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Verfasste zahlreiche Bücher über das Isartal: Die Münchner Autorin Dorle Gribl (re.) ließ bei ihrem Vortrag im Hollerhaus keine Fragen offen. 

Vortrag fasziniert Hollerhaus-Besucher

Schöner Isar-Blick – nicht nur für Reiche

Irschenhausen – Ganz im Zeichen der Isar stand das Wochenende im Hollerhaus.  Dorle Gribl forderte den Schutz der Pupplinger Au.

Neben der bereits am 8. Oktober eröffneten Ausstellung „Vorbild Isar“ und einem vom Vorsitzenden des Isartalvereins, Erich Rühmer, geführten historischen Spaziergang vom Hollerhaus zum Ulrichsberg lud die Münchner Buchautorin Dorle Gribl zu einem Vortrag über die kulturhistorische Bedeutung der „Lebensader Isar“ ein.

Zuletzt war Gribl vor zwei Jahren im Hollerhaus. Damals beleuchtete sie das Leben der im Isartal lebenden Bohème. Diesmal spannte sie den Boden etwas weiter und erläuterte anhand von historischen Fotos beziehungsweise Zeichnungen, wie es zur Gründung des noch heute bestehenden Isartalvereins kam. Denn die im 19. Jahrhundert einsetzende Industrialisierung machte auch vor den Flusslandschaften der Isar nicht halt. „Ihre Wasserkraft wurde gebraucht zur Stromerzeugung“, erklärte Gribl.

Diese Entwicklung rief auch eine der ersten von Bürgern gegründeten Umweltinitiativen auf den Plan. Gemeinsam mit anderen einflussreichen Münchnern gründete der bekannte Architekt Gabriel von Seidl schließlich 1902 den „Verein zur Erhaltung der landschaftlichen Schönheiten des Isartals“. Schnell wird in Gribls bilderreichem Vortrag deutlich, was sich an den Ufern des Flusses in den vergangenen 130 Jahren verändert hat. „Ich sammle alte Postkartenmotive: Das ist oft aufschlussreicher und auch preiswerter als Bilder von Museen und Archiven anzufordern“, erklärte die Chronistin ihre Vorgehensweise.

Fasziniert betrachteten die rund 40 Besucher daraufhin Bilder vom Baubeginn des Stauwehrs bei Höllriegelskreuth und des Werkkanals im Jahr 1889. Die Inbetriebnahme der Wasserkraftanlage „Zentrale I“ im Jahr 1894 führte zu nachhaltigen Veränderungen, denen Umweltschützer einige Jahre später Einhalt gebieten wollten. Um die landschaftlichen Schönheiten zu erhalten, erwarb der Isartal-Verein zum Beispiel Grundstücke, die als Rast- und Aussichtsplätze dienen konnten oder die von Bebauung freigehalten werden sollten. „Gabriel von Seidl ging es darum, dass nicht nur reiche Villenbesitzer, sondern auch das einfache Volk einen schönen Blick auf die Isar haben sollen“, berichtete Gribl. Ein weiteres wichtiges Ziel war die Erschließung von Wanderwegen. „An diesen Vorgaben hat sich bis heute kaum etwas geändert“, sagte die ehemalige Schülerin des Ickinger Gymnasiums.

Einst sammelte sie selbst den Müll, den Ausflügler am Isarufer hinterließen. So sieht sie auch die Renaturierung der Isar rund um den Münchner Flaucher mit einem lachenden und einem weinenden Auge. So sei es zwar beachtlich, dass der einst mit Bakterien und Keimen stark belastete Fluss seit 2009 wieder Badequalität habe. „Das hat fast keine andere Großstadt in Europa“, erklärte sie. Andererseits ziehe das noch mehr Menschen an. „Die große Zunahme der Erholungssuchenden bringt auch mehr Probleme mit sich“, warnt Gribl. So gelte es auch, die Pupplinger Au mit ihren vielen seltenen Pflanzen zu schützen.

Da auch die Bedeutung des Walchenseekraftwerks und des zwischen 1994 und 2001 modernisierten Sylvensteinspeichers umfassend erläutert wurden, blieben bei den Besuchern am Ende des rund eineinhalbstündigen Vortrags kaum Fragen offen.

von Peter Herrmann

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