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Gute Unterhaltung: Adam und Eva (Oliver Hepp und Eva Stephan) moderierten im Hollerhaus den sehr volkstümlichen „Stadl infernale“.

Religionskritisches Kabarett im Hollerhaus

Gott? Ein Italiener!

Icking - Judentum, Christentum, Islam: Das sind drei große Weltreligionen. Ihnen war am Wochenende im Hollerhaus ein theatralisch-kabarettistischer Abend gewidmet, der es in sich hatte.

Die langjährigen Hollerhaus-Besucher trauten ihren Augen kaum am vergangenen Sonntagabend. Eine ganze Bilderwand des Hollerhauses war mit schwarzem Molton verhängt, ein richtiges Bierfass mittig in den Raum gerollt, und die eigentliche Bühne für die Künstler war in eine Tribüne verwandelt worden. So also sah sie aus, die Kulisse für das angekündigte „bayrisch-schweizerische, theatralisch-kabarettistische, höllische Kulturvergnügen“, das auf schlemisch-freche Weise Judentum, Christentum und Islam hinterfragte.

Der Alkohol und das "Myschderium"

Allen voran eroberte der christliche „Platzhirsch“ Pater Nikodemus Pröbstl, dessen Leibesfülle ein deutlich zu enger Anzug gerade noch zusammenhielt, die Raummitte zu den Klängen bayerischer Marschmusik vom Band. Neben dem Fass sinnierte er Bier trinkend über die Bedeutung des Alkohols in der Geschichte und dessen Rolle bei der Wahrnehmung des „Myschderiums“. Kaum verschwunden, kam der Pater zurück als Adam, einer Reinkarnation von Hansi Hinterseher. Im imaginären Fernsehprogramm „Elysium TV“ moderierte er mit seiner zauberhaften Partnerin Eva die volkstümliche Sendung „Stadl Infernale“.

Rambazamba im Stadl Infernale

Das biblische Paradies, eine billige Fernsehinszenierung? Die dänische Nonne „Annelise aus dem Integralsorden der zwölf tafelnden Jungfrauen“ im hochgeschlossenen Kleid und weit ausladender Haube stieß als trinkfeste, singende Ordensschwester mit Pater Nikodemus auf den Zölibat an. Und der redselige Rabbiner Jankl Kuglmann mit grauen Schläfenlocken kam nebst Gattin und schien für sich das Gebot des Zölibates zu wünschen. Nach der Pause räkelte sich der zierliche Iman Izmir Had el Daddel (Eva Stephan), über die Zusammensetzung eines Harems dozierend, vor der stattlichen, in eine schwarze Burka gehüllten Haremsdienerin Habiba (Oliver Hepp). Nach Fallen der Burka beeindruckte Oliver Hepp frivol geschminkt im bauchfreien glitzernden Bauchtanz-Kostüm zur allgemeinen Erheiterung.

Gott - der Überraschungsgast des Abends

Den Höhepunkt des Figurenreigens bildete der „Überraschungsgast“. Der liebe Gott persönlich kam auf seiner Welttournee im Stadl Infernale vorbei. Jenseits der christlichen, muslimischen und jüdischen Figuren des Abends ein von religiösen Kleiderordnungen unbeeindruckter eleganter Herr mit Stock und Hut. Es handelte sich um einen von Oliver Hepp überzeugend dargestellten – Italiener. Mit dem biblischen Appell, Glaube, Liebe und Hoffnung walten zu lassen, ging ein ungewöhnlicher, mitreißender Abend unter großem Applaus zu Ende. Assunta Tammelleo 

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