Kommunalwahl 2020

Kommunalwahl 2020: Grüne nominieren Laura von Beckerath-Leismüller als Bürgermeisterkandidatin 

Als erste Ickinger Partei haben die Grünen eine Bürgermeisterkandidatin gewählt: Laura von Beckerath-Leismüller. Sie hat eine große To-Do-Liste für die Isartalgemeinde. 

Icking – Ihr Auto hat sie verkauft und durch ein E-Bike ersetzt, im Garten hält sie drei Bienenvölker, und für die Fahrt nach München nutzt sie die öffentlichen Verkehrsmittel. Laura von Beckerath-Leismüller lebt „grün“, wählt grün, und bewirbt sich – im Rücken die frisch gegründete grüne Ortsgruppe – nun für das Amt der Bürgermeisterin.

Laura von Beckerath-Leismüller geht als Kandidatin der Grünen ins Rennen ums Bürgermeisteramt in Icking. 

Erst im vergangenen Mai haben die ersten der inzwischen 16 Mitglieder ihre Aufnahmeanträge unterschrieben, jetzt hat die Ortsgruppe eine Liste für die Kommunalwahlen aufgestellt und ihre Schriftführerin Beckerath-Leismüller zur Bürgermeister-Kandidatin bestimmt. „Die Leute haben eine wahnsinnige Energie und richtig Lust, etwas zu tun“, beschreibt Beckerath-Leismüller die Aufbruchstimmung. Für die nächste Zeit sind schon Workshops und die Gestaltung der Flyer geplant.

Die 42-Jährige ist in Icking aufgewachsen und hat nach einem zweijährigen Auslandsaufenthalt, einer kaufmännischen Ausbildung in Köln und einem Betriebswirtschafts-Studium in München zurück in die Isartalgemeinde gefunden. Nach der Gründung einer kleinen Catering-Firma, einem Job als Hoteldirektorin und dem Management der Finanzen des Münchner Kammerorchesters konzentriert sich die Mutter von achtjährigen Zwillingen nun auf die Leitung ihrer Firma für Gebäudemanagement.

Beckerath-Leismüllers Engagement in der Lokalpolitik wurzelt in einem andauernden Problem Ickings: die Verkehrsführung, vor allem am Schulzentrum. Sie ist Gründungsmitglied der Bürgerinitiative Verkehrssicherheit. „Verstopfte Straßen um kurz vor 8 Uhr, an- und abfahrende Busse, dazwischen kleine Kinder, die zu Fuß oder mit dem Rad in die Schule kommen“ – das sei kein Zustand gewesen, findet sie. „Wir haben vieles erreicht, aber einiges wurde von der Gemeinde auch auf die lange Bank geschoben“, erinnert sich die Unternehmerin. Die weitere Verbesserung der Verkehrssituation ist auch Thema ihres Wahlkampfs. „Ich möchte mich für Radwege einsetzen, die der Gemeinderat ohne Weiteres vom Tisch gewischt hat. Jedes Kind sollte sicher mit dem Rad in die Schule fahren können.“

Lesen Sie auch: Ickinger Schulen starten „Verkehrsfrei“-Projekt

Außerdem schwebt der 42-Jährigen ein Leitbild für Icking vor. „Wir sollten uns fragen, wo wir in 20 Jahren sein wollen und darauf hinarbeiten.“ Dazu wolle sie Meinungen und Ideen der Bürger einholen und so einen „roten Faden“ entwickeln.

Bürgerbeteiligung ist bei Beckerath-Leismüller groß geschrieben. „Bisher gibt es im Jahr einen einzigen Termin für die Bürgerversammlung. Wenn ich an dem Tag einen Schnupfen habe, darf ich ein weiteres Jahr warten, bis ich mein Anliegen äußern kann.“ Die Bürger an Bord zu holen, habe ihrer Meinung nach auch Vorteile für den Gemeinderat: „Damit erhalten die Politiker eine Art Stimmungsbarometer für die Gemeinde.“

Ebenfalls auf der To-do-Liste der Grünen steht die Schaffung ausreichender Betreuungsplätze, eine Überarbeitung des „altertümlichen Beleuchtungssystems“ auf den Straßen Ickings und die Beschäftigung mit CO2-Neutralität und einer autarken Energieversorgung. „Wir haben viele Dächer für Solarzellen und ein Regenwasserproblem.“ Ein befreundeter Ingenieur habe vorgeschlagen, das Wasser zu sammeln und damit eine Turbine anzutreiben. „Das klang spannend. Vielleicht kann man daraus etwas machen.“

Ihre noch wenigen Erfahrungen in der Lokalpolitik bereiten Beckerath-Leismüller keine Sorgen: „Ich bringe frischen Wind ins Rathaus, kann mit Zahlen umgehen und eine Firma mit 20 Mitarbeitern führen.“ Natürlich müsse sie sich im Falle ihrer Wahl erst einmal einarbeiten, aber das sei bei jeder neuen Stelle so. „Ich traue mir das Amt zu und habe keinerlei Bedenken.“ 

Leonora Mitreuter

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