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Filmszene aus der „Grießnockerlaffäre“: Im Disco-Bus geht’s rund. 

Klappe im Disco-Bus

Ickinger steht für „Grießnockerlaffäre“ vor der Kamera

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Einmal mit einem berühmten Schauspieler vor der Kamera stehen: Martin Hell (19) aus Icking kann das auf seiner Wunschliste abhaken. Am Set der Kino-Sommerkomödie „Grießnockerlaffäre“ hatte er großen Spaß – und ist auf den Geschmack gekommen.

Icking – Die Drehtage liegen schon über ein Jahr zurück. Doch Martin Hell erinnert sich, als wäre es gestern gewesen. Der aufgeweckte Bub ist 19 Jahre alt, kommt aus Icking, hat das Down-Syndrom und ist im Kinofilm „Grießnockerlaffäre“ nach dem Krimi von Rita Falk an zwei der witzigsten Szenen beteiligt. Gemeinsam mit einer Gruppe von Menschen mit Behinderung war er dafür zwei Drehtage im Einsatz.

Hat Blut geleckt: Martin Hell würde am liebsten sofort wieder vor der Kamera stehen.

„Bei der Szene im Bus, da is’ mir schon ganz schön schwindelig geworden,“ gesteht der 19-Jährige. In der Szene spielt der suspendierte Polizist Franz Eberhofer mit der Behinderten-Gruppe „Disco-Bus“ und dreht im Kreisverkehr eine Runde nach der nächsten. Mama Sybille Hell ergänzt: „Das ging wirklich ewig. Eine Wiederholung nach der nächsten. Immer im Kreis herum. Ich dachte wirklich, irgendeiner fängt gleich an zum Spei’n.“

Aber es haben alle tapfer durchgehalten. Und auch die Szene am Friedhof ein paar Tage später klappte trotz Wetterkapriolen gut. Martin Hell weiß seitdem, wie viel Geduld Film-Schauspieler bei Dreharbeiten manchmal haben müssen. „Es hat plötzlich geschneit. Da konnten wir nicht weitermachen. Erst musste jemand die Wiese fegen, damit kein Schnee mehr drauf liegt.“ Die Wartezeit haben die Nachwuchsschauspieler dann im Catering-Zelt verbracht: „Wir mussten echt lange warten und alle Szenen auch oft wiederholen.“

Trotzdem hat ihm die Schauspielerei und vor allem die Zusammenarbeit mit Profi-Schauspieler Sebastian Bezzel viel Spaß gemacht: „Der war total nett und freundlich, hat mit uns gequatscht und auch Fotos gemacht. Ich bin ein richtiger Fan von ihm geworden.“

„Ich hab’ mich noch nie so groß gesehen“

Stolz war Martin Hell auch bei der Kino-Premierenfeier im Sommer im Münchner Kino Mathäser. Zuerst ging’s mit den Stars über den roten Teppich, nach der Vorstellung durfte er mit allen Beteiligten auf die Bühne. „Das war toll,“ sagt Martin Hell strahlend und beschreibt sein Gefühl, als er sich auf der großen Leinwand das erste mal selber gesehen hat: „Ich konnte eigentlich gar nicht glauben, dass ich da wirklich drin bin. Ich hab’ mich ja noch nie so groß gesehen.“

Die Schauspielerei und vor allem Theater hat dem 19-Jährigen schon zu Schulzeiten unglaublich viel Spaß gemacht. Er war aktiv in der Theatergruppe und stand auch schon mit seiner Schwester Marie (16) beim integrativen Theater von Regisseurin Ulla Haehn in Zusammenarbeit mit der Komischen Gesellschaft in Geretsried auf der Bühne. „Ich mag gerne auswendig lernen und auch Singen,“ verrät der Hobby-Mime. Am liebsten würde er sofort wieder drehen oder mal beim Musical „König der Löwen“ oder seiner Lieblingsserie „H2O“ mitwirken.

Ab diesem Freitag dreht sich alles wieder um den Ernst des Lebens. Martin Hell hat seinen ersten Arbeitstag in den Geretsrieder Oberlandwerkstätten. Da muss er sich erstmal ans frühe Aufstehen gewöhnen. Um 6.15 Uhr kommt der Bus, um ihn abzuholen. Vielleicht hilft es ja, wenn der Fahrer die Musik lauter dreht, im Kreisverkehr eine extra Runde dreht und laut „Disco-Bus“ ruft – wie Sebastian Bezzel im Film.

Im Kino

Die „Grießnockerlaffäre“ läuft im Wolfratshauser Kino noch bis einschließlich Montag.

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