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Das Silvesterkonzert fand im ausverkauften Konzertsaal (1300 Sitzplätze) der Stadt Zhongshan statt.

„Radetzky Marsch“ begeistert Chinesen

Musikwerkstatt Icking auf Konzerttour durch China

Icking - Die Neue Philharmonie München, das Vorzeigeprojekt der Musikwerkstatt Icking, hat eine zwölftägige Konzerttour durch China unternommen. Sie erlebten viele aufregende Dinge.

Rund 65 Musiker der Neuen Philharmonie München waren zum Jahreswechsel auf Einladung der chinesischen Fuge Kultur und Kunst GmbH Zhuhai auf einer zwölftägigen Konzertreise von Peking nach Hongkong unterwegs. Für die Musiker der Musikwerkstatt Icking war es bereits die zweite Konzerttour nach China.

"Ein wunderbarerer Mix aus Sprachen"

Die Musiker (Klick für großes Bild).

Zielort war die romantische Stadt Zhuhai, die etwa so groß wie München ist. Durch die Vielzahl an Nationen der Orchestermitglieder (Armenien, Aserbaidschan, Belgien, Deutschland, Italien, Lettland, Litauen, Montenegro, Polen, Portugal, Rumänien, Schweden, Schweiz, Serbien, Slowenien, Spanien, Ungarn, Venezuela) kam es dabei zu einem „wunderbaren Mix aus Sprachen“, erzählt der Vorsitzende der Musikwerkstatt, Franz Deutsch. Bemerkenswert war, wie diese jungen Musiker, egal welcher Herkunft, miteinander zusammenwuchsen – nicht nur musikalisch, sondern auch im privaten und sozialen Umgang miteinander. Am Nachmittag des Ankunftstages ging es mit dem Bus in die Stadt Zhongshan, wo am nächsten Tag das Silvesterkonzert stattfand. Im gigantischen Kulturzentrum der 1,4-Millionenstadt traf man sich am nächsten Tag zur Probe und abends zum Konzert. Der Konzertsaal mit über 1300 Sitzplätzen war nahezu ausverkauft.

Eröffnet wurde der Abend mit der Ouvertüre aus der „Zauberflöte“ von Mozart, gefolgt von Edward Griegs Klavierkonzert – am Flügel die chinesische Pianistin Jieni Wan. Weiter ging es mit bekannten Stücken von Johann Strauss (Sohn), wie etwa dem „Kaiserwalzer“, „Rosen aus dem Süden“ und der „Pizzicato Polka“. „War der Applaus vor der Pause noch höflich freundlich, so sparten die Chinesen nach den schmissigen Stücken nicht mehr mit Beifall und anerkennenden Pfiffen“, sagt Deutsch. „Die geforderten Zugaben belohnten sie mit stehenden Ovationen.“

Eine stimmungsvolle Live-Show mit TV-Übertragung

Eine stimmungsvolle Live-Show mit TV-Übertragung vor dem Kulturzentrum stimmte alle auf den mitternächtlichen Jahreswechsel ein. Deutsch: „Die Einheimischen sahen uns Europäer mit neugierig-freundlichen Blicken an, wollten Fotos zusammen machen und nach dem Count-down gab es Glückwünsche zum neuen Jahr von allen. Man umarmte sich, gleich welcher Nationalität und gleich welcher Sprache.“

Konfetti-Regen für die Musiker in der Zehn-Millionen-Stadt Shenzen.

Am 2. Januar fand das zweite Konzert in Zhuhai statt. Auch hier wartete eine äußerst ansprechende und große Konzerthalle auf die Musiker der Neuen Philharmonie. Ein überdimensionales Plakat vor dem Gebäude kündigte das Ereignis an. Zu Mozarts Ouvertüre zur „Zauberflöte“, Griegs Klavierkonzert und einigen Strauss-Stücken kam diesmal das Klarinettenkonzert von Mozart dazu. Solist war der junge, hochtalentierte Fidelis Edelmann. Auch gab es vom chinesischen Publikum Standing Ovations. Am 3. Januar hieß es Abschied nehmen von Zhuhai. Die etwa dreistündige Busfahrt nach Shenzen, einer 10-Millionen-Stadt im Pearl River Delta, nördlich von Hongkong, nutzten viele Orchestermitglieder für einen erholsamen Mittagsschlaf.

Schon bei der Probe am 4. Januar beeindruckte die Shenzen Concert Hall mit außergewöhnlicher Akustik, Architektur und Größe. Dazu war der Bühnenrand üppig dekoriert. Kein Wunder: Nur wenige Tage zuvor – an Silvester und Neujahr – hatten hier die Wiener Symphoniker gastiert. Das zu Beginn des Konzertes eher gediegene Programm nahmen die Chinesen eher verhalten auf, erst bei den heiteren Stücken wie „Plink Plank Plunk“ und dem „Radetzky Marsch“ kam Stimmung auf. Vom Dirigenten Fuad Ibrahimov scherzhaft angeleitet, klatschten die Zuhörer begeistert mit. Erwähnenswert sei laut Deutsch die erstklassige Arbeit von Fuad Ibrahimov mit dem Orchester.

Am 5. Januar hieß es frühmorgens dann erneut Koffer packen. Ein freier Nachmittag in Hongkong war geplant, und voller Enthusiasmus nutzte jeder Musiker die Zeit, um einen unvergesslichen Eindruck von der Weltstadt mitzunehmen. „Allein der Blick auf das Meer von Wolkenkratzern war atemberaubend“, schwärmt Franz Deutsch. Abends startete der Rückflug nach München und es hieß: „Dsài djian“, auf Wiedersehen Asien. red

Das nächste Konzert in Wolfratshausen

Info: Die nächsten Konzerte der Neuen Philharmonie München sind am Dienstag, 8. März, in der Wolfratshauser Loisachhalle sowie am Mittwoch, 9. März, im Herkulessaal der Residenz München. Beginn ist jeweils um 20 Uhr.

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