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Eine Weihnachtsbotschaft – künstlerisch souverän gestaltet – präsentiert Alinde Rothenfußer derzeit mit ihrer Engel-Ausstellung im Hollerhaus. Unter den vielen Vernissage-Gästen war auch der bekannte Jazzmusiker Klaus Doldinger aus Icking. 

Purzelnde, schwebende Engel

Irschenhausen – Die Engelbilder von Alinde Rothenfußer lassen viel Spielraum für Interpretation.

„Die Ausstellung ist für mich eines der schönsten Weihnachtsgeschenke“, gestand Hollerhaus-Betreiberin Lia Schneider-Stöckl. Rund 100 Kunstinteressierte – unter ihnen auch der bekannte Jazzmusiker Klaus Doldinger – bewunderten am Samstagabend die 47 Bilder der Ickinger Malerin und Galeristin Alinde Rothenfußer.

Der Titel der feierlich eröffneten Ausstellung „Drüber und Drunter – Engel aller Orten“ versprach nicht zu viel. Denn die Darstellungen wichen doch stark von den Bildern ab, die etwa in Kirchen oder religiösen Büchern zu sehen sind. „Ihre Engel finden wir in Unterwelten, Überwelten, Nebenwelten, Seitenwelten. Sie fliegen, schweben, purzeln, stehen und rumpeln zusammen“, erklärte Elmar Zorn in seiner Grußansprache.

Der bekannte Kurator, der bereits Ausstellungen in den USA, Europa und China organisiert hat, kam nach eigenen Worten gern nach Irschenhausen, um der 75-jährigen Künstlerin zu ihrem Werk zu gratulieren. Er würdigte die „unglaubliche Fülle von Varianten der Farbräume und Konturenspiele“. Wer genau hinschaute, entdeckte schematische Krippensituationen, in denen statt Hirten die Elementarteilchen betend vor den Engeln stehen. Manchmal bilden auch Unschärfe-Fotografien den Hintergrund, gesäumt von diffusen Farb- oder Lichtzentren. „In jedem dieser Bilder steckt ein kleine Geschichte“, erkannte Zorn. Ein Geheimnis bleibt die von der Künstlerin erfundene Alrographie – eine Abkürzung für Alinde-Rothenfußer-Graphie – dennoch.

Die Künstlerin wollte sich zu der von ihr angewandten Technik bei der Vernissage nicht explizit äußern. Nur so viel: In einer Vermischung aus Tusche und Farbe werden Ansätze von gegenständlichen Strukturen, die sie in ihren Fotoaufnahmen rostiger Container auf Mülldeponien einholt, nach PC-Bearbeitung der Aufnahmen und deren Einfärbung gedruckt. Dann geht Rothenfußer auf die Suche nach Figuren auf den Vorlagen und definiert ihre Entdeckungen durch Verstärkung der Konturen mit Stift, Farb- und Tuschpinsel. So entstehen skurrile Wesen, die zu schweben und zu schwimmen scheinen. Manch einen erinnerten die Bilder an die Werke von Juan Mirò oder Max Ernst. Doch Alinde Rothenfußer verzichtete auch am Samstagabend bewusst darauf, dem Betrachter ihre Intentionen zu erläutern. „Jeder sieht in den Bildern etwas anderes. Man muss sie auf sich wirken lassen“, empfiehlt sie.

Gelegenheit dazu bietet sich noch bis zum 17. Januar. Die Ausstellung ist an Samstagen und Sonntagen jeweils von 14 bis 18 Uhr geöffnet. Wer an diesen Tagen keine Zeit hat, kann unter der Telefonnummer 0 81 78/44 08 auch einen anderen Termin vereinbaren. Dass die Bilder gut in die besinnliche Weihnachtszeit passen, unterstrich Elmar Zorn am Ende seiner Ansprache: „Diese Ausstellung ist natürlich eine Weihnachtsbotschaft, künstlerisch souverän gestaltet. Es ist eine Liebesbotschaft von großem Gefühl getragen.“

Peter Herrmann

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