Bürgerversammlung.
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In Icking wird das Thema Mobilfunk seit Jahren kontrovers diskutiert. Das Foto entstand im November 2019 bei einem Infoabend in der Gemeinde im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen.

Vor der Gemeinderatssitzung am Montag

Standort für Mobilfunkmast: Die Meinung der Ickinger Bürger ist gefragt

  • Carl-Christian Eick
    vonCarl-Christian Eick
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Auf dem Sportgelände soll ein Mobilfunkmast errichtet werden. Aber wo genau? Ickings Rathauschefin Verena Reithmann bittet die Bürger um ihre Meinung.

Icking – In kaum keiner anderen Gemeinde im Landkreis wird das Thema Mobilfunk so kontrovers, so emotional diskutiert wie in Icking. Bürgermeisterin Verena Reithmann (UBI) möchte die Debatte auf sachlicher Ebene führen – und bittet die Bürger, ihr persönlich Fragen und Anregungen per E-Mail zu schicken. „Ich möchte die Meinung der Ickinger in die nächste Gemeinderatssitzung am 19. April einführen“, sagt die Rathauschefin. In der Sitzung am kommenden Montag (19.30 Uhr, Rathaus) befasst sich das Gremium mit verschiedenen Standortvarianten für einen geplanten Mast auf dem Sportgelände. Reithmann erinnert daran, dass die Gemeinde seit vielen Jahren ihre Möglichkeiten wahrnehme, bei der Standortwahl mitzuwirken.

Wenn die Standorte keine gute Funkversorgung erwarten lassen, wäre ein Verweis der Anbieter auf diesen Standort nicht haltbar. Auch muss die Verwirklichung auf dieser ausgewiesenen Konzentrationsfläche möglich sein.“

Bürgermeisterin Verena Reithmann

Für den Bereich östlich des Gemeindekerns hatte der Rat im Jahr 2012 einen Teilflächennutzungsplan aufstellen lassen. Dieser ist für den Betreiber eines Mobilfunkmasts verbindlich „und erlaubt im Außenbereich nur im Bereich zweier Konzentrationszonen die Errichtung von Masten“. Der übrige Außenbereich müsse freigehalten werden. Die Konzentrationsflächen wurden laut Rathauschefin auf der Basis eines Standortgutachtens ausgewählt, „bei dem 19 verschiedene Standortvarianten untersucht wurden“. Das erklärte Ziel: Die Standorte zu finden, bei denen einerseits „ein guter Funkversorgungspegel zu erwarten ist“ und zugleich „eine unnötig hohe Befeldungen der benachbarten Wohnbevölkerung vermieden wird“. Ein weiteres Kriterium war die Auswirkung des etwa 50 Meter hohen Masts auf das Ortsbild. „Wenn die Standorte keine gute Funkversorgung erwarten lassen, wäre ein Verweis der Anbieter auf diesen Standort nicht haltbar“, erklärt Reithmann. Zudem müsse die Umsetzung des Vorhabens auf dieser ausgewiesenen Konzentrationsfläche möglich sein.

Mehrere Betreiber sollen sich einen Funkmast teilen

2019 hatte die Gemeinde ergänzend ein weiteres Gutachten (Stichwort Immissionsprognosen) anfertigen lassen. Mit einer zusätzlichen Expertise wurde im vergangenen Jahr abgeklopft, ob das gesamte Gebiet „von Irschenhausen bis Schlederloh einschließlich S-Bahn auch unter dem Gesichtspunkt der Strahlenminimierung mit weniger als drei Masten funktechnisch abgedeckt werden kann“. Nicht zu vergessen: Welche Standorte wären für die Gesamtabdeckung „unter dem Gesichtspunkt der Strahlenminimierung am günstigsten“? Reithmann betont, dass es dem Gemeinderat wichtig sei, dass eine optimale Standortwahl die Zahl der Mobilfunkmasten auf das Minimum beschränkt: „Es ist vorgesehen, dass sich mehrere Betreiber auf einem Mast konzentrieren.“

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In der Gemeinderatssitzung am kommenden Montag wollen die Bürgervertreter entscheiden: Bleibt Icking auf dem eingeschlagenen Kurs – und wenn ja, welche Standortvariante bevorzugt das Gremium? „Dabei kann der Gemeinderat nicht nur den genauen Standort bei den verschiedenen Varianten benennen, sondern auch festlegen, ob ein sogenannter Schleuderbeton- oder Stahlgittermast bevorzugt wird“, ergänzt Reithmann. „Ich freue mich im Vorfeld der Sitzung über Fragen, Anregungen und Meinungen der Bürger hierzu“, so die Rathauschefin. Diese können ab sofort an die Adresse verena.reithmann@icking.de gemailt werden. (cce)

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