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Als Duo "Schlafende Hunde" gastiert Oliver Hepp zusammen mit seiner Bühnenkollegin Eva Stephan am 12. und 13. März im Hollerhaus. 

Hollerhaus in Irschenhausen

Eine ganz spezielle Rückkehr

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Icking - Der Schweizer Oliver Hepp wurde einst im Hollerhaus geboren. Jetzt kehrt er an den Ort seiner Geburt zurück. Und zwar als Kabarettist.

Wie das Leben so spielt, könnte man folgende kuriose Geschichte umschreiben. Erzählt wird sie von dem Ickinger Kabarettist Peter Spielbauer. „Neulich in Zürich, nach einem Auftritt, spricht mich einer an, wo ich denn herkäme? Aus dem Süden von München sage ich.“ Im weiteren Verlauf des Gesprächs habe sich herausgestellt, dass sein Gesprächspartner Oliver Hepp heißt, in der Schweiz aktiver Musiker, Autor und Kabarettist ist. Und dass er im Hollerhaus in Irschenhausen geboren wurde. Besagter Oliver Hepp ist also ein waschechtes „Hollerhauskind“.

Hepp hat köstlichste Kindheitserinnerungen

Doch der Reihe nach: „Am 7. November 1962 stolperte meine damals hochschwangere Mutter unglücklicherweise auf der steilen und später berühmt-berüchtigten und quietschroten Holztreppe, die Parterre und ersten Stock des Hollerhauses verbindet“, erzählt Oliver Hepp im Gespräch mit unserer Zeitung. Übrigens sei diese Treppe auch die gleiche, auf der sich Ottfried Fischer als der „Bulle von Tölz“ unzählige Male hinauf gequält hat. „Dadurch ausgelöst wurde eine Sturzgeburt, die mich schneller als geplant in die Welt spülte“, so der Wahl-Schweizer. Die rasante Inkarnation im katholischen Oberbayern sowie der Umstand, dass Mutter und Kind gesund waren, „sorgten bereits in meinen ersten Lebensstunden für Heiterkeit. Das Hollerhaus ist für mich eine Schatztruhe, gefüllt mit den köstlichsten Kindheitserinnerungen.“

Im Hollerhaus hatte man ein Herz für ledige Mütter

Der Kontakt zum Hollerhaus kam übrigens damals über Olivers Vater Herbert zustande, der den Sohn von Felix Buttersack, dem damaligen Mitbegründer und Herausgeber des Münchner Merkurs kannte. Buttersack hatte das Hollerhaus in Irschenhausen in den 1930er Jahren für seine Schwester Baronin Marianne von Beaulieu erworben. Die gesellige Baronin eröffnete bald darauf die „Pension Hollerhaus“. „Deren Tochter Ingrid Lepsius hatte ein Herz für ledige Mütter und ermöglichte meinen Eltern in ihrer Notlage, dass wir im Hollerhaus in der Bauernstube unterkommen konnten. Und schwupp, war ich schon auf der Welt.“ Oliver Hepps Eltern heirateten schließlich und lebten knapp vier Jahre in Irschenhausen. Als sie sich schließlich trennten, zog Oliver mit seiner Mutter Monika nach München. In Zürich lebt er inzwischen seit 27 Jahren, doch sein Ferien-Wohnsitz war und ist Bayern. „Ich liebe das Isartal und das Hollerhaus. Dort kenne ich jeden Strauch und jeden Stein.“

Ominöse Schleiertänze im und vor dem Hollerhaus

Dank Peter Spielbauers Intention ist es nun gelungen, Oliver Hepp auch als Kabarettisten an seinen Geburtsort zurückzuholen. Am Wochenende 12. und 13. März präsentiert er zusammen mit seiner Bühnenpartnerin Eva Stephan als Duo „Schlafende Hunde“ sein Theatral-Musikalisches Kabarettstück „Himmel, Hirsch und Hirn – ein höllisches Vergnügen“. Ein sehens- und hörenswertes Religionspanoptikum: klug, lustig, kurzweilig und anspruchsvoll, bei dem sich die Akteure als reine Verwandlungskünstler präsentieren. Und noch eine Besonderheit gibt es dabei: „Im Stück kommen auch Schleiertänze vor“, sagt Oliver. Und damit schließt sich wiederum ein Kreis. Denn noch heute erzählt man sich in Irschenhausen, dass im Jahr 1922 nächtliche Schleiertänze in und um das Hollerhaus stattgefunden hätten, die wegen des großen Interesses der männlichen Dorfbewohner zu allerlei Aufruhr bei den Bäuerinnen geführt haben sollen. Ein junger Großbauer beendete die Skandalgeschichte schließlich mit dem lapidaren Satz: „Mir g’fallt’s!“ Reservierung für das Kabarett im Hollerhaus sind unter Telefon 0 81 78/44 08 möglich.

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