Diskussion über sozialen Wohnungsbau

SPD-Ortsverein prangert „starke Arroganz im Gemeinderat“ an

Eine große Mehrheit im Ickinger Gemeinderat hat kein Interesse, das Thema sozialer Wohnungsbau anzupacken. Das sagt Christian Mielich (SPD) und plant eine Arbeitsgruppe zum Thema.

Icking Der soziale Wohnungsbau ist derzeit ein großes Thema in der Gemeinde Icking. In der Sitzung des SPD-Ortsvereins am Mittwochabend gab es dazu eine längere Diskussion. Dabei wurden die anderen Gruppierungen im Gemeinderat zum Teil scharf kritisiert.

Günstige Wohnungen nur für „den erlauchten Kreis der Angestellten der Gemeinde“

Christian Mielich SPD-Gemeinderatin Icking.

Nach Ansicht von SPD-Gemeinderat Christian Mielich hat „eine große Mehrheit im Gemeinderat kein Interesse daran, das Thema sozialer Wohnungsbau anzupacken“. Ganze Gruppierungen, so Mielichs Vorwurf, würden keine Personen in Icking aufnehmen wollen, „die nicht ins Finanzraster der Gemeinde passen“. Im Gemeinderat herrsche eine „starke Arroganz“ vor. Es werde zwar überlegt, günstige Wohnungen für Mitarbeiter der Kindergärten zu schaffen, aber nur „für den erlauchten Kreis der Angestellten der Gemeinde“, so Mielich. Seiner Ansicht nach sollten auch Durchschnittsverdiener die Möglichkeit haben, in Icking zu leben. Dies sei ein Punkt den er auch im nächsten Wahlkampf im SPD-Wahlprogramm deutlich machen möchte. Auch wenn man hier eine Außenseiterrolle einnehmen sollte.

Alfred von Hofacker, der nach seinem Austritt aus der SPD (wir berichteten) nicht mehr als Mitglied, aber als Ickinger Bürger anwesend war, übte Kritik an Äußerungen von Bürgermeisterin Margit Menrad (UBI) in einer CSU-Veranstaltung zum Thema „Bezahlbarer Wohnraum“. So habe die Rathauschefin zum gescheiterten Einheimischenmodell am Schäftlarner Weg erklärt: „Wir haben vor Gericht verloren, da können wir nichts mehr machen.“ Nach Ansicht von Hofacker sei die Gerichtsentscheidung kein Nein für immer.

Private Initiative für Studentenwohnungen gegen Dienstleistungen

Angesprochen wurden in der Runde auch verschiedene andere Wohnmodelle. Von Hofacker regte etwa ein Modell an, bei dem Wohnungen an Studenten vermietet werden, die dafür im Gegenzug verschiedene Dienst- oder Hilfeleistungen erbringen. „Eine private Initiative könnte dafür gegründet werden“, schlug er vor. Dies müsse nicht über den Gemeinderat laufen.

Auch könnte die Ickinger SPD sich als Interessenvertreter der örtlichen Lehrer und Kindergartenangestellten in Sachen bezahlbarer Wohnraum engagieren. „Unsere Botschaft an die Ickinger sollte sein: Uns geht es gut, denkt auch an die anderen“, bilanzierte Mielich. Im Ortsverein wird sich jetzt eine Arbeitsgruppe des Themas annehmen. Yvonne Zuber

Rubriklistenbild: © dpa

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