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Platz an der Sonne: Verena Reithmann, Bürgermeisterkandidatin der Unabhängige n Bürgerliste Icking, an einem ihrer Lieblingsorte in ihrer Heimatgemeinde.  

Das Ehrenamt im Blut

Kommunalwahl 2020: Bürgermeisterkandidatin Verena Reithmann im Porträt

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Verena Reithmann will Bürgermeisterin von Icking werden. Sie kandidiert für die UBI. Wir haben sie an einem ihrer Lieblingsplätze getroffen.

Icking – Zum Treffen kommt Verena Reithmann mit dem E-Bike. Der Ort ihrer Wahl ist einer ihrer Lieblingsplätze in Icking: ein Bankerl auf der Walchstadter Höhe inmitten der Natur, ein atemberaubender Blick auf die Alpenkette inklusive. „Dort gehört die Welt uns“, schwärmt sie. Später im Gespräch erzählt die 52-Jährige, dass sie und ihre Familie gerne am nahen Ammersee – im Herrschinger Ortsteil Wartaweil ist sie aufgewachsen – die Sommerferien verbringen. Klingt alles ziemlich grün und klimaneutral. Doch nicht für die Ökopartei will die 52-Jährige Bürgermeisterin werden. Die Gruppierung der scheidenden Margit Menrad schickt die Gemeinderätin ins Rennen, um den Chefsessel im Rathaus für die Unabhängige Bürgerliste Icking (UBI) zu verteidigen.

Aus Liebe zu ihrem Mann ist die Mutter dreier, mittlerweile erwachsener, Töchter einst nach Dorfen gezogen. Die tiefe Verbundenheit mit dem Ort ihrer Kindheit ist ihr geblieben. Aber natürlich ist Icking ihr mittlerweile zur neuen Heimat geworden, und „als Wassermensch“, als der sie sich selbst bezeichnet, schätzt Reithmann natürlich die Nähe zum Starnberger See.

Die Berge mag sie ebenfalls. Pistennahe Skitouren, sie nennt sie selbstironisch „Warmduschertouren“, unternimmt die dreifache Mutter gerne, sofern das ihre „ramponierten Knie“ zulassen. Lange und mit Begeisterung spielte sie Volleyball, zunächst in Herrsching, dann in München und später – bis zum dritten Kind – beim SV Münsing. Sommers geht sie nun wieder einem Sport nach, der gelenkschonender ist – und für jemand vom Ammersee geradezu Pflicht: Segeln. Reithmann schippert mit ihrem Mann gerne in einem Kielzugvogel über den Starnberger See.

Doch bei aller Liebe zum Sport: Als ihr „Haupthobby in den letzten 25 Jahren“ bezeichnet die selbstständige Juristin – sie arbeitet für diverse Fachverlage – das Ehrenamt. Erstmals Bekanntschaft damit machte sie als Schülersprecherin auf dem Gymnasium und in der Vereinsarbeit beim TSV Herrsching. Als junge Mutter engagierte sie sich für den Kindergarten in Dorfen. Mit der Einschulung der ersten Tochter baute sie den Förderverein in der Grundschule auf. Zehn Jahre lang beschafften sie und ihre Mitstreiter Geld für Computer, Klettergerüste, Musikinstrumente – und für jene Kinder, die aus finanziellen Gründen sonst nicht an Klassenfahrten hätten teilnehmen können. Daran schlossen sich zehn, elf Jahre im Elternbeirat des Gymnasiums an, sie war dessen stellvertretende Vorsitzende. „Dort wurde es eine ganze Ecke politischer“, sagt Reithmann, „es ging darum, wie die Schule baulich aufgestellt ist, wie ihre Zukunft aussieht.“ Das habe eine intensive Zusammenarbeit mit dem Landratsamt, dem Sachaufwandsträger, beinhaltet. Sie empfand diese Zeit als „sehr spannend“.

Mit der Kommunalpolitik in Berührung kam die 52-Jährige, als sie die mittlere Tochter „bei uns im Dorfener Kindergarten anmelden wollte“ und sie nicht dort, sondern nur in Icking selbst einen Platz bekommen konnte. „Wir haben das Gespräch mit dem damaligen Bürgermeister gesucht“, erinnert sich Reithmann. Die konstruktive Kommunikation mit der Juristin beeindruckte Hubert Guggenmos offenbar: Wenig später sprach der Rathauschef sie an, ob sie sich nicht in die Gemeindepolitik einbringen wolle. Sie wollte.

Gemeinsam mit dem Bürgermeister sowie dem heutigen UBI-Vorsitzenden Dr. Georg Linsinger, Dr. Maximilian Kinkeldey und Claudia Roederstein formierte Reithmann 2005 aus Guggenmos’ Gruppierung UBL den Verein UBI. Grund für die kleine Namensänderung: die lautmalerische Nähe zum wenig schmeichelhaften Wort Übel. Ein Jahr später, nach dem frühen Tod Guggenmos’, wurde Reithmann stellvertretende UBI-Vorsitzende. 2014 zog sie in den Gemeinderat ein.

Und nun möchte sie Bürgermeisterin werden. Zieht sie als Chefin ins Rathaus ein, will sie in den kommenden Jahren Themen wie den Bau eines weiteren Kindergartens und die Schulsanierung in Angriff nehmen. „Die Änderungen der Betreuungszeiten erfordern eine Anpassung der Räumlichkeiten“, sagt sie, „und auch die Energiewende und der Siedlungsdruck werden uns gut beschäftigen.“

Das Bankerl oben in Walchstadt dürfte im Falle eines Wahlsiegs von Verena Reithmann wegen der vielen anstehenden Arbeit dann öfters verwaist bleiben.

peb

Fragen über Fragen

Lieblingsplatz in Icking? 

Die Bank unter dem Baum auf der Anhöhe zwischen Attenhausen und Walchstadt. 

Blasmusik oder Rock/Pop? 

Alles, und dazu noch Barock und Jazz, bitte. 

Wann waren Sie zuletzt in Tracht unterwegs? 

Beim Feldgottesdienst auf dem Kieberg in Dorfen. 

Mögen Sie Haustiere? 

Im Garten meine Bienen und im Haus die Spinnen, da sie für gutes Raumklima sprechen. 

Ordnungsfan oder locker drauf? 

Locker, locker. 

Bierfreund oder Weinliebhaber? 

In der Regel komm’ ich ohne beides klar. 

Strandurlaub oder Städtetrip? 

Städtetrip. 

Für Strandurlaub haben wir unsere Seen. 

Nachtragend oder verzeihend? 

Verzeihend. 

Drei Dinge für die Insel? 

Ein Segelboot, ein Cello und ein Liederbuch, wenn es „Dinge“ sein müssen. 

Noch lieber wären mir Menschen. Schweinshaxn oder Gemüseauflauf? 

Gemüseauflauf … aber bitte mit Käse. 

Als Chefin oder Mutter streng oder gutmütig? 

Als Partner und Mutter vor allem ergebnisorientiert. 

Haben Sie ein Vorbild? 

Jeder der sich nachhaltig für die Gemeinschaft engagiert. 

Ihr Motto? 

Es gibt nichts Gutes – außer: Man tut es.

Lesen Sie auch: Warum in Icking nur Frauen kandidieren

und Im Gespräch mit PWG-Bürgermeisterkandidatin Cornelia Zechmeister

Alle Infos rund um die Kommunalwahl im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen auf unserer

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