine Rotation der Vereinsspitze. Einstimmig wählten die sechs Anwesenden Beatrice Wagner zur neuen Vorsitzenden und Julian Chucholowski zu deren Stellvertreter. Schriftführer Bernd Hertwig und Kassiererin Karin Siebert wurden einstimmig im Amt bestätigt.

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Unter Beatrice Wagner will die Ickinger SPD künftig vor allem Wert auf eine soziale Bodenpreisentwicklung legen. „Wir stehen vor einer Grundsatzentscheidung: Villenansiedlung und Filetgrundstücke oder sozialer Wohnraum, unterstützt durch die Gemeinde“, so Wagner. Weitere Kernthemen des Ortsvereins, der heuer 50-jähriges Bestehen feiert, werden Umweltschutz, Energiewende und die Gestaltung der ehemaligen Reithalle in Icking sein. „Auch die Bauern dürfen wir nicht vernachlässigen“, sagte Wagner und nannte eine konkrete Idee: „Ich würde gerne ein Label für Ickinger Produkte einführen, um den Bauern die Möglichkeit zu geben, diese an einer zentralen Stelle zu verkaufen“. Jonas Napiletzki

Alle Infos zur Kommunalwahl im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen finden Sie auf unserer Themenseite.

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