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Große schauspielerische Leistung: Die Darsteller der Laienbühne Icking wagten sich an das Stück „Verbrennung“ – und wurden mit viel Applaus belohnt.

Laienbühne Icking

Die Kraft der Worte beendet das Schweigen

Irschenhausen – Die Laienbühne Icking wagte sich an das Stück "Verbrennungen" des Exil-Libanesen Wajdi Mouawad. Die Zuschauer erlebten einen ungewöhnlich packenden Abend. 

Die ganz in Weiß gehaltene, geradezu spartanische Bühnenausstattung trug dazu bei, die Figuren des Stücks besonders eindringlich wirken zu lassen. Erzählt und gespielt wurde die dramatische Lebensgeschichte der mutigen Nawal, die lange nach ihrer Flucht aus dem Nahen Osten die letzten fünf Jahre ihres Lebens im sicheren Exil vollständig verstummt ist. Bei ihrem Tod erhalten ihre Zwillinge Jeanne und Simon neben einer ungewöhnlichen Anordnung zum Beerdigungsritual jeweils einen Briefumschlag, den sie an ihren tot geglaubten Vater und ihren älteren Bruder übergeben sollen. Die Suche nach ihren Verwandten führt die Zwillinge in die namentlich nicht genannte Heimat ihrer Mutter, in ein vom Bürgerkrieg gezeichnetes Land.

Einem Krimi gleich begleiteten die Zuschauer Jeanne und Simon auf ihrer Reise in die Ferne mit immer neuen, unvorhersehbaren Ereignissen. Eine Reise, die der Weg zur Wahrheit und zur eigenen unbekannten Geschichte ist. Szene um Szene setzte sich wie ein Puzzle zusammen und machte die Zuschauer immer noch gespannter. Dabei nimmt „Verbrennungen“ ähnlich einer griechischen Tragödie ein kaum vorstellbares Ende.

An diesem über dreistündigen Theaterabend erlebte das so faszinierte wie betroffene Publikum die gelungene Darstellung der individuellen Dimension der Schrecken des Krieges anhand der Lebensgeschichte Nawals und ihrer Familie. Bei all dem Grauen und der Gewalt gelingt es den 18 Darstellern der Laienbühne Icking auf beeindruckende Weise, die Absicht des Autors zu vermitteln. Nämlich neben dem Spielen und Erzählen des Grausamen zu zeigen, dass die Kraft der Worte, gesprochen und geschrieben, das unerklärliche Schweigen beendet, die Wahrheit erscheinen und nur so letztlich auch verarbeiten lässt.

Die Inszenierung dieses besonderen Stücks, so Regisseur Dr. Stefan Mayer-Voigt, „ist unserer Theatergruppe nicht leicht gefallen“. Bereits vor zehn Jahren hatte er sich damit beschäftigt. Doch zum damaligen Zeitpunkt „schien die Zeit noch nicht reif“. Durch die aktuelle Situation sind Kriegsbilder und Flüchtlingselend allgegenwärtig, und der richtige Zeitpunkt für die Umsetzung der Inszenierung war für ihn gekommen.

Frenetischer Schlussapplaus nach drei Vorhängen bestätigte den Vereinschef und seine überzeugenden Schauspieler, die einen solchen Abend durch ihr herausragendes Engagement möglich machten.

Letzte Aufführung

Das Stück wird am heutigen Freitag, 22. Juli, um 20 Uhr (Einlass 19.30 Uhr) noch einmal im Zelt am Stockerweiher 27 in Irschenhausen aufgeführt. Karten für zwölf Euro (ermäßigt acht Euro) gibt es an der Abendkasse.

tam

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