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Die Zukunft von Icking wird derzeit stark diskutiert - auch von der Ickinger Initiative. 

Kommunalwahl 2020: „Icking bewahren“

Mit diesem Programm zieht die Ickinger Initiative in den Wahlkampf

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Reithalle, Mobilfunk, ein Veranstaltungsraum: Die Ickinger Initiative bezieht in einem Pressegespräch Position zu den großen Ickinger Themen. 

Icking – „Icking bewahren, ohne im Gestern zu verharren“: So lautet das Motto der Ickinger Initiative. Das bedeutet: Den ländlichen Charakter der Isartalgemeinde erhalten – aber Icking gleichzeitig weiterentwickeln. Wie dieser Spagat gelingen könnte, erläuterten Vertreter der politischen Gruppierung, die seit 1990 im Gemeinderat mitbestimmt, in einem Pressegespräch im Landhotel Klostermaier.

Areal der Reithalle ist „sensibles Terrain“

Nicht einverstanden ist die Ickinger Initiative mit den Plänen für das Areal, auf dem die im Sommer 2018 niedergebrannte Reithalle stand. „Für den Gemeinderat ist es selbstverständlich, dass dort ein Bürogebäude hinkommt“, sagte Vigdis Nipperdey. „Aktuell ist das 52 Meter lang, mit einem Querschenkel von 22 Metern – ein Riesending.“ Dabei handele es sich bei dem Areal um „sensibles Terrain“ nahe dem Landschaftsschutzgebiet, betonte Dr. Alfred Vogel. Das vertrage sich definitiv nicht mit dem Verkehr, den ein neues Wohngebäude sowie „Industrie“ verursachen würden. „Und vor allem: Was passiert, falls das Unternehmen irgendwann wegzieht? Dann haben wir ein Riesengebäude herumstehen“, ergänzte Nipperdey. Die Mehrheit des Gemeinderats lasse sich auf ein „Risikospiel“ ein, die Ickinger Initiative nicht. Sie möchte allein Wohnungen auf dem Grundstück am Isarufer bauen.

Strahlenbelastung soll gering gehalten werden

Vigdis Nipperdey von der Ickinger Initiative

Der Mobilfunk beschäftigt die Initiative ebenfalls. Fast jeder besitze heutzutage ein Smartphone, jeder poche darauf, überall Empfang zu haben. „Nur den Masten möchte keiner haben“, stellte Nipperdey fest. „Wenn wir nur verweigern und sonst nichts tun, kommt der Masten sonst wo hin“, gab Vogel zu bedenken. Sein Vorschlag: Einen Standort mit möglichst geringer Strahlenbelastung für die Bevölkerung zu finden. Vogel: „So sind wir viel besser dran.“

Eines sei glasklar: Icking braucht einen großen Veranstaltungsraum. Der mögliche Ort: die sanierungsbedürftige Turnhalle. Ob ein Neubau oder eine Aufstockung der bestehenden Liegenschaft, sei dahingestellt. „Immer wieder wird nach einem Jugendraum gefragt, der könnte dort entstehen“, betonte Dr. Otto Güllich. Mit dem Blick auf Klima- und Naturschutz wünscht er sich von der Gemeinde, dass sie den Ickingern „mehr beratend zur Seite steht und informiert“.

Mehr Barrierefreiheit im Ort ist der Initiative ebenfalls ein Anliegen. „An vielen Stellen fehlen Absenkungen am Gehsteig“, meinte Bärbel Müller. Das Kopfsteinpflaster – etwa am Wenzberg – sei für Menschen mit Rollatoren oder Kinderwagen eine Herausforderung und müsse entfernt werden.

Lesen Sie auch: So lief die Ickinger Podiumsdiskussion 

Was der Ickinger Initiative auch fehlt, ist ein Bürgermeisterkandidat. Nipperdey nennt das rückblickend „keine kluge Entscheidung“. Sie gesteht: „Wir haben uns bemüht, aber keinen Kandidaten gefunden.“ Das bedeute im Umkehrschluss nicht, dass die Initiative eine der vier Kandidatinnen, Laura von Beckerath-Leismüller (Grüne), Dr. Beatrice Wagner (SPD), Cornelia Zechmeister (PWG) oder Verena Reithmann (UBI), Schützenhilfe gebe. Ziel sei es vielmehr, aus eigener Kraft möglichst viele Stühle im neuen Gemeinderat zu besetzen, derzeit sind es drei. Nipperdey: „Wenn ich einen Wunsch frei hätte, wären das natürlich alle unsere vier Spitzenkandidaten.“ Sprich sie selbst, Vogel, Güllich und Bärbel Müller. 

Alle Infos zur Kommunalwahl im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen finden Sie hier

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