Petition gegen Absetzung der Volksmusik

Volksmusik-Protest: BR lädt Ickinger Max Stocker ein

Icking - „90 Prozent  sind für die Volksmusik“ sagt der Ickinger Maximilian Stocker (24). Er protestiert gegen die Absetzung auf Bayern-1. Jetzt hat ihn der Bayerische Rundfunk eingeladen.

172 Tage läuft sie noch, die Online-Petition des Ickingers Maximilian Stocker (24) und der 24-jährigen Ruth-Maria Frech aus Irschenhausen gegen die Absetzung der täglichen Volksmusik auf Bayern1 (wir berichteten). Stand Freitagabend haben 8588 Unterstützer unterzeichnet, davon 7768 aus Bayern. Das sind etwas mehr als ein Fünftel der Unterschriften, die für das Erreichen der Quorums nötig sind. Für Maximilian Stocker, Mitglied der Bayernpartei im Landkreis, ist das aber nicht entscheidend, wie er im Gespräch erläutert.

Herr Stocker, haben Sie heute schon Volksmusik gehört?

Nein, heute noch nicht. Aber das kommt bestimmt noch. Vielleicht am Abend nach der Arbeit.

Wenn Bayern 1 seine beiden Volksmusik-Sendungen nach Pfingsten ins Internet verbannt – werden Sie die noch hören?

Nein, das werde ich nicht. Ich habe viele Volksmusik-CDs zu Hause, außerdem höre ich auch gerne andere Musik auf anderen Sendern.

Strafe muss sein...

Maximilian StockerDer 24-Jährige stemmt sich mit einer Online-Petition gegen die Verbannung von Volksmusik aus dem Radioprogramm von Bayern 1.

Genau. Mehr als 8000 Menschen haben die Petition bereits unterschrieben. Das ist toll, und ich bin total überrascht, dass es schon so viele sind. Um das Quorum zu schaffen, bräuchten wir aber 36 000. Keine Ahnung, ob wir die erreichen werden. Aber darauf kommt es uns auch gar nicht an.
 
Worauf denn dann?
Wir möchte ein Zeichen setzen. Dafür, dass die Volksmusik ein fester Bestandteil der bayerischen Kultur ist und einen Platz in einem frei empfangbaren Radiosender verdient. Wir werden die Unterschriften auf jedem Fall dem Bayerischen Rundfunk vorlegen, egal, ob das 10 000, 12 000 oder 20 000 sind. Ich habe auch schon Kontakt zu Michael Piazolo von den Freien Wählern aufgenommen. Die haben auch eine Online-Petition am Laufen. Vielleicht kann man ja gemeinsam noch zusätzlich etwas auf die Beine stellen.
 
Wie sind denn bisher die Reaktionen auf Ihre Aktion?
Wir werben natürlich massiv dafür, auf Facebook, im Verwandten-, Bekannten- und im Freundeskreis. Und es gibt niemanden, der sagt: „Weg mit der Volksmusik.“ 90 Prozent der Leute stehen total auf unserer Seite. Zehn Prozent haben einfach kein Interesse an dem Thema, die unterschreiben halt nicht. Das ist auch in Ordnung. Aber wissen Sie, was mich überrascht hat?

Was denn?

Dass der BR mich am Donnerstag angerufen hat. Zuerst hat ja Bayern 1 auf seiner Facebook-Seite all meine Kommentare entfernt und mich gesperrt. Angeblich, weil ich gegen die Netiquette verstoßen habe, aber das stimmt nicht. Ich habe da ganz normal meine Meinung geäußert. Und jetzt rufen Sie mich plötzlich an und laden mich ins Fernsehen ein.

Aha. Wann denn?

Am 4. März, das ist ein Freitag. Ich soll da im Regionalfenster der Abendschau zwischen 17.30 und 18.30 Uhr an einer Diskussion zum Thema Volksmusik teilnehmen. Das wird live aus Holzhausen bei Erding gesendet. Der Chefredakteur von BR Heimat soll unter anderem dabei sein, der Chef vom Verband der Blasmusik und ich eben. Es soll über Pro und Contra von Volksmusik diskutiert werden.

Und? Werden Sie zusagen?

Habe ich schon. Das wird bestimmt ganz spannend. Ruth-Maria Frech werde ich auch mitnehmen. Und wir sollen noch 15 bis 20 Leute aus dem Trachtenverein mitbringen. Fürs Publikum.

Das Gespräch führte Frederik Lang

Rubriklistenbild: © dpa

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