Erneut Polizei-Ermittlungen bei Holzkirchen: S3 endet vorzeitig

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Sterbelieder fürs Leben präsentieren (v. li.) Josef Brustmann, Marianne Sägebrecht und Andy Arnold am Sonntag in der Auferstehungskirche in Icking.

„Marianne ist einfach wunderbar“

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„Sterbelieder fürs Leben“ heißt das Programm, das Marianne Sägebrecht (Sprecherin), Andy Arnold (Saxophon/Klarinette) und Josef Brustmann (Gesang/Musik) am Sonntag, 19. November, ab 19 Uhr in der evangelischen Aufstehungskirche in Icking spielen.

Icking  Das Programm gibt es bereits seit sieben Jahren. Im Landkreis wird es zum ersten Mal aufgeführt. Gleichzeitig ist es der erste offizielle Heimauftritt des Wahl-Ickingers Josef Brustmann. Unsere Mitarbeiterin Bettina Sewald sprach mit dem Deutschen Kabarettpreisträger 2015.

Herr Brustmann, „Sterbelieder fürs Leben“ – wie kam es zu diesem ungewöhnlichen Programm?

Wir haben vor sieben Jahren für den Kunstmann Verlag eine CD mit Sterbeliedern gemacht. An ein Live-Programm war zunächst gar nicht gedacht. Bei der CD- Präsentation im Münster von Esslingen waren an einem Montag dann 400 Zuhörer in der Kirche. Die waren nach der Vorführung so beseelt und glücklich. Das war für uns wie ein kleines Wunder und hat uns nachhaltig bewegt, so dass wir einfach weiter machen mussten. Wir spielen das jetzt seit sieben Jahren – und immer wieder sehr gerne.

Wann ist der richtige Zeitpunkt für dieses vielleicht etwas morbide Thema?

Das Programm eignet sich natürlich am besten in den ruhigeren Jahreszeiten, also zu Allerseelen, in der Karwoche oder in der Vorweihnachtszeit. Da sind die Leute nachdenklicher und damit vielleicht offener für Melancholie. Im positiven Sinne. Uns ist es wichtig, dass man in der Trauer auch etwas Tröstliches finden kann. Man kann dem Thema durchaus eine heitere Seite abgewinnen. Es ist ja beispielsweise nach einer Beerdigung wichtig, dass man über den Verstorbenen spricht und ihn mit den erzählten Anekdoten quasi aufleben lässt. Tot ist man ja eigentlich erst, wenn keiner mehr über einen spricht.

Nach Irschenhausen und Dorfen spielen Sie am Sonntag das erste mal offiziell in Ihrer neuen Heimatgemeinde Icking. Sind Sie ein bisschen aufgeregter als sonst?

(grinst) Nein, das wäre zu viel gesagt. Aber ich finde den Gedanken ganz witzig, dass es mit diesem Programm zusammen mit der großartigen Marianne Sägebrecht und dem von mir ebenfalls sehr geschätzten Andy Arnold mein erster offizieller Auftritt in Icking ist. Es ist für mich das wertvollste Programm, das ich bislang geschrieben habe. Das hat mich mit der Auswahl der Texte, dem Zusammenstellen und Schreiben der Musik bis hin zur Aufnahme in dem Tonstudio und der Gestaltung des CD-Covers immerhin knapp zwei Jahre beschäftigt.

Macht es nicht trübsinnig, wenn man sich zwei Jahre lang mit dem Thema Sterben befasst?

Im Gegenteil. Dieses Bewusstsein um die Endlichkeit hat mich unglaublich wachgerüttelt. Das war die fruchtbarste Arbeit, die ich je hatte. Sie hat mir bewusst gemacht, wie wertvoll die Lebenszeit ist, und wir täglich neu entscheiden können und müssen, ob wir sie verplempern oder bewusst auskosten. Bei der intensiven Recherche habe ich so eine Lebenslust entwickelt. Die möchten wir weitergeben.

Wie ist die Zusammenarbeit mit Marianne Sägebrecht und Andy Arnold?

Marianne ist einfach wunderbar. Die Zusammenarbeit hat etwas ganz Schwereloses. Wir spielen das Programm mit größter Leidenschaft und Hingabe. Jeder von uns – auch der Andy – bringt immer wieder eine neue Musik, einen Text oder neue Idee mit, wir sind gefühlsmäßig total im Gleichklang. Wir haben schon gesagt: Das Programm spielen wir bis an unser Lebensende.

Info

Karten zum Preis von 18 Euro (ermäßigt zehn Euro) gibt es im Vorverkauf in der Buchhandlung Isartal in Ebenhausen und im evangelischen Pfarramt Hohenschäftlarn (Telefon 0 81 78/37 43) sowie an der Abendkasse.

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