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Setzen sich für die Menschen in der Erdbebenregion ein: (v.l.) Kloster-Schulleiter Wolfgang Sagmeister, Abt Petrus Höhensteiger und Dr. Christoph Preuss.

Benediktiner unterstützen Erdbebenopfer in Italien

Hilfe für die Vergessenen

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An diesem Montag vor einem Jahr erschütterte ein schweres Erdbeben Mittelitalien. Und noch immer warten gerade kleine Dörfer im Hinterland auf Unterstützung. Eines davon ist Castelluccio di Norcia in Umbrien. Seinen Bewohnern möchte der Ickinger Arzt Christoph Preuss zusammen mit den Benediktinern aus dem Kloster Schäftlarn durch eine Spendenaktion beim Wiederaufbau helfen.

Schäftlarn – Es sind Bilder, die man nie wieder vergisst: Dort, wo einst Kinder in den schmalen Gassen spielten und lachten, türmt sich der Schutt zerstörter Häuser, Straßen sind zum größten Teil zerstört, Bauzäune verwehren den Zutritt. Am 24. August vergangenen Jahres richtete in dem Dörfchen Castellucio die Norcia in den sibillinischen Bergen einen immensen Schaden an, zwei Monate später, am 30. Oktober 2016, zerstörte ein Nachbeben in der Stärke 6,5 fast das gesamte restliche Dorf.

„Die Menschen dürfen nicht zurück, die meisten wissen nicht, ob sie noch ein Zuhause haben“, berichtet der Ickinger Dr. Christoph Preuss, der viele der Bewohner des rund 1400 Meter hoch gelegenen Dorfes persönlich kennt. „Viele Häuser gibt es nicht mehr, oder sie sind wegen Einsturzgefahr unbewohnbar geworden.“ Die Menschen lebten den Winter über teilweise unter schlimmsten Bedingungen in Containern. „Noch schlimmer aber ist, dass sie sich vergessen fühlen, da die notwendige Hilfe seitens der Regierung nur sehr langsam in Gang kommt.“ Der nächste Kälteeinbruch steht vor der Türe - es werden dringend Unterkünfte aus Holz benötigt, ebenso ein Gemeindezentrum, dass auch als Schule, Aufenthaltsraum und für Gottesdienste genutzt werden kann.

Die Bevölkerung selbst lebte bis dato vom Anbau einer besonderen, bei Feinschmeckern sehr gefragten Gebirgslinse und Touristen, die zum Wandern und Gleitschirmfliegen in die Provinz Perugia kamen. „Jedoch konnten die Felder nach der Naturkatastrophe nicht bestellt werden, das Gerät fehlte, die Wege waren unpassierbar.“ Um zumindest ein geringes Einkommen zu sichern, starteten die umliegenden Bauern eine große Aktion, um den Nachbarn zumindest das Pflügen und Säen abzunehmen. „Und jetzt wollen wir versuchen, sie beim Aufbau zu unterstützen“, betont Preuss.

Einen Mitstreiter fand er in der Benediktinerabtei Kloster Schäftlarn. „Diese Region ist für uns von großer Bedeutung“, unterstützt Abt Petrus Höhensteiger nachdrücklich das Engagement des Ickingers. „Hier in Norcia wurde der Heilige Benedikt, der übrigens auch der Patron Europas ist, geboren.“ Höhensteiger appelliert, auch an die „Fleckchen Erde zu denken, die nicht im Fokus des großen, öffentlichen Interesses stehen, wie beispielsweise große Kulturstädte.“

Die Bürger von Castelluccio di Norcia haben unter Bauingenieur Giovanni Perla eine Gesellschaft gegründet („Per la vita di Castelluccio onlus“), um Gelder annehmen und verteilen zu können. Damit Spendenbescheinigungen ausgestellt werden können, laufen die Spenden über ein Treuhandkonto von Missio München. „Wir bitten um Hilfe“, sagen Kloster-Schulleiter Wolfgang Sagmeister, Abt Petrus Höhensteiger und Dr. Christoph Preuss unisono, „auch, um so den Menschen Hoffnung geben zu können, um zu zeigen: Wir denken an euch.“

Spendenkonto

Missio München, IBAN: DE 96 750 90 3000 8000 8000 4, BIC: GENODEF1M05, Betreff: 58005-1073 Castelluccio di Norcia

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