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Quadro Nuevo hat ein neues Album aufgenommen: „Ist anders als alles bisherige“

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Von: Sabine Hermsdorf-Hiss

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Die Musiker von Quadro Nuevo an Bord der Brigantine „Florette“.
Die Musiker von Quadro Nuevo an Bord der Brigantine „Florette“. © Quadro Nuevo

Das Musik-Ensemble Quadro Nuevo hat ein neues Album aufgenommen. „Odyssee – A Journey into the light“ heißt es, präsentiert wird es im Hollerhaus.

Irschenhausen – Was haben Odysseus, König von Ithaka, Äneas und das Musik-Ensemble Quadro Nuevo gemeinsam? Sie alle machten sich auf die große Reise. Odysseus wollte nach dem Trojanischen Krieg zurück in die Heimat – was ihm aber erst nach zehn Jahren Irrfahrt gelang. Äneas wiederum wurde vertrieben und musste sich ein neues Zuhause suchen. Und Quadro Nuevo? Die begaben sich an Bord der alten Brigantine „Florette“ des Wolfratshauser Ehepaars Ron und Nicole Haynes. Ihre Mission: die Suche nach Verbindungen zwischen Mythos und Gegenwart. Die Ergebnisse ihrer „Journey into the Light“ präsentieren sie nun in Zusammenarbeit mit der Pasinger Fabrik bei Lia Schneider-Stöckl im Hollerhaus.

Ikarus’ Flug in die Freiheit: Eine Arbeit des Grafen René van der Voorden.
Ikarus’ Flug in die Freiheit: Eine Arbeit des Grafen René van der Voorden. © privat

Ziel der bereits reiseerprobten Musiker waren im September 2021 die Äolischen Inseln nördlich von Sizilien. Die rund 30 Weggefährten von Mulo Francel, Chris Gall, D.D. Lowka und Andreas Hinterseher konnten nicht facettenreicher sein: Neben weiteren Musikern begaben sich ein Biologe, eine Krimiautorin, eine Yoga-Meisterin, mehrere Fotografen, Kunsthistoriker und Altgriechisch verstehende Homer-Spezialisten sowie ein Hirnforscher der Berliner Charité auf die Spuren der Helden aus Homers Erzählungen.

Was ist davon übrig geblieben? Welche Bezüge lassen sich zu aktuellen Themen wie Klimawandel, Umweltverschmutzung, Krieg und Flucht herstellen? Um Antworten auf diese Fragen zu finden, wurden Szenen aus Odysseus’ Geschichte an den überlieferten Schauplätzen in verschiedenen Rollen nachgestellt und gefilmt. Doch wie wäre die Situation in der jetzigen Zeit? Würde Poseidon, Gott des Meeres, einst einen Tintenfisch als Kopfschmuck tragend, nun von Plastikmüll und anderem Unrat gekrönt? Oder stünde Zauberin Circe heute auf einem Schrottplatz?

Alte Geschichten treffen auf neue Musik

Inspiriert von dieser Reise entstanden Lieder, Texte und jede Menge Fotos und Videos. „Das Album ist definitiv anders als alles bisherige“, sagen Quadro Nuevo, die als europäische Antwort auf den argentinischen Tango gelten, über ihr Werk. Neben Improvisationen finden sich Balladen und sogar ein Wiegenlied für den gefallenen Ikarus auf dem Album. Sozusagen: Alte Geschichten treffen auf neue Musik.

Das Programm am Samstag

Das Hollerhaus in Irschenhausen präsentiert am Samstag, 14. Mai, drei außergewöhnliche Kulturevents. Um 17 Uhr beginnt in Zusammenarbeit mit der Pasinger Fabrik die Vernissage der Ausstellung „Odyssee – eine Reise ins Licht“ mit den Fotos von Annette Hempfling, Rene van der Voorden und Mike Meyer. Die Einleitung übernehmen Thomas Linsmayer, Annette Hempfling und Mulo Francel. Um 18 Uhr folgt die Einführung in „Die Odyssee und ihre Bedeutung bis heute“ mit Diskussion, Musik und dem Autor und Altphilologen Albert von Schirnding. Weitere Teilnehmer sind Thomas Linsmayer, Münchner Kulturschaffender (Pasinger Fabrik, Ebenböck-Haus, Salon im Lehel), Oliver Hochkeppel, Italienspezialist, Direktor des Deutschen Theaters sowie Philosoph, Historiker und Kulturjournalist der Süddeutschen Zeitung sowie Mulo Francel von Quadro Nuevo. Um 19 Uhr wird erstmalig das soeben im Münchner Volk-Verlag erschienene Buch „Odyssee – Eine Reise ins Licht“ präsentiert. Michael Volk, Inhaber des Verlags, wird dazu sprechen, die musikalische Umrahmung übernimmt Mulo Francel mit seinem Saxofon. Um eine Anmeldung unter Telefon 0 81 78/44 08 wird gebeten. Die Ausstellung ist bis 29. Mai samstags und sonntags von 14 bis 18 Uhr zu sehen.

Apropos Ikarus: Dieser war auch die Inspiration für das Cover von „Odyssee – A Journey into the light“. Der Sage nach wurden Ikarus und sein Vater Dädalus von König Minos auf Kreta gefangen gehalten. Da eine Flucht über die Meere nicht möglich war, wollten beide wie die Vögel davonfliegen. Dädalus erfand Flügel, indem er Federn mit Wachs auf ein Gestell klebte. Vor dem Abflug warnte er seinen Sohn, nicht zu hoch zu fliegen – die Sonne könnte das Wachs schmelzen lassen. Es kam, wie es kommen musste: Ikarus wagte sich zu hoch hinauf und stürzte ab.

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Diesen Flug mit seinem tragischen Ende stellten die Musiker nach – allerdings mit Flügeln aus Schwimmwesten, die sie aus dem Mittelmeer gefischt hatten.

sh

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