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Elke Stamm, evangelische Pfarrerin in der Kirchengemeinde Ebenhausen.

Gott und die Welt

Pfarrerin sagt: Jammern hilft in puncto Klimaschutz nicht weiter

In unserer Rubrik „Gott und die Welt“ mahnt Pfarrerin Elke Stamm: „Motivation zum Handeln ist Jammern selten.“

Icking/Ebenhausen - „Wie lange geht das so weiter?“ – „Die Hitze ist unerträglich!“ – „Das ist nicht auszuhalten.“ – Wann regnet es endlich mal wieder?“ Und wenn es dann endlich regnet, dann ist es auch nicht recht: Entweder es regnet viel zu stark oder viel zu lange… „Mehr als zwei Tage Regen sind ja nicht auszuhalten, Wann kommt endlich der Sommer wieder?“, wird dann gejammert. Gejammer übers Wetter ist in diesem Sommer überall zu hören. Und im Winter war’s auch nicht anders, da hatte uns ja das Schneechaos im Griff.

Ja, manche Wettererscheinungen sind wirklich extrem und zeugen vom Klimawandel. Aber mal abgesehen davon, dass das vielen Menschen nun die Notwendigkeit einer veränderten Lebensweise zum Klimaschutz ins Bewusstsein rückt, hilft Jammern ja überhaupt nicht und niemals. Es macht doch alles nur noch schlimmer, und das eigene Leben erscheint umso unerträglicher. Und Motivation zum Handeln ist Jammern selten.

Dabei können wir doch dankbar sein über diesen schönen, sonnigen und warmen Sommer, den viele von uns draußen, in den Biergärten, an den Seen und in den Bergen oder bei Open-Air-Events in vollen Zügen genießen. Ich liebe den Sommer sehr und freue mich auch schon auf den Herbst und den Winter. Jede Jahreszeit ist wunderschön. Und ich bin dankbar dafür, dass uns so eine wundervolle Schöpfung geschenkt wurde, und dass wir so gut auf dieser Erde leben können.

„Die Sonne scheint für dich“

Sören Kierkegaard spricht mir aus dem Herzen: Er schrieb im 19. Jahrhundert: „Die Sonne scheint für dich – deinetwegen (…) Es wird Frühling, Vögel schwärmen herbei, dich zu erfreuen, das Grün sprießt, der Wald wächst schön und steht da wie eine Braut, um dir Freude zu schenken. Es wird Herbst, die Vögel ziehen fort, weil sie sich rar machen wollen, nein, nur damit du ihrer nicht überdrüssig würdest. Der Wald legt seinen Schmuck ab, nur um im nächsten Jahr neu zu erstehen, dich zu erfreuen … All das sollte nichts sein, worüber du dich freuen kannst? Lerne von der Lilie und lerne vom Vogel, deinen Lehrern: Zu sein heißt: für heute da sein – das ist Freude.“

Der dänische Philosoph Kierkegaard bezieht sich dabei auf eine Stelle im Matthäus-Evangelium: „Macht euch keine Sorgen um euer Leben, ob ihr etwas zu essen oder zu trinken habt, und um euren Leib, ob ihr etwas anzuziehen habt! Das Leben ist mehr als Essen und Trinken, und der Leib ist mehr als die Kleidung! Seht euch die Vögel an: Sie säen nicht, sie ernten nicht, sie sammeln keine Vorräte – aber euer Vater im Himmel sorgt für sie. Und ihr seid ihm doch viel mehr wert als Vögel! Wer von euch kann durch Sorgen sein Leben auch nur um einen Tag verlängern?“ Also – machen Sie sich keine Sorgen und genießen Sie dankbar den Sommer und die wundervolle Schöpfung Gottes. Elke Stamm

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