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Gegenstand eines dauerhaften Zwists: Die Wiese am Egartsteig, auch Huberwiese genannt. 

Neue Runde im Streit um Wiese am Egartsteig

Bürgermeisterin kontert Vorwürfe

Icking - "Geheimhaltungspolitik", "überfallartige Abstimmungsversuche": Die Vorwürfe der Ickinger Initiative in Richtung Bürgermeisterin Margit Menrad in Sachen Wiese am Egartsteig waren massiv. Darauf hat sie zusammen mit ihrem Vize Dr. Peter Schweiger in einer Pressekonferenz reagiert. 

Es gehe doch um sachliche Inhalte. Und die vermisse sie sehr in dem Schreiben, das von der Ickinger Initiative bei der jüngsten Gemeinderatssitzung in Umlauf gebracht worden war, so Menrad. Die neueste Information der Liste offenbare „in erschreckendem Umfang, wie altgediente und eigentlich erfahrene Gemeinderäte wie Frau Nipperdey und Herr Dr. Vogel mit Unwissenheit falsche Informationen verbreiten“, erklärte die Bürgermeisterin. Dies sei so eklatant, dass der Verdacht der bewussten Desinformation nahe liege.

Menrad will falsche Informationen nicht im Raum stehen lassen

Menrad wehrt sich jedenfalls entschieden gegen den Vorwurf, „überfallartig“ auf eine Zustimmung des Gemeinderates zur Umwandlung der Wiese am Talberg und Egartsteig gedrängt zu haben. „Es lag ein entsprechender Antrag des Grundstückseigentümers vor, und den haben wir wie jeden anderen auch im Gemeinderat zu behandeln“, sagt Menrad. So geschehen an Tagesordnungspunkt 6 der Gemeinderatssitzung am 20. Januar 2015. Besonders erstaunt zeigt sich Menrad über den Vorwurf der „Geheimhaltungspolitik“. Der Begriff sei völlig daneben. „Wir haben nur in eine nichtöffentliche Sitzung gepackt, was da reingehört – nämlich detaillierte Modalitäten des Kaufvertrags.“

Über die Zulässigkeit des Bürgerbegehrens wird am 18. April entschieden

Den es im Übrigen noch gar nicht gibt. In besagter Sitzung im Januar 2015 sei lediglich beschlossen worden, in Kaufverhandlungen einzutreten – was seinerzeit durch die von der Ickinger Initiative beantragte Klausur zum Flächennutzungsplan vorübergehend gestoppt worden sei. Derzeit sei der Entwurf eines Kaufvertrags im Hinblick auf ein mögliches Bürgerbegehren, über dessen Zulässigkeit der Gemeinderat in seiner Sitzung am 18. April zu entscheiden habe, jedoch zurückgestellt.

Die Wiese am Egartsteig ist landwirtschaftlich privilegiert

Der Bürgermeisterin ist es ein Rätsel, wie die Ickinger Initiative behaupten könne, sie wolle sich dafür einsetzen, dass die Wiese so bleibt, wie sie ist. „Das mag in autoritären Staaten wie Nordkorea möglich sein, nicht aber in einem demokratischen Rechtsstaat“, so Menrad. Sie erinnerte daran, dass die Wiese am Egartsteig landschaftlich privilegiert sei und somit vom Eigentümer jederzeit auch anders genutzt werden könne. „Er kann dort Mais anbauen, schnellwachsende Bäume anpflanzen oder einen Stall aufstellen – dann bietet die Wiese auch schnell ein anderes Bild.“

Die Rathauschefin begrüßt den Bürgerentscheid

Grundsätzlich müsse man überlegen, ob die Gemeinde nicht dringend eine Fläche brauche, die sie entwickeln könne, sagte die Bürgermeisterin. Grundsätzlich sei sie in dieser Sache jedoch sehr objektiv („wenn die Wiese Wiese bleibt, okay“) und stehe deshalb dem Bürgerbegehren positiv gegenüber. „Ich will nicht gegen, sondern für die Gemeinde entscheiden, deshalb begrüße ich einen Bürgerentscheid.“Rudi Stallein

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