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Geht es nach der Ickinger SPD-Spitze, soll Dr. Beatrice Wagner (56) als Bürgermeisterin kandidieren. 

Bürgermeisterin Margit Menrad tritt nicht mehr an

Kommunalwahl 2020: Icking darf kein Pflaster für Spekulanten sein

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Dr. Beatrice Wagner will für die Ickinger SPD als Bürgermeisterin kandidieren - das sind ihre Pläne. 

Icking – Amtsinhaberin Margit Menrad tritt nicht mehr an, also wird der Chefsessel im Ickinger Rathaus zur Kommunalwahl am 15. März 2020 frei. Die Grünen haben Laura von Beckerath-Leismüller als ihre Bürgermeisterkandidatin nominiert. Auch die SPD liebäugelt mit einer Frau aus ihren Reihen an der Spitze der Gemeinde: Der Ortsverein (OV) verständigte sich am Mittwoch darauf, den Mitgliedern zur Aufstellungskonferenz im Dezember Dr. Batrice Wagner vorzuschlagen. Die 56-Jährige, Stellvertreterin von OV-Chef Julian Chucholowski, nahm gerne an.

Trotz der turbulenten Zeiten, die die Sozialdemokratie in Deutschland aktuell durchlebt, „trete ich an, weil ich mir durchaus Chancen ausrechne“, sagt die Paar- und Psychotherapeutin mit eigener Praxis in Icking im Gespräch mit unserer Zeitung. „Ich bin kein Parteisoldat. Fragen Sie mich also besser nicht nach der Bundes-SPD. Aber wir sind die Ickinger SPD, und die gibt es bald 50 Jahre. Wir können hier gemeinsam etwas bewegen.“

In Icking müsse wieder mehr gestaltet werden, fordert Wagner. Als sie 2010 mit ihrer Tochter von München nach Icking zog, „dachte ich, das hier ist das Paradies: Du hast die Nähe zur Stadt, trotzdem einen dörflichen Charakter und dazu eine umwerfende Natur. Mit der Zeit aber habe ich gemerkt, dass hier manches plan- und fantasielos läuft.“ Das möchte Wagner ändern. Ein Schwerpunkt ihrer politischen Arbeit im Falle eines Wahlsiegs soll der Natur- und Klimaschutz sein, ein anderer die Ortsgestaltung. Beide Themen seien vielschichtig. „Wir dürfen den Umweltschutz nicht einer einzigen Partei überlassen, sagt Wagner, die auch Vorsitzende der Ortsgruppe des Bund Naturschutz ist. „Mein Einsatz für die Umwelt bedeutet, dass wir in Icking auf der Seite all der jungen Menschen sind, die jetzt auf die Straße gehen und für die Bewahrung ihrer Lebensgrundlagen demonstrieren.“ Icking allein könne die Welt zwar nicht retten, „aber ich habe viele Ideen, wie wir mit gutem Beispiel vorangehen, für sozialen Naturschutz und für mehr Nachhaltigkeit“.

In Sachen Ortsgestaltung hält Wagner es wie der Sozialdemokrat Hans-Jochen Vogel. Münchens früherer Oberbürgermeister, ehemaliger Justizminister und Parteivorsitzender kämpft auch mit 93 Jahren vehement gegen den Bauland-Wucher und für eine Bodenrecht-Reform. Icking dürfe nicht zu einem Pflaster für Spekulanten verkommen, fordert Wagner. Menschen, die keine Großverdiener sind, müssten sich Icking weiterhin leisten können. Die Gemeinde brauche die „normalen“ Menschen, weil diese sie lebendig erhalten. „Auch müssen wir uns bei der Planung von Wohnungen trauen, neu zu gestalten mit gemeinschaftlichen Treffpunkten und Mehrgenerationenhäusern.“

Dem Thema Verkehr widmet Wagner ebenfalls große Aufmerksamkeit. Sie möchte Icking „nicht autofeindlicher, sondern fußgängerfreundlicher“ machen. Es müsse wieder attraktiv sein, kurze Wege zu Fuß zurückzulegen, indem man all die kleinen Abkürzungen im Ort begehbar mache. „Wenn wir zu Fuß schneller, schöner und auch noch sicher von A nach B kommen, lassen wir das Auto doch gerne stehen“, glaubt die 56-Jährige. „Diese Entschleunigung kommt der Lebensqualität aller zugute.“

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SPD-Ortschef Julian Chucholowski hält Wagner für die richtig Wahl. Sie habe sich in den vergangenen Jahren sehr für die Gemeinde eingesetzt, insbesondere für den Naturschutz, sagt der Kommunalpolitiker. „Beatrice opfert sehr viel Zeit für Icking, ist mutig, lässt sich nicht unterkriegen, ist aber offen für den Dialog.“  

peb

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