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Die Ortsdurchfahrt in Icking ist schon seit Jahren Gegenstand intensiver Planungen. Sie soll nicht nur sicherer, sondern auch schöner werden. Nur: Die Regierung wird sich daran finanziell nicht beteiligen.

Rückschlag für die Gemeinde Icking

B11-Umbau: Regierung steuert keinen Cent bei

Icking - Die Gemeinde Icking hat einen erneuten Rückschlag bei der seit Jahren geplanten Umgestaltung der Ortsdurchfahrt zu verkraften: Die Regierung von Oberbayern hat den Förderantrag abgelehnt.

Bürgermeisterin Margit Menrad berichtete in der jüngsten Sitzung, dass die Regierung einer Einschätzung des Staatlichen Bauamtes gefolgt sei. Dieses sei zu der Auffassung gelangt, dass die Planung für die Umgestaltung der B 11 keine wesentliche Verbesserung der Verkehrsverhältnisse erkennen lasse. Es würde sich vielmehr um eine „Unterhalts- und ortsgestalterische Maßnahme“ handeln. Die sei jedoch nicht förderfähig.

Die weitere Begründung der Regierung: Die Ortsdurchfahrt Icking verfüge bereits über einen fast durchgehenden Gehweg an der B 11. Lediglich der Bereich am nördlichen Ortsende, vor dem Kreisverkehr, habe auf einer Länge von 50 Metern keinen Gehweg.

Es ist nicht der erste Rückschlag bei dem Projekt: Im Jahr 2013 hatte die Regierung von Oberbayern der Gemeinde mitgeteilt, dass die Umgestaltung der B 11 von der Städtebauförderung ausgenommen wurde, da nur Plätze und keine Straßen gefördert werden.

Staatliches Bauamt rät zu zwei Bauabschnitten

Menrad erläuterte, dass das Staatliche Bauamt für das weitere Vorgehen empfohlen habe, das Vorhaben in zwei Planungs- und Bauabschnitte aufzuteilen: in einen Südteil zwischen Feuerwehrhaus und Bauhof einschließlich Querungshilfe und einen Nordteil zwischen Rathaus und Kreisverkehr. Im südlichen Bauabschnitt soll nun der Radweg, aus Richtung Dorfen kommend, ohne Bogen direkt in den Wenzberg einmünden. Der Gehweg ab der Abzweigung Wenzberg bis zum Rathaus soll nach dem Umbau als Geh- und Radweg ausgewiesen werden, der in beide Richtungen befahren werden kann.

Die Kosten für den südlichen Abschnitt bezifferte Planer Wolfgang Heubeck vom gleichnamigen Ingenieurbüro auf rund 231 000 Euro inklusive Querungshilfe. Die ursprünglichen Kosten für die gesamte Umgestaltung der Ortsdurchfahrt waren von dem Ingenieurbüro auf rund 530 000 Euro geschätzt worden, was die Regierung ebenfalls beanstandet hatte. Das Vorhaben sei nicht unter Berücksichtigung des „Grundsatzes der Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit“ geplant worden.

Im Nordteil der Ortsdurchfahrt gibt es laut Bauamt nur kurz vor dem Kreisverkehr auf einer Länge von weniger als 50 Metern keinen Gehweg und deshalb nur in diesem Bereich keine klar geregelte Verkehrssituation. Bei einem Ausbau wäre dieser Streckenabschnitt förderfähig, jedoch werde die Bagatellgrenze nicht erreicht. Die weiteren Planungen für den Nordteil sollten deshalb vorerst zurückgestellt werden.

Lisa Häberlein (SPD) sah jedoch gerade in diesen 50 unebenen und unbeleuchteten Metern großes Gefahrenpotenzial. „Man muss etwas machen, um den Bereich zu sichern“, forderte sie. Ein entsprechender Antrag der Rätin fand jedoch keine Mehrheit.

Nordteil wird vorerst zurückgestellt

Heubeck machte in der Sitzung seiner Verärgerung über die Ablehnung Luft. Er sah den Grund für das Nein in einem Mitarbeiterwechsel im Staatlichen Bauamt. Was jahrzehntelang gegolten habe, gehe nun plötzlich nicht mehr. Der Planer empfahl dem Gemeinderat, den ersten Abschnitt „sauber abzuarbeiten“ und dann den nächsten anzugehen. „Der Südteil ist zuschussfähig, also beantragen wir ihn“, fand auch Christian Mielich (SPD).

Notgedrungen stimmten die Räte schließlich dafür, dass zunächst nur der südliche Streckenabschnitt zwischen Feuerwehrhaus und Bauhof einschließlich Querungshilfe ausgebaut und der entsprechende Antrag dem Staatlichen Bauamt vorgelegt werden soll.

Menrad resümierte: „Ich habe bei diesem Projekt gelernt, dass man einen langen Atem haben muss, aber dass man einen so langen braucht, hätte ich mir nicht träumen lassen.“

Von Yvonne Zuber

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