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Großer Andrang herrschte am Samstagabend im Hollerhaus: Die bekannte Rundfunksprecherin Beate Himmelstoß gestaltete zusammen mit den Garchinger Pfeifern einen Oskar-Maria-Graf-Abend.

Veranstaltung im Hollerhaus

Eine Huldigung an Oskar Maria Graf

Icking - Die bekannte Hörfunksprecherin Barbara Himmelstoß hat am Samstagabend im Hollerhaus aus Oskar Maria Grafs "Bayerischen Dekameron" gelesen. Das Interesse war gewaltig. Hollerhaus-Chefin Lia Schneider-Stöckl hätte viel mehr Karten verkaufen können.

Dass die Werke des 1894 in Berg am Starnberger See geborenen Schriftstellers Oskar Maria Graf die Menschen immer noch faszinieren, freute die bekannte BR-Radio- und Hörbuch-Sprecherin Beate Himmelstoß besonders. „Ich bin in Starnberg geboren und aufgewachsen. Da war es klar, dass ich irgendwann mal auch eine Lesung zum Bayerischen Dekameron mache“, sagte die 58-Jährige im Gespräch mit unserer Zeitung. Und auch im nur wenige Kilometer von Grafs Heimat entfernten Hollerhaus schien es am Samstagabend viele Hörer zu geben, deren Verwandte den Schriftsteller noch kannten. „Mein Großvater ist ihm öfter begegnet“, erklärte beispielsweise Lia Schneider-Stöckl. Für den passenden musikalischen Rahmen sorgten die mit dem Tassilo-Preis ausgezeichneten Garchinger Pfeifer. Ihre altbairischen Instrumente wie beispielsweise die selten gehörte Schwegelpfeife begleiteten die szenische Lesung.

Die nuancenreiche Stimme von Beate Himmelstoß beeindruckt

Die Hauptattraktion war aber die nuancenreiche Stimme von Beate Himmelstoß, mit der sie mal in die Rolle eines bayerischen Bierdimpfls schlüpfte, um gleich darauf zur hohen Tonart einer schüchternen Magd zu wechseln. Selbstverständlich waren es auch die amüsanten Kurzgeschichten, die das Publikum immer wieder zum Lachen brachten. Sie handelten von Bräuchen wie das heute noch praktizierte „Brautverstecken“ oder schlechten Angewohnheiten wie in der amüsanten Geschichte über die beiden Spanner Josef und Alois, die im Dunkeln an einer Parkbank am Ufer des Starnberger Sees zu „bestraften Lurern“ werden.

Stilecht wurde Bier aus Steinkrügen ausgeschenkt

Dass der „Bayerische Dekameron“ bereits vor 88 Jahren erschienen ist, merkte man nur an wenigen Stellen. Und auch das Versprechen, das Oskar Maria Graf bei der Veröffentlichung den Lesern gab, wurde auch ein knappes Jahrhundert später noch eingelöst: „Wer an Ärger oder Griesgram leidet, für den bin ich die beste Medizin. Viele haben sich über meinen Inhalt schon gesund gelacht“, hatte Graf einst behauptet. Dem 1967 in New York gestorbenen Autor hätte sicher auch gefallen, dass bei der Lesung am Samstagabend bayerisches Bier in traditionellen Steinkrügen ausgeschenkt wurde. Peter Hermann

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